Halten wir vorab fest: werte Frau Yasmin Fahimi, Generalsekretärin der SPD, Sie sind nach dem Studium direkt in die Politbürokratie gewechselt, haben noch nie in Ihrem Leben produktiv Werte für die Gesellschaft geschaffen, geschweige denn den Stress und die Zwänge als Unternehmer in der „freien“ Wirtschaft kennen gelernt.

Und dann Folgendes:

Der Mindestlohn ist eine historische Leistung, die lassen wir uns nicht kaputt machen. Vor allem nicht durch absurde Argumente. Wer es als Arbeitgeber nicht schafft, einen Stundenzettel ordentlich auszufüllen, ist entweder ein Gauner – oder schlichtweg zu doof. Das einzige, was mich an der aktuellen Diskussion freut: Jedem ist jetzt klar, wem Deutschland den Mindestlohn zu verdanken hat: der SPD.

(Quelle – Hervorhebung von mir)



Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich auch nur die geringste Ahnung, was es bedeutet sechseinhalb Tage in der Woche dafür zu schuften, sich seinen Lebenstraum von Selbständigkeit zu ermöglichen oder ein Familienunternehmen zu erhalten? Dabei die unzähligen Verbote, Gebote, Vorschriften, Anweisungen einer „an Haupt und Gliedern krebsfrässigen Bürokratie“ (Goethe) zu kennen und zu beachten, seien sie auch noch so widersinnig? Am Abend sind dann „Dokumentationspflichten“ und das Studium der einschlägigen Gesetzes-, Verordnungs- und Verordnungsausführungswerke angezeigt – wenn die Mitarbeiter und Menschen wie Sie längst ihren mehr oder weniger verdienten Feierabend geniessen. Und dann erdreisten Sie sich zu unterstellen, diese Unternehmer* seien Gauner oder doof? Dummdreister geht’s nimmer!

(*Mit „Unternehmer“ meine ich den Mittelstand, die kleinen Familienunternehmen und Startups, die nach wie vor die Masse der Arbeitsplätze und Innovationen in unserem Land schaffen. Nicht die Manager und Aufsichtsräte der staatsnahen Unternehmen, in die, nicht nur aber auch, die SPD ihre abgehalfterten und nicht weiter elektorablen Funktionäre entsorgt. Denen kommen Ihr Mindestlohn und die ganze Bürokratie, die er mit sich bringt, ganz recht – als Behinderung der kleinen lästigen Konkurrenz, die sich kein Heer von Buchhaltern, Anwälten und Beratern halten kann.)

Yasmin Fahimi, ich lade Sie gerne ein, mal einen Tag ab 6.30 morgens auf dem Acker eines Freundes zu schuften – Gärtner, er hat noch nie in seinem Leben eine Ihrer Subventionen, mit denen Sie sich Wohlverhalten erkaufen und Abhängigkeit zu schaffen versuchen, angenommen (ja, das sind die Leute, die Ihnen Ihre Biotomaten produzieren, die kommen nämlich ursprünglich nicht aus dem Denreeblmann…).

Und anschliessend dürfen Sie Stundenzettel ausfüllen bis 22.30. Aber bitte korrekt – es gibt da eine ganze Menge Regularien! – und die anstehende Betriebsprüfung mit vorbereiten. Bei der Gelegenheit auch gleich den polnischen und rumänischen Erntehelfern von letztem Jahr am Telefon erklären, dass es dieses Jahr nix mit dem Job bei ihm wird, weil er sich strafbar macht, wenn er mit ihnen einen Lohn aushandelt, den er sich leisten kann und mit dem sie zufrieden sind.

Ziehen Sie aber besser keine Stöckelschuhe an, der Arbeitsort ist kein Seminarraum oder ein Büro mit Designer-Möbeln, sondern die Küche (ist immer ein wenig dreckig da, die Jungs haben nicht soviel Zeit zwischen Geld zählen und über die nächste Gaunerei nachdenken). Am Ende des Abends können wir zusammen sicher besser beurteilen, wer doof und/oder ein Gauner ist. Und wer nicht. Deal? Das wird bestimmt ein Spass!

In einem möchte ich Ihnen aber dann doch zustimmen, abschliessend – jedem ist jetzt klar, wem Deutschland den Mindestlohn zu verdanken hat: der SPD.

Ihr Achim Hecht