Offener Brief zur Wahlkämpferschelte Ihres Mitarbeiters Jörg Berens

Sehr geehrter Herr Minister Bahr,

bei allen inhaltlichen Differenzen, die es zwischen dem liberalen und dem sozialdemokratischen Flügel der FDP gibt und immer geben wird, werden Sie uns sicher darin zustimmen, dass Frank Schäfflers hoher persönlicher und materieller Einsatz rund um das Camp, aber auch seine Kampagne insgesamt, unter dem Strich der gesamten Partei einen guten Dienst leistet. Liberalen außerhalb der FDP zeigt er damit, dass auch ihr Platz nach wie vor in der FDP ist und eben nicht bei den mehr oder weniger obskuren Kleinstparteien, die derzeit durch die Medien geistern. Frank Schäffler leistet (mit unserer Hilfe) nicht nur einen überdurchschnittlichen Beitrag zu einem guten Wahlergebnis der FDP in Nordrhein-Westfalen, sondern hilft auch, die Mitgliederzahl der Partei stabil zu halten und (hoffentlich) auch bald wieder ein wenig zu vergrößern.

In der vergangenen Woche haben gut 50 junge Leute aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus dem europäischen Ausland auf Einladung von Frank Schäffler in dessen Wahlkreis Wahlkampf für die NRW-FDP gemacht. Wir sind dabei zum Teil um 5 Uhr morgens aufgestanden, um die Bürger von der FDP zu überzeugen, sind von Haus zu Haus gegangen, und haben Wahlkampfstände betrieben. Die Teilnehmer des Camps waren zu einem überwiegenden Teil Mitglieder der Jungen Liberalen aus allen Landesverbänden. Einige sind parteilos und wenige sind Mitglieder bei der PdV oder der Union. Frank Schäffler hat also gleichzeitig auch noch allerbeste Mitgliederwerbung im Sinne der FDP betrieben, denn das Bild von der FDP hat er bei uns allen zum Besseren geändert.

 

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Ihr Mitarbeiter, der Kreisvorsitzende der FDP Münster Herr Berens hat jedoch im Verlauf des Camps einige Teilnehmer mit folgendem Facebook-Posting – gelinde gesagt – ein wenig aus der Fassung gebracht:

“Schäffler separiert sich innerhalb der FDP mit “seinen Jüngern” weiter. Für radikale Strömungen sollte in Parteien aber kein Platz sein…”

Radikal kommt bekanntlich von radix, bedeutet also soviel wie “von der Wurzel her”. Da sich die meisten Teilnehmer des Camps als Teil einer liberalen Graswurzelbewegung betrachten, könnte man das noch wohlwollend als Anerkennung verstehen, aber es ist ja offensichtlich beleidigend und ausgrenzend gemeint. Warum sonst sollte Ihr Mitarbeiter Herr Berens uns FDP-Wahlkämpfern einen Parteiaustritt nahe legen und uns sogar jede Tätigkeit selbst in anderen Parteien verbieten wollen?

Die Auseinandersetzungen, die innerhalb unserer Partei geführt werden, sind unserer Meinung nach essentieller Teil der Meinungsbildung und grundlegende Zutat zum demokratischen Prozess, den wir als klassische Liberale ebenso ertragen müssen, wie andere Strömungen innerhalb der FDP.

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Das besagte Facebook-Posting hat Herr Berens mittlerweile gelöscht, betont allerdings gleichzeitig (wiederum öffentlich), dass er in der Sache weiterhin zu den Aussagen steht und der Meinung ist, dies nach der Wahl “thematisieren” zu wollen. Wir fragen uns, wie das gemeint ist.

Wir, die Unterzeichner, halten die Äußerungen von Herrn Berens für untragbar und beleidigend. Wir möchten Sie bitten, sich von den öffentlichen Aussagen Ihres Mitarbeiters zu distanzieren. Denn: Wir separieren uns nicht, sondern arbeiten für Freiheit und Verantwortung. Wir sind keine radikale Strömung, sondern glauben an Freiheit. Wir sind niemandes Jünger – wir wollen auch niemandes Herren sein. Wir Wahlkämpfer für die NRW-FDP denken, dass wir es nicht verdient haben, für engagiertes Wahlkämpfen in Ihrem Landesverband von Ihrem Mitarbeiter beschimpft zu werden.

Mit liberalen Grüßen,

Jan Filter (Ortsvorsitzender FDP Winsen-Luhe, stv. Vorsitzender KV JuLis Harburg-Land, stv. Vorsitzender JuLis Kreisverband.net), Christian Rademaker (Vorstandsmitglied FDP OV Bad Bentheim), Micha Fertig, Andreas Wolf (Kreisvorsitzender JuLis Göttingen), Dietmar-Dominik Hennig, Sina Montazeri, Björn Düßmann, Patrick Büker (Ortsvorsitzender FDP Rheda-Wiedenbrück,
Vorstandsmitglied KV FDP Gütersloh), Christian Cyrill Dahle (Vorstandsmitglied KV JuLis Borken), Sebastian Callian (stv. Vorsitzender KV FDP Kitzingen), Marc Jacob, Kevin Katzer, Emanuel Mahrholdt (Vorstandsmitglied LV JuLis Rheinland-Pfalz), Fried-Heye Weinert, Yannic Neuhaus (Kreisvorsitzender JuLis Solingen), Alexander Mengden (stv. Ortsvorsitzender JuLis Siebengebirge),
Michael Stötzler (Vorstandsmitglied JuLis Schleswig-Holstein, Kreisvorsitzender JuLis Rendsburg-Eckernförde), Christoph Heuermann, Felix Otto, Fin Christian Brauer (stv. Kreisvorsitzender FDP Dithmarschen, Vorstandsmitglied JuLis Schleswig-Holstein), Tim Neutsch

PS: Wenn sie im Detail wissen möchten, was wir diese fünf Tage gemacht haben, finden Sie hier das vollständige Programm: http://camp.schaeffler2013.de/?page_id=28
Anbei senden wir Ihnen ein Foto all derer, die Herr Berens meinte, in den Schmutz ziehen zu müssen. Sollten – Ihrer Meinung nach – diese jungen Leute nach der Wahl aus der FDP ausgeschlossen werden?