Wer hätte das gedacht – die Berliner Grünen machen einen freiheitlichen Wahlkampf. Das könnte man jedenfalls meinen, wenn man einen ersten Blick auf eines ihrer Wahlplakate wirft. Sehen wir mal von der Formulierung ab, mit den sich die Grünen wohl bei den bildungsfernen Produkten des von ihnen gestalteten Bildungssystems anbiedern wollen: Tatsächlich sind glauben Glauben und Sexualverhalten Bereiche, die zum Freiheitsraum jedes Menschen gehören. Es geht die Mitmenschen nichts an, was ein Mensch glaubt und wie er kopuliert. Und erst recht geht es den Staat nichts an.

Quelle: https://gruene.berlin/sites/gruene.berlin/files/benutzer/erik.marquardt/seite-8-offene-gesellschaft-final.jpg

Doch hier hört das Argument der Grünen bezeichnenderweise auf. Sie wollen eine Freihet, von der entscheidende Komponenten amputiert wurden und die damit nur noch eine Illusion ist, eine weit verbreitete dazu. Denn bei den anderen Komponenten der Freiheit denken die Grünen ganz andern.
Ein paar Beispiele:

Sie unterstützen Hausbesetzer, Mietpreisbindung, Mietspiegel, den Spietzeldienst gegen sogenannte Zweckentfremdung und viele andere Instrumente, mit denen die Eigentums- und damit die Freiheitsrechte von Eigentümern eingeschränkt werden.

Sie unterstützen den staatlichen Zugriff auf Kontodaten und eine möglichts weltweite Überwachung von Geldströmen.

Sie unterstützen staatliche Eingriffe in die Ernährungs- und Kosumentscheidungen der Menschen, natürlich immer mit zielgruppengerecht formulierten Umwelt-, Klima und Gesundheitsbegründungen.
Mit Vertragsfreiheit haben sie wenig am Hut – weder bei Arbeits- noch bei Mietverträgen. Sie glauben letztlich nicht daran, dass Menschen immer und überall ihre eigenen Entscheidungen treffen können und ttreffen sollten.

Das ändert nichts daran, dass die beiden Punkte, die sie in ihrem Slogan machen, verteidigenswert sind.
Doch lässt man die anderen Punkte weg, geht die Grundlage der Freiheit verloren. Was die Grünen predigen, entspricht genau dem Konzept „Brot und Spiele“. In einigen ausgewählten Bereichen dürfen die Menschen Entscheidungen treffen – dann unterwerfen sie sich umso mehr der staatlichen Erziehung und Enteignung auf anderen Feldern.

Der Traum davon, ungehindert beten und Sex haben zu können, aber ansonsten die Entschedungen andere treffen zu lassen, ist kein Freiheitstraum. Es ist der Traum von einer Welt aus Bevormundung und Erziehung durch vorgeblich wohlmeinende und vorgeblich gebildete Eliten, in der die Verantwortung für das eigene Leben keine Rolle mehr spielen.

Eine Welt der Freiheit würde der Überschrift entsprechen, dazu gehört natürlich noch:

Dein Körper? Dein Ding!

Deine Verträge? Dein Ding!

oder ganz einfach:

Dein Eigentum? Dein Ding!