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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Kuchen statt Lindner

Aaron Koenig, 01.04.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ex-Generalsekretär Christian Lindner ist von der FDP wie erwartet zum Spitzenkandidaten für die Wahl in NRW nominiert worden. Man erwartet von ihm nichts weniger als die “Rettung der liberalen Partei”. Mit markigen Sprüchen der Sorte “Schlanker Staat, starke Wirtschaft” wollen sich die Blau-Gelben noch einmal über die 5%-Hürde hieven und hoffen dabei wohl auf so eine Art Mitleidseffekt.

Dabei hat die FDP es wirklich mehr als verdient, vom Wähler abgestraft zu werden. Mit ähnlichen Werbeslogans ist sie bei der Bundestagswahl 2009 auf ein Rekordwahlergebnis gekommen – doch hat sie absolut nichts davon umgesetzt. Ein ums andere Mal ist sie gegenüber der Merkel-CDU eingeknickt, hat jetzt zwar viele Parteigenossen in gut dotierten Staatsämtern untergebracht, trägt dafür aber so absurde Dinge wie Griechenland-Rettungspakete und den ESM mit, die zu allen Prinzipien des Liberalismus im krassen Widerspruch stehen. Kein Wunder, dass sich liberale Wähler in Scharen von ihr abgewandt haben – da nützt auch ein bisschen vorgespielte Prinzipienfestigkeit im Fall Schlecker nichts.

 

Wann wacht die FDP auf?

Kann man ausgerechnet Christian Lindner, der als Generalsekretär das Totalversagen der FDP mit verantwortet hat, einen radikalen Kurswechsel zutrauen? Wohl kaum. Wäre der Wortführer des kleinen Häufleins aufrechter Liberaler im Bundestag, der Ost-Westfale Frank Schäffler, zum Spitzenkandidaten in NRW nominiert worden, würde das anders aussehen, doch der wird stattdessen von der Führung der Partei geschnitten.

So wäre es wohl das Beste für die FDP, sie würde in NRW vom Wähler ähnlich abgestraft werden wie zuletzt in Berlin und dem Saarland.Vielleicht wacht sie dann endlich auf, trennt sich von ihrer unfähigen Führungsmannschaft und den Anhängern der linken “Freiburger Thesen” und wird endlich zu der liberalen Partei, die sie nur dem Namen nach ist.

 

Eine neue liberale Kraft

Zumal es in NRW mit der “Partei der Vernunft”  voraussichtlich eine echte Alternative für liberale Wähler geben wird (wenn sie denn die erforderlichen 1000 Unterstützerunterschriften bis zum 3. April einsammelt). In ihren Reihen findet man zwar auch einige “Verschwörungstheoretiker” (vom Buch Das Kapitalismus-Komplott ihres Vorsitzenden Oliver Janich sollte man besser nur die erste Hälfte lesen), doch ist sie die einzige Partei mit einem Programm, das sich wohltuend vom sozialdemokratischen Einheitsbrei der deutschen Politik abhebt. Ihre Konzepte für die Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik sind wirklich gut. Wie sie zu 9/11 und zum Klimawandel steht, ist mir dagegen relativ egal.

Mit Aktionen wie “Warum demonstrieren, wenn du auch Kuchen essen kannst?” haben die “Vernünftigen” sogar Humor bewiesen, den man ihnen angesichts ihres etwas langweiligen Erscheinungsbilds gar nicht zugetraut hätte. Daher meine Wahlempfehlung an alle Freiheitsliebenden in NRW: diesmal PdV wählen und damit der FDP und Christian Lindner einen Denkzettel verpassen, der richtig wehtut. Wäre es nicht großartig, wenn die kleine PdV bei ihrer allerersten Wahl mehr Stimmen erhielte als die scheinliberale Umfallerpartei? Im Saarland lag die FDP ja auch bereits hinter der “Familienpartei”…

 

Dank an die Piraten!

Der Erfolg der Piratenpartei hat gezeigt, dass es in Deutschland mittlerweile möglich ist, eine neue Partei aufzubauen und mit ihr relativ schnell in die Parlamente zu kommen. Die Piraten erfüllen einen guten Zweck, weil sie Grünen und SPD Stimmen wegnehmen, und damit rot-grüne Bündnisse hoffentlich überall unmöglich machen.

Jetzt fehlt nur noch das Pendant auf der nicht-sozialistischen Seite des politischen Spektrums. Hat die PdV das Potenzial, sich dort dauerhaft zu etablieren? Schwer zu sagen – doch ein Achtungserfolg einer neuen, konsequent liberalen Kraft in NRW würde der Sache der Freiheit auf jeden Fall gut tun.



7 Kommentare zu “Kuchen statt Lindner”

  1. antibuerokratieteam.net » Einige Provokationen zur Parteiendemokratie

    […] genutzt werden. Liberale mit einem grundlegenden Verständnis haben keine Chance in einer neuen Partei. Der Schluß liegt […]

  2. DDH

    Ich hoffe 1.) die schaffen die 1000 Unterschriften und 2.) sie haben diejenigen ihrer Parteifreunde mit dem besonderen Hang zu eigenwilligen Welterklärungsmodellen soweit im Griff, daß nicht mitten im Wahlkampf ein Torpedo reinfliegt.

    Was ich aus eigener Anschauung allerdings schon mal sagen kann und was m.E. für die junge Partei spricht: das liberale Mindset stimmt und ein freiheitlich-ungezwungenes Lebensgefühl, von dem der verkrampfte Westerwelle immer nur geschwafelt hat, ist hier wirklich spürbar. Meine ideelle Unterstützung haben die “Blauen” auf jeden Fall. Und in meinem Falle ist das das erste Mal seit 2007 (meinem FDP-Austritt) daß ich dazu aufrufe, zu einer Wahl zu gehen! :)

    Zu Lindner äußere ich mich an dieser Stelle nicht, da ich mich sonst einem unauflöslichen Konflikt mit der Netiquette gegenübersähe. ;)

  3. jg

    Das mit den 1000 Unterschriften könnte klappen, momentan sind ca. 800 eingesammelt und die Frist wurde wohl bis zum 10. April verlängert (am Anfang stand “2. April” auf der Webseite):

    http://www.parteidervernunft.de/nrw-wahl-2012

  4. Die Stimme aus dem Off

    Wenn es nur der Lindner wäre! Ganz großartig ist auch, was sich dieser Niebel erlaubt hat! Durchsetzt sein (hihi) noch immer nicht abgeschafftes Ministerium mit Freunden und Verwandten! Einigen von diesen Koryphäen darf man besser nicht zuhören. Ich habe es kürzlich getan und fast zu weinen angefangen.

    Ich komme gerade von einer Friedrich-Naumann-Veranstaltung zurück. Ein Trauerspiel! Da hält der unter zweifelhaften Umständen ins Amt gehievte Sohn eines Ex-Ministers einen Kurzvortrag über Entwicklungszusammenarbeit und schwadroniert mit Phrasen und Floskeln, die genau so auch von Sarah Wagenknecht oder Claudia Roth hätten kommen können.

    Nach 2 Stunden Veranstaltung mit verbundenen Augen hätte man nicht sagen können, ob man bei den Grünen Fundis, den Roten Falken oder den Grauen Panthern gewesen ist. Nur auf “Liberale” wäre man niemals gekommen!

    Die FDP hat mit Liberalismus nichts mehr zu tun! Ob die “Partei der Vernunft” wirklich ein Ausweg ist, wage ich zu bezweifeln! Kleinparteien sind Irren-Magneten. Ernsthafte Politik geht damit nicht.

    Meine “Hoffnung” beruht eher auf den Piraten. Nicht wegen der unmittelbaren Ziele, sondern eher von den mittelfristig positiven Effekten in Bezug auf Demokratisierung.

    Die FDP ist für mich nur noch die Insolvenzmasse einer vormals politischen Partei.

  5. Frank Martin

    “Kleinparteien sind Irrenmagneten.”
    Großparteien sind Irrensammlungen.
    Es ist nicht zu erwarten, daß der Wahnsinn der Demokraten mit demokratischen Mitteln gewendet wird. Doch wenn die Libertären Regierungsämter erreicht haben, wird es so furchtbar, daß es kracht.

  6. Andre Liedgens

    Wer uns helfen will, kann gerne den Vordruck ausdrucken und uns ausgefüllt zu schicken

    http://www.parteidervernunft.de/sites/default/files/unterstuetzungsunterschrift-nrw.pdf

    “Die Partei der Vernunft braucht bis spätestens 10. April insgesamt 1.000 bestätigte Unterstützungsunterschriften, um zur Wahl zugelassen zu werden. Wenn Du in NRW wohnst, kannst Du das Formular ausdrucken, ausfüllen, bei der zuständigen Gemeinde bestätigen lassen und an unsere Landesgeschäftsstelle schicken. Öffnungszeiten beachten: Die Osterfeiertage lassen eine rechtzeitige Bestätgung der zuständigen Gemeinde nur noch bis zum 05. April zu!

    Partei der Vernunft
    c/o Birgit Ziegler
    Postfach 95 01 11
    51086 Köln”

    Mfg Andre´

  7. Liberty

    “In ihren Reihen findet man zwar auch einige “Verschwörungstheoretiker” (vom Buch Das Kapitalismus-Komplott ihres Vorsitzenden Oliver Janich sollte man besser nur die erste Hälfte lesen)”

    Wer hat denn den Schwachsinn zusammenphantasiert? Gerade die Teile 2 und 3 von Oliver Janichs Buch sind extrem spannend und sehr fundiert belegt und begründet. Dieser Teil erklärt so einiges was in unserer Welt vor sich geht, und was der gehirngewaschene GEZ-Michel bisher höchstens ahnen konnte, oder nur in Bruchstücken zu sehen bekam. Aber nicht wenige GEZ-Michel lassen sich vom Totschlagargument “Verschwörungstheorie” ja nur zu gerne am Denken hindern.

    Von mir jedenfalls gibt es eine volle Empfehlung für die libertäre pdv, sowie für Oliver Janichs Buch!

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