Roland Nelles erklärt uns in Spiegel Online, daß das Auftreten der Scharia-Polizei in Wuppertal primär ein Männerproblem sei: schließlich seien auch die meisten Anhänger der NPD vorwiegend Männer. Die Männer hätten also ein Extremismusproblem das sich im Islamismus aber eben auch im Rechtsradikalismus zeige.
Plausibler dürfte allerdings die Erklärung sein das Männer einfach generell eher politisch aktiv werden. Parteimitglieder

sind generell überwiegend Männer (siehe Tabelle 15 hier) – ein Umstand der unter anderem die gegenwärtige Quotenwirtschaft motiviert hat. Nur bei der Wahlbeteiligung ist der Unterschied inzwischen wesentlich geringer; die Wahlbeteiligung selbst auch. Zusammenfassend lässt sich also sagen: Männer sind tendenziell politisch aktiver als Frauen. Diese Grundtendenz ist denn auch zeitlich konsistent und, von dezidiert feministischen Gruppen einmal abgesehen, über ideologische Grenzen hinweg gegeben. Nichts anderes dürfte der Beobachtung von Herrn Nelles zu Grunde liegen. Warum sollte auch die höhere männliche Teilnahme gerade bei den Salafisten ausbleiben?

Man kann nur raten, was Herrn Nelles dazu motiviert hat die islamofaschistische Provokation von Wuppertal offensichtlich verzerrt als Geschlechterproblem darzustellen. Vielleicht glaubt er das wirklich. Vielleicht hat er sich einfach nicht getraut, eine, mit einer ethnischen Minderheit konnotierte, totalitäre Ideologie in den Mittelpunkt der Kritik zu stellen. Wer das tut, läuft in Gefahr als rassistisch oder ‚islamophob‘ stigmatisiert zu werden. Besser also, die riskante Kritik hinter einer Nebelwand politisch korrekter Pietätsbekundungen zu verstecken.

Dabei handelt es sich bei der Wuppertaler ‚Scharia Polizei‘ nicht einfach um einen Streich irregeleiteter Halbstarker. Auch wenn es in Wuppertal bei verbalen Ermahnungen blieb, entfaltet diese Aktion ihr Bedrohungspotential dadurch das sie einerseits das Konzept einer islamischen Sittenpolizei heraufbeschwört, und damit die Rolle der säkularen Staatsgewalt in Frage stellt, während sie gleichzeitig an ähnliche Aktionen in London erinnert, bei denen die islamistischen Pöbeleien viel weiter ausarteten. Die Wuppertaler Provokation ist eine Gelegenheit bei der sich gerade die anti-autoritäre Linke an eine ihrer traditionsreichen Parolen erinnern sollte: „Wehret den Anfängen!“

Um das zu tun, kann man nicht umhin, den Gegner beim Namen zu nennen: der Islamismus ist keine subtile Randerscheinung postmoderner Geschlechterkonflikte, sondern eine durchweg reaktionäre und totalitäre Ideologie die sich in Deutschland bewusst und direkt gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet. Der Islamismus ist für das 21 Jahrhundert das was der Faschismus für das 20 Jahrhundert war: eine zentrale Gegenposition zur und eine existentielle Bedrohung für die zivilisierte, demokratische Gesellschaft. In einer wehrhaften Demokratie sollte er deswegen genauso geächtet werden wie der Nationalsozialismus.