Rechtlich mag es vielleicht in Ordnung und im Sinne der Parlamentsordnung sein, wie Martin Schulz, Präsident Europasdes Europäischen Parlament mit dem griechischen Nazi Eleftherios Synadinos umgesprungen ist und menschlich kann man es angesichts der wirklich haarsträubenden Aussagen des genannten Herrn auch durchaus nachvollziehen, hier mit einer gewissen Härte zu reagieren. Mitleid wäre definitiv Fehl am Platz.

Nur ist die ganze Sache trotzdem höchst fragwürdig. Man sollte sich hier einfach mal die Frage stellen, wie man den umgekehrten Fall finden würde, ein Nazi-Präsident auf diese Weise missliebige Meinungen ausgrenzen würde. Und schon empfindet man die Reaktion als nicht mehr ganz so angemessen.

Mit Demokratie hat das Ausgrenzen einzelner Meinungen, so falsch und dämlich sie auch sein mögen, einfach nichts zu tun. Das eigentliche Problem ist allerdings: Mit so einer Aktion liefert man genau denen, die man eigentlich ausgrenzen möchte, ein Paradebeispiel dafür, wie widersprüchlich und halbherzig man die eigenen in Sonntagsreden immer hübsch hochgehaltenen Werte in Wahrheit behandelt.

Man fragt sich schon, welche tiefere Strategie eigentlich hinter der ganzen schulzschen Aktion stecken mag. Wäre es nicht klüger, wirkungsvoller und übrigens auch demokratischer gewesen, hätte man den Rassisten Synadios in den folgenden Reden einfach einen Rassisten genannt und ihn für seine Äußerungen völlig zurecht verurteilt? Wer braucht ein Parlament, in dem dessen Präsident „falsche“ Meinungen aussortiert, statt sich inhaltlich mit dem Mist auseinanderzusetzen, den der Kerl hier abgesondert hat?

Nazis mit Nazimethoden zu bekämpfen, funktioniert nicht.