Sie ist keine liberale Partei, diese Alternative für Deutschland. Das habe ich in diesem Blog bereits verdeutlicht. Die AfD ist vielmehr eine konservative Partei. Trotzdem ist sie hilfreich für  Liberale, um die eigene Position bestimmen zu können. Wenn die CDU von der christlichen Volkspartei zum formlosen Mehrheitsoptimierer- und Muttianbetungsverein geworden ist, fehlen die Abgrenzungsflächen für Liberale, die von der AfD geliefert werden.

Das sind nicht wir, dafür stehen wir nicht. An der AfD kann sich ein Profil schärfen, das von einer CDU die für alles und nichts steht verschlungen würde. Deshalb tut es den Liberalen gut, die AfD in der inhaltlichen Auseinandersetzung zu stellen.

Wie sie (so wie auch Linke) die Familie politisieren will, wie sie für eine Re-Nationalisierung und nicht für ein Ende der monetären Planwirtschaft steht, wie außenpolitisch ein fragwürdiger Kurs hin zum Alt-Tschekisten Wladimir Putin gefahren wird, sind nur einige Angriffspunkte an denen die AfD mindestens kritikabel ist.

Dafür muss es sie aber geben und mitunter scheint es, dass die AfD keine Feinde braucht, weil ihre Funktionäre sich um Kopf und Kragen dilettieren. Im Rahmen meiner Artikelrecherchen über die AfD stoße ich immer wieder auf haarsträubendes. Der Wert der etablierten Parteien wird  immer wieder erkennbar, wenn ich herausfinde wie sehr es den Akteueren in der AfD an dem impliziten und expliziten Wissen mangelt (ganz hayekianische Analyse), das für den Betrieb einer politischen Partei notwendig ist. In die Artikel fließt nur ein Teil dieser Erkenntnisse ein.

Mit den Entwicklungen, die ich jetzt in meinem Blog thematisiert habe, glaube ich, dass die AfD ihren letzten Akt einläutet. Die Auseinandersetzungen über Inhalte, Posten und jetzt auch das Geld sind real und werden um so heftiger aufbrechen, je länger sie nicht kontrolliert ausgetragen werden können. Dabei hat der Gründer und Parteisprecher, wie ich weiß, eifrig mitdilettiert. Doch bei aller Kritik an seiner Arbeitsweise, verankert Lucke die AfD auf (aus liberaler Sicht natürlich falschen) aber immerhin kommensurablen Positionen.

Gewiss wäre eine „Rechts von uns ist die Wand“-AfD sinnvoll, um das verwaiste rechte Wählerpotential der bürgerlichen Parteien an eine Partei im demokratischen Spektrum zu binden. Doch dafür muss die bisherige Gratwanderung zwischen fundamentaler Kritik und Anschlußfähigkeit beeendet werden. Dafür muss die Partei mit den von Bernd Lucke vorgezeichneten Linien brechen, also mit sich selbst; denn Lucke ist die AfD. Er könnte zwar die demokratiehygienische Drecksarbeit machen und die Prozente am rechten Rand abschöpfen, aber seine gesamte bisherige Arbeit spricht dagegen.

Ohne Bernd Lucke würde die Partei aber ihr Gesicht verlieren und schnell verenden. Ein Kommentator brachte es schön auf den Punkt: „Lucke ist in gewisser Hinsicht das für die AfD, was Marina Weisband für die Piraten war.“ Und was aus den Piraten post Weisband wurde, wissen wir ja.

Deshalb wird das Ergebnis des Verschwörertreffens vom Samstag interessant. Wird man versuchen den Unersetzbaren zu ersetzen?