„In 100% aller Amokläufe haben die Täter Schusswaffen verwendet. Also haben Amokläufe offensichtlich etwas mit Schusswaffen zu tun. Schusswaffen sind böse Gegenstände, die unbedingt verboten werden sollten; sie zwingen Menschen zum Töten. Wer Schusswaffen besitzt, ist irre, ein potentieller Terrorist und sollte vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Wer Schusswaffen gut findet, sollte gar nicht erst ins Land gelassen werden. Die zahlreichen friedlichen Schusswaffenbesitzer sind kein Gegenargument. Von ihnen müsste mindestens erwartet werden können, dass sie sich bei einem Amoklauf deutlich gegen Schusswaffen aussprechen. Da sie das nicht tun, darf ihr Schweigen als Zustimmung gewertet werden. Es sind potentielle Täter, deren archaisches Weltbild nicht mit einer freien und aufgeklärten Gesellschaft kompatibel ist.“ Felix Hau auf Facebook.


Nein, bitte erschrecken Sie sich nicht, werte Leser unseres liberalen Blogs. ich trete immer noch für eine Liberalisierung des Waffenrechtes ein. Es ist natürlich eine Übertragung: Ersetze „Schusswaffen“ durch „Muslime, die sich auf den Koran berufen“ und „Amokläufe“ durch Terror…

Der Besitz eines möglicherweise gefährlichen Gegenstandes (Knarre, Koran…) und Gewalttaten (Amoklauf, Terror…) hängen zusammen. Zwischen Opfern von Amokläufen und Schusswaffengebrauch besteht durchaus eine Relation. Aber keine Kausalität, wie Gegner einer Liberalisierung des Waffenrechtes oder – übertragen – diejenigen, die alle Muslime für den islamistischen Terror in Haftung nehmen wollen, unterstellen.

Nicht jeder – nicht einmal eine signifikante Minderheit – derer, die Waffen besitzen, können als potentielle Mörder oder Amokläufer behandelt werden. Ein wesentliches liberales Prinzip ist die individuelle Verantwortung. Kollektiven Verantwortung zuzuweisen ist eine Spezialität linker und rechter Sozialisten (Gruss an meine „antideutschen“ Freunde an dieser Stelle). Es wäre vermessen, von allen Jägern oder Biathlon-Läufern nach jedem Amoklauf eine Distanzierungserklärung anzufordern. Waffenbesitzer, die anschliessend jubelnd auf den Strassen laufen, wären allerdings durchaus kritisch zu betrachten, bzw. von den zuständigen Behörden zu beobachten, aus Sicht eines verteidigungsbereiten Rechtsstaates. Dies nur um Missverständnisse zu vermeiden.

Ebenso ist das mit den Muslimen: nicht dass sie Teppiche küssen und dabei Koransuren rezitieren, oder entsprechend ihrer Tradition halal speisen ist relevant. Sondern wie sie welche Handlungsanleitungen aus ihrer persönlichen Interpretation des Büchleins ziehen. Hassprediger und nicht integrierter Mob, die nach Terrorattacken Freudenkundgebungen veranstalten, wären in dieser Logik aufmerksam zu beobachten. Oder gegebenenfalls nach §§ 129a und/oder 130 StGB zu behandeln. Und im Sinne von Gewaltprävention ist aus meiner Sicht die islamistische Szene ebenso als Gefährdungspotential zu betrachten wie rechtsextreme Strukturen und „autonome“ Kreise des Linksextremismus. Narren wie die seltsame stellvertretende Vorsitzende der „Grünen Jugend“ (der Name ist mir entfallen und sicher auch ebenso unwichtig wie die Person), die das alles nicht so schlimm finden, weil… deutsche Faschos sind ja viel schlimmer!!… es ist ja eigentlich nur eine Reaktion auf Rassismus/Faschismus/whatever!!… am Besten gleich mit.

Natürlich kann ein derartiges Vorgehen Terrorakte nicht grundsätzlich verhindern. Absolute Sicherheit erfordert absolute Unfreiheit. DIES ist eine Kausalität! Ein Verbot des Islam könnte keineswegs islamistische Terrorakte ausschliessen – genauso wenig wie das restriktive Waffenrecht in Deutschland Schiessereien verhindert. Wer genug kriminelle Energie besitzt, beschafft sich eine illegale Waffe. Und wer die Offene Gesellschaft genügend hasst, agiert erstmal als Schläfer. Möchten Sie die Arbeit des Verfassungsschutzes erschweren? Verbieten Sie die NPD!

Muslimische Religionsausübung zu untersagen oder gar Gläubige ausweisen zu wollen (was, btw., ist mit deutschen Muslimen der dritten Generation oder Konvertierten? Internierungslager?) entspricht exakt dem naiven (oder: bösartigen) Argumentationsmuster derer, die genauso wenig rechtsstaatlich denken – von „liberal“ mag ich in diesem Fall gar nicht mehr sprechen – wie Antifakämpen, die jeden Trottel mit Grossdeutschlandsyndrom dem Strafrecht und/oder dem Volkszorn zuführen möchten.

Think about it, Kreuzritter und Waffenverbotsfanatiker.

Bild Wikimedia Commons PD