Bereits vor neun (9!) Jahren war für Interessierte nachzulesen, wie die US-Politik zur Klimapolitik steht. Man muss im Grunde nur die Namen austauschen.

Die Resolution wurde mit 95 zu 0 Stimmen angenommen.

Niemand im Senat konnte sich für Kyoto, äh, erwärmen. Ob Demokrat oder Republikaner, Umweltfreak oder Industrieförderer, ob von der Westküste oder der Ostküste, ob aus dem rust belt oder sun belt, der Senat stimmte geschlossen gegen einen Beitritt. Gore setzte zwar im Dezember symbolisch im Namen der USA seine Unterschrift unter das Dokument, aber die Regierung Clinton verzichtete darauf, dem Senat den Vertrag zur Ratifizierung vorzulegen. Man muss ja nicht jede Blamage mitnehmen.

Aber warum wird dann Bush ständig dafür verantwortlich gemacht, dass die USA bei Kyoto AWOL sind, selbst unter Leuten, die ihn nicht als den Teufel in Menschengestalt sehen?

Und zur deutschen Falschwahrnehmung:

Speziell in Deutschland steht dem Verständnis zusätzlich die amerikanische Gewaltenteilung im Wege. Da in der Bundesrepublik die Mehrheit in der Legislative auch die Exekutive stellt, ist es für Deutsche oft schwer zu verstehen, dass der Kongress eine unabhängige und mächtige Größe ist. Hierzulande ist der Regierungschef das bestimmende Element – wenn Kanzlerin Angela Merkel sagt, wir machen das, dann wird das auch gemacht.

Ein amerikanischer Präsident kann von so viel Macht nur träumen. Ob Clinton oder Bush oder wer auch immer für oder gegen Kyoto sind, ist schnurz, so lange der Senat sagt: No way, José.