Gegenwärtig gehört es zum guten Ton über die EU zu schimpfen. Das mag manchmal berechtigt sein, manchmal vielleicht nicht. Vollkommen unglaubwürdig ist es aber dazumal, wenn die Bestrebungen „Small is beautiful“, nicht konsequent durchzogen werden. Beim Wasserkopf eines Zentralstaates stehen zu bleiben, fördert weder den politischen, noch den ökonomischen Wettbewerb.

Die Macht des Zentralstaates zu kürzen, zugunsten der Macht von Bundesländern und in weiterer Folge zugunsten der Macht von kleinen Gemeinden, letzten Endes zugunsten der Macht des Einzelnen über sein eigenes Leben, würde dafür sorgen, dass Entscheidungen über das Leben der Menschen, näher am Leben der Menschen selbst stattfinden.

Ein größerer Wettbewerb würde erlauben, innerhalb eines Kulturkreises ohne größere Integrationsschwierigkeiten, mit den Füßen darüber abzustimmen, welche politischen Ideen, dem Wohlergehen der Menschen mehr zuträglich sind und wo sich politische Ideen ändern müssen, wenn sie nicht verursachen wollen, dass Landstriche sich entvölkern.

Im antiken Griechenland gab es freie Städte. Sie waren sozusagen die Geburtsorte der Demokratie. In den mittelalterlichen Kommunen Italiens und den Reichsstädten Deutschlands, konnte sich das Individuum am ehesten entfalten.

Aufgrund dieses Wettbewerbes, existieren heutzutage in Europa viele Orte mit einem ansehnlichen Stadtkern.

Das bedeutet, wer sagt „Small is beautiful“ darf nicht beim Zentralstaat stehen bleiben sondern muss darüber hinaus gehen. Alles andere ist inkonsequent. In diesem Sinne ist zu beobachten, gegen wen man einmal die eigenen Argumente (die gegenwärtig auf die EU übertragen werden) anführen wird müssen. Jene Brexit-Befürworter die das Prinzip der Selbstverwaltung in den Vordergrund gestellt haben, dieses gleiche Recht Schottland aber nicht zubilligen wollen, sind ein solcher Fall.