US-Libertäre ärgern sich über schlechte Presse. Einige sehen die Ursache in mangelhafter Abgrenzung zu reaktionären Elementen. Ein langes Portrait über den libertären Senator Rand Paul(Republikaner, Kentucky) der New York Times hat keine Schwierigkeiten ihm Verbindungen zu abseitigen Personen und Gruppen nachzuweisen. Klassisch liberale bzw. libertäre Intellektuelle fühlen sich dadurch in die falsche Ecke gedrängt.

Das Problem sei aber hausgemacht, so die übereinstimmende Analyse. «Wir haben die Beweise auf dem Silbertablett serviert», meint Steve Horwitz, Professor an der St. Lawrence University, über das Stück der New York Times. «Sie haben tatsächliche Verbindungen, auf die sie sich berufen können», so Horwitz weiter, «das erleichtert Schmierenjouralismus».

Der Skeptical Libertarian Dan Bier schlägt in dieselbe Kerbe. Es seien Libertäre, die Rassismus und paranoide Verschwörungstheorien in der Bewegung tolerieren, einladen und befördern, die «unsere faktische und moralische Glaubwürdigkeit zerstören, bevor wir die Debatten überhaupt führen können, auf die es ankommt».

Liberale sind verpflichtet, so Bier weiter, «diese hässlichen Elemente zu stellen und zu verurteilen». Am Ende dieser Auseinandersetzung soll es unvorstellbar werden, «dass die klassisch liberalen Werte Frieden, Toleranz und Freiheit jemals wieder mit ihnen in Verbindung gebracht werden».

Horwitz warnt mit Seitenblick auf die Nähe einiger libertärer Südstaaten-Nostalgiker: «Wenn du mit rassistischem, homophobem, neo-konföderiertem Feuer spielst, verbrennst du dich.»

Auch in Deutschland wird klassisch Liberalen immer wieder die Nähe einzelner Protagonisten zu reaktionären Elementen vorgeworfen. Damit kommen wir zum Leserservice (wir fragen, Leser antworten). Benötigt der klassische Liberalismus/Libertarismus eine Abgrenzung nach rechts?