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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Fragen der Ehre und des guten Geschmacks

Esther Scheiner, 30.08.2015

Es gab Zeiten, und die sind noch gar nicht so lange her, da lernte man die hohe Kunst der Diplomatie auf eigens eingerichteten Hochschulen. Meist war es ein Zweitstudium, dem in der Regel ein Studium der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften voraus gegangen war. Auch Historiker oder Politikwissenschaftler hatten eine gute Ausgangsbasis.

Nachdem der Botschafter der ranghöchste Vertreter seines Heimatlandes in einem anderen Staat ist, müssen ihm religiöse und kulturelle Gepflogenheiten seines Gastlandes bei Dienstbeginn zumindest rudimentär vertraut sein. Sicherheit auf dem gesellschaftlichen und diplomatischen Parkett kann man nicht wirklich erlernen, sie ist eine Frage des Charakters, die sich im Laufe der Zeit herausbilden muss. Dazu dienen die diplomatischen Lehrjahre, in denen der potenzielle Botschafter noch weitgehend in der zweiten Reihe auftritt.

Wer schon einem bei einem der obligatorischen Neujahrsempfänge des diplomatischen Corps bei einem Staatspräsidenten oder Ministerpräsidenten von Dienst wegen anwesend sein durfte oder musste, der kennt das Zeremoniell: Die Herren im Stresemann oder Cut, die Damen im kleinen Schwarzen, alternativ gilt die Landestracht für beide Geschlechter, der Klerus ist vertreten in Schwarz, aufgemaschelt mit dem jeweils angesagten Violett Ton, das Militär trägt zum Feldgrau die bunten Orden oder Ordensspangen, um doch auch nach was auszusehen.

Wer da dabei ist, der hat es geschafft, der darf sein Land in der ersten Reihe vertreten!

Es gibt im Leben des Botschafters Einsatzorte, die heiß begehrt sind und solche, die man entweder akzeptiert, weil man eine persönliche Nahebeziehung zu diesem Land hat, oder weil man sich davon einen Karrieresprung erhofft.
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Es ist wohl nur gerecht, wenn ich heute als “Rechter” beschimpft werde…

“Nur vordergründig geht es um den Wertestreit, das Lebenselixier einer freien Gesellschaft, sondern um die Machtprobe: Wer kann mit Sprechverboten die Deutungshoheit durchsetzen, um für die Klientel Status und Ressourcen an sich zu ziehen?” Die ZEIT bleibt, so scheint mir, eines der wenigen Medien, denen Rechtsstaatlichkeit nach wie vor etwas bedeutet: aus meiner Sicht findet […]

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