imageUpdate: inzwischen gibt es eine Stellungnahme von Facebook, siehe unten.

Die Facebook-Fanseite des bayerischen NPD-Landesverbands macht uns ein schönes Weihnachtsgeschenk und beklagt sich nach einer Intervention des Antibürokratieteams, dass Facebook sein virtuelles Hausrecht wahrgenommen hat. Für die Nationalsozialisten in Bayern ist die Fanseite mit knapp 9700 Fans ihr wirkungsvollster Propaganda-Kanal. Autoren und Freunde unseres radikalliberalen Autoren-Blogs hatten das amerikanische Unternehmen Facebook darauf hingewiesen, dass sein Eigentum für antisemitische Hetze gegen den Channukah-Leuchter vor dem Brandenburger Tor missbraucht wurde.

Daraufhin entfernte Facebook zunächst den Post, in dem das Brandenburger Tor mit dem neunarmigen Channukah-Leuchter zu sehen war. Bildunterschrift: „Finde den Fehler.“ Kurz darauf setzten die Nationalsozialisten noch eine weinerliche Beschwerde ab, der Post sei entfernt und einer ihrer Administratoren für 30 Tage gesperrt worden.

Keine Spur von Zensur in der demokratischen westlichen Welt!
Das Foto mit dem Brandenburger Tor und dem 10 Meter großen, geschmackvollen Chanukka-Leuchter davor hat wohl das Mißfallen einiger „Auserwählter“ erregt. Das Foto wurde von Facebook entfernt und unser Adminaccount für 30 Tage gesperrt!

Der NPD-Landesverband meint also, das Antibürokratieteam sei auserwählt. Wir freuen uns über dieses Weihnukkah-Geschenk der Auserwähltheit und haben gleich bei Facebook nachgefragt, wie das soziale Netzwerk es generell mit Nazis auf seiner Plattform hält. Den Artikel werden wir bei einer Antwort entsprechend ergänzen.

Shabbat-Shalom, Motherfuckers!

Update

Auf unsere Anfrage erklärt eine Unternehmenssprecherin:

Facebook ist kein Ort für die Verbreitung rassistischer Ansichten. Vielmehr ist Facebook eine Plattform, auf der sich Menschen über ein breites Spektrum von politischen Meinungen austauschen, und Diskussionen über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Rassismus und Rechtsextremismus sind ein wichtiger Teil davon. Facebook unterstützt verschiedene Aktionen und Initiativen. Dazu zählt beispielsweise no-nazi.net oder aktuell das Projekt 361 Grad Respekt. Darüber hinaus arbeitet Facebook z.B. mit „Laut gegen Nazis“ und „Netz gegen Nazis“ zusammen.

Für Facebook ist die Sicherheit der Menschen auf Facebook von höchster Priorität: Grundsätzlich ist es so, dass alle Inhalte, die gegen die Richtlinien verstoßen, umgehend gelöscht werden. Solche Inhalte werden aus einer Kombination von technischen Vorkehrungen, den Nutzern selbst und einem Team ausfindig gemacht. Wichtig ist hier, dass die Menschen auf Facebook jegliche Inhalte, die gegen die Richtlinien von Facebook verstoßen, melden können. Dies kann jederzeit und überall gemacht werden, d.h. es können z.B. Seiten, Personen, Gruppen, Fotos oder Kommentare gemeldet werden. Nachdem eine Meldung bei Facebook eingegangen ist, wird diese von einem Team überprüft und anschließend eine passende Maßnahme ergriffen.