Sage nie nie nicht jemand, dass wir den Bahr, den Daniel, nicht kritisiert hätten, wo es uns notwendig erschien – wie wir das immer mit FDP-Kämpen deren dicke Backen nur angewärmte Luft enthielten taten. Aber ich erlaube mir hier mal eine Lanze zu brechen für den FDP-Ex-Gesundheitsminister – und sie gegen die ungesunde Volksempörung zu wenden:

Daniel Bahr hat nach seinem (selbst mit-) verdienten Abgang aus dem Regierungsamt ein Jahr gewartet bis er einen Job in der freien Wirtschaft antrat. Er hat also die geforderte Karenzzeit eingehalten. Was hätte er auch sonst tun sollen? Im Bioladen anheuern?

these were the times...Die Perspektive im bezahlten politischen Überbau haben sie sich alle vergeigt, von der Boygroup. Mit der FDP wird in den nächsten Jahren nicht einmal mehr eine Praktikantenvergütung zu holen sein. Und dabei sind sie jung und brauchen das Geld. Nota bene: Bahr ist nicht wie der der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck (SPD) oder von (who the Fuck is CDU-Ex-Staatsminister im Bundeskanzleramt) Klaeden als „Politikberater“ zu einem Lobbyverband gewechselt, um weiter Kungel-Business zu betreiben oder in irgendeinem AOK-Gremium gut bezahlt dem Renteneintrittsalter entgegenzufiebern, anstatt es mit produktiver Arbeit zu versuchen. Nein, er will ins operative Management des privaten Krankenversicherers Allianz wechseln. Dass derlei durchaus auch schief gehen kann, hat das Scheitern von Robert Koch, hessischer Ministerpräsident a.D., als Bau-Vorstand gezeigt. Daniel Bahr gebührt Ehre für seine Risikobereitschaft. Im knallharten Versicherungsgeschäft kann er zeigen ob… er das auch nicht kann. Oder vielleicht doch.

Aber bei aller Häme und allem – manchmal durchaus berechtigten – Geschrei der politischen Konkurrenz, der (meist nicht anti-korporatistischen, sondern antikapitalistischen) „Lobbycontrol“-Lobbyisten und der medialen Meute wird allerdings allzu oft übersehen, dass das Problem genau andersrum liegt, nämlich darin,

dass der berufliche Karrierepfad zwischen Politik und Wirtschaft in Deutschland eine Einbahnstraße ist. Es sind immer wieder Unternehmen und Wirtschaftsverbände, die sich mit Ex-Politikern Kompetenzen, Netzwerke und Führungskraft einkaufen. Umgekehrt aber funktioniert der Transfer von Wissen und Erfahrungen nicht. (dw)

Hierin liegt die Crux der Regulierungswurstelei der Sozialisten aller Parteien begründet: Die Akteure sind gelernte Bürokraten. Sie haben keine Ahnung von Ökonomie. Sonst würden sie ja auch nicht versuchen, Wirtschaft zu „gestalten“, anstatt ihr Bestes zu tun Marktkräfte freizusetzen.

Herrn Bahr wünsche ich grosse Lernbereitschaft und viel Glück bei seiner Resozialisierung.