Die Ermordung eines Soldaten in London wird zur Zeit als Aufhänger für die Neuauflage eines Vorratsdatenspeicherungsgesetzes genutzt. Zuvor war dieser Vorschlag durch die Liberaldemokraten abgeschmettert worden. Warum ausgerechnet das Londoner Attentat dafür eine Begründung liefern soll, ist allerdings unklar: ein Auto, zwei Deppen, vier Messer –mehr war für diesen Anschlag nicht nötig.
Darüberhinaus ist inzwischen bekannt, das der Geheimdienst bereits Informationen über die Attentäter hatte, und einen von ihnen für wichtig genug hielt, um ihn als Informanten rekrutieren zu wollen. Genützt hat es nichts. Weitere Vorratsdatenspeicherungen dürfteen in diesem Zusammenhang wenig mehr erreichen, als Internetnutzer mit islamistischen Sympatien zu identifizieren, also die Art von Daten anzuhäufen, die MI5 in diesem Fall hatte. Es ist merkwürdig, daß gerade ein Fall, der die Nutzlosigkeit einer Überwachungsmaßnahme demonstriert, zur ihrer Rechtfertigung herangezogen wird.