In verschiedenen online Zeitungen sowie auch Ärzteblättern ist zu lesen, dass der Kampf gegen das Rauchen intensiviert werden müsse. China wird als Beispiel herangezogen, wo es trotz Rauchergesetze immer noch nicht geschafft wird, die Menschen vom rauchen abzubringen. Eine spezielle App soll nun sogar das Denunziantentum fördern, indem Gäste mit ihrem Handy in China von rauchenden Gästen Fotos machen können, die dann an die jeweilige Stelle/Behörde zugeschickt wird. Das Restaurant bekommt dann ein Bußgeld aufgebrummt.

Argumentiert wird einerseits mit der Gesundheit der Menschen sowie den steigenden Kosten bei gesundheitlichen Problemen für das staatliche Gesundheitssystem.

Punkt 1.

Jeder Mensch gehört sich selbst. Jeder Mensch ist Herr und Frau seines eigenen Körpers und darf damit tun und lassen was er oder sie möchte. Jeder darf selbst entscheiden wie gesund er mit sich selber umgehen will. Denn am Ende sterben wir alle, gleichgültig wie gesund wir auch versucht haben, zu leben. Am Ende steht der Tod. Darum ist nur ein freies Leben ein wertvolles Leben. Wenn man unfrei ist, lebt man nur das Leben eines anderen oder vieler anderer aber nicht sein eigenes. Man lebt nur im Sinn und Zweck anderer aber nicht für sich selbst. Genauso gut hätte man niemals geboren werden brauchen, da ein Roboter ohne innere Zerissenheit weitaus besser sich den Forderungen anderer Menschen unterwerfen kann als ein Mensch, der selbst entscheiden möchte, wie er mit sich selber umgeht.

Natürlich ist es für jeden Menschen tragisch, wenn er krank wird, doch wenn man ehrlich ist, kann man nicht wissen, wann man wodurch krank wird, da es immer Beispiele für gegenteilige Annahmen gibt. Die Faktoren Genetik und Umwelt sind von Mensch zu Mensch schlicht unterschiedlich, das heißt, individuell. Prognosen sind darum schwer, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Was noch zu beachten ist, ist die Tragweite dieser Argumentationsformel. Denn Heute noch ist es das Rauchen, welches als Übel stigmatisiert wird. Morgen kann es der Alkohol sein. Übermorgen ist es dann der Konsum des Internets. Und einen Tag später vielleicht der „falsche“ Freundeskreis ? Wo hört es auf ? Theoretisch nirgendwo. Es gibt kein Ende. Es kann immer noch etwas als „ungesund“ definiert werden. Das bedeutet nicht, dass nicht jeder Mensch für sich selbst entscheiden soll, was er als gesund oder ungesund erachtet. Doch sollte all das nicht politisiert werden.

Soll heißen: Jeder Mensch muss selber entscheiden, wie er leben möchte. Menschen zu einem gesunden Lebensstil zu zwingen ist genauso Unrecht wie Menschen zu einem ungesunden Lebensstil zu zwingen.

Punkt 2.

Die Argumentation steigender Kosten für das staatliche Gesundheitssystem münden, wenn man es konsequent durchdenkt in einem totalitären Anspruch, die Verhaltensweisen von Menschen kontrollieren und steuern zu können. Annahmen und Wahrscheinlichkeiten werden herangezogen um dann ein Verhaltensprogramm zu entwerfen, dass den Menschen als Do´s und Don´t ´s auferlegt werden soll. Die Lösung dieses Problems liegt in einer Entstaatlichung des staatlichen Gesundheitssystems. Es muss zugelassen werden, dass ein freier Markt sich entwickeln kann, der Krankenkassen und Versicherungen hervorbringt zwischen Anbietern unterschiedlicher Qualität und Preisklassen, sodass ein marktwirtschaftlicher Wettbewerb entstehen kann, der selbst im unteren Segment die bestmögliche Qualität zum geringstmöglichen Preis anbietet. Da die Marktwirtschaft kein zementartiges Gebilde ist, entwickeln sich die Qualität, wie auch der technologische und medizinische Fortschritt stets weiter. Bleibt Gesundheit dagegen in den Händen staatlich organisierter Interessengemeinschaften, nehmen die Kosten stets zu, während die Qualität sich nicht in dem Maße weiterentwickelt, wie es Anbieter tun können, die im Wettbewerb stehen. Schon heute können sich mehr und mehr Menschen das staatliche Gesundheitssystem nicht mehr leisten. Aufgrund der Zunahme von Kosten und der Alternativlosigkeit die es dank Verstaatlichung dieses Marktbereiches gibt, bleibt den Menschen ohne Krankenversicherung nicht viel anderes übrig als zu hoffen, dass sie das Glück haben, gesund zu bleiben.

Punkt 3.

In einem freien Markt für Gesundheit, hat jeder die Freiheit so zu leben wie er möchte, bezahlt aber auch selbst für die Kosten, die er verursacht. Da jeder eine Auswahl an Anbietern hätte, die auf einem freien Markt entstehen würden, ist anzunehmen, dass die Kosten nicht astronomische Höhen erreichen würden. Denn Wettbewerb tendiert dazu, Preise zu senken. Das gilt eben auch bei technologischem und medizinischem Fortschritt, der bei Behandlungsmethoden und Medikamenten zum tragen kommt.

Wichtig ist bei alledem, dass niemand anderer als man selbst, die eigenen Kosten zu tragen hat. Im Umkehrschluss bedeutet es auch, dass niemand Angst davor haben muss, von anderen Menschen denunziert zu werden, die einen dabei fotographieren, wie man etwas „verbotenes“ tut.