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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Freiheit au revoir. Keine gute Idee.

Tommy Casagrande, 13.03.2017

Über die Zwangs-Kollektivierung von Identität und weitere Probleme.

In vielen anderen Ländern Europas und der Welt, die Frage nach der nationalen Identität gestellt. “Wer sind wir? Oder besser gesagt: Wer möchten wir eigentlich sein?”, wird hitzig und populistisch diskutiert. In Wahrheit ist die Frage falsch gestellt. In Wahrheit, müsste die Frage lauten: “Was wollen wir sein?”. Wenn gesellschaftliches Miteinander funktionieren will, kann es darauf nur eine einzige Antwort geben. Frei.

Faktum ist: Ein jeder Mensch ist ein Individuum. Es kann niemals irgendwo und irgendwann eine zwangskollektivistische Identität geben, die es vermag, die Tatsache weg zu wischen, dass Identität eine Frage der individuellen Persönlichkeit ist. Das Recht auf Freiheit qua Selbsteigentum erlaubt es dem Individuum, sich freiwillig als Mensch mit einer Bewegung oder einem Interesse zu identifizieren. Freiwillige Identifikation ist die einzig legitime Form von Identität. Jede zwangskollektivistische Form, die durch Androhung oder Ausübung von (staatlicher) Gewalt darin unterstützt, Individuen zu einer Konformität zu zwingen, die nicht der persönlichen Natur und des Selbstbestimmungsrechts des Individuums obliegen, ist ein Unrecht.

Hans ist Hans, Klaus ist Klaus, Peter ist Peter. Sie alle haben ihr eigenes Wesen, ihre Identität. Sie alle fühlen sich zugehörig zu einer Bewegung oder einem Interesse auch sie fühlen sich nicht zugehörig. Vielleicht gibt es zwischen ihnen Überschneidungen, doch sind diese nicht zwingend. Sie können auch sehr gegensätzliche Menschenwesen sein.

Kulturelle Einflüsse können eine Identität mitbestimmen, aber das ist nicht determinierbar. In einer Kultur der Aufklärung wird es immer Menschen geben, die ihre eigenen Vorstellungen von der Welt haben, genauso wie es andersherum in einer Kultur der Verklärung Menschen gibt, aus denen heraus ein Gegentrend geboren wird. Kultur ist kein Automatismus. Eher ist es ein Kompass, der mal mehr und mal weniger Einfluss auf die Orientierung des Individuums nimmt. Da Menschen Individuen sind, verbietet sich die Frage nach einer absolutistischen Formel. Die einzig legitime, weil mit dem Recht und der Wissenschaft über das menschliche Wesen in Einklang stehende Formel “wer wir sind” kann daher nur lauten: “Wir sind Individuen !”.
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