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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

12 zu 1 für die direkte Demokratie

Frank Schäffler, 24.11.2013

Die Schweizer Bürger haben heute in einer Volksinitiative über die so genannte “1 zu 12-Initiative” oder auch “Abzocker-Initiative” abgestimmt.

Die Volksabstimmung, die die Schweizer Jusos und andere linke Gruppen angestoßen haben, sah vor, dass “der höchste von einem Unternehmen bezahlte Lohn nicht höher sein darf als das Zwölffache des tiefsten vom gleichen Unternehmen bezahlten Lohnes. Als Lohn gilt die Summe aller Zuwendungen (Geld und Wert der Sach- und Dienstleistungen), welche im Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit entrichtet werden.” Dazu sollte die Verfassung der Helvetischen Republik geändert werden. Heute ist die Initiative fulminant mit einer 2/3-Mehrheit abgelehnt worden.

Das mag ich an der Schweiz. Die Eidgenossen sind kluge und besonnene Menschen. Dort kennt man noch ein tiefes Empfinden für Eigentum und Gerechtigkeit. Der Vorschlag war viel weitreichender als er auf den ersten Blick erscheint. Er folgte dem Ziel einer Demokratisierung der Gesellschaft in allen Bereichen. Es sind die Ausläufer der 68er, die hier noch immer zappeln. Es soll nichts privat sein, alles dem Mehrheitsprinzip unterworfen werden, selbst private Vertragsbeziehungen.

Seitenwechsel!

Die große Koalition in Deutschland beschließt dieser Tage eine Frauenquote für Aufsichtsräte, gesetzliche Mindestlöhne und beschäftigt sich mit der Begrenzung von Managergehältern. Privat wird öffentlich. Individuell wird kollektiv. Freiheit wird Zwang. Recht wird Unrecht. Einen Trost gibt es: Die Idee des Sozialismus ist so alt, wie die menschliche Gesellschaft selbst, aber nicht älter.



4 Kommentare zu “12 zu 1 für die direkte Demokratie”

  1. FDominicus

    Sehr gut liebe Schweizer, nun ja ziemlich unsäglich Ihr “deutschen Politiker”.

  2. Bernd Palmer

    Die Initiative war ein Versuch, das Schweizer Wirtschaftssystem zu “sozialisieren”. Über die eventuellen Konsequenzen eines solchen Eingriffs in ein seit langem extrem gut funktionierendes System wurde nicht nachgedacht. Die Schweiz, eine (Hochpreis-) Insel im Meer der Grossmächte und insbesondere der EU erfreut sich seit jeher einer niedrigen Arbeitslosigkeit, einer relativen Schuldenfreiheit und einer gesunden Wirtschaft.

    Die nächsten Angriffe auf dieses Wirtschaftssystem sind bereits aufgegleist: Verfassungsinitiativen für Mindestlohn und bedingungsloses Einkommen.

  3. carl

    Die «Abzocker»-Initiative war eigentlich eine andere, nämlich die Eidgenössische Volksabstimmung «Gegen die Abzockerei», die auf Herrn Minder zurückgeht und im Gegensatz zur 1:12 Initiative auch angenommen wurde.

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