Der Ramadan-Friedensmarsch ging in die Hose. So viel steht fest. Aber für mich ist das nicht so schlimm. Wenn morgen wie aus dem nichts massenhaft liberale, atheistische Bayern-Fans Terroranschläge im Namen des Liberalismus, Atheismus und des FC Bayern begehen würden, würde ich kein Verlangen empfinden, auf die Straße zu gehen, um dagegen zu demonstrieren. Ich würde einfach keine Mitverantwortung für die Taten spüren, denn ich habe nie zu Gewalt aufgerufen (außerdem halte ich Demonstrationen grundsätzlich für eine meist überflüssige Sache, aber das ist ein anderes Thema). Wenn also tatsächlich säkulare, moderne Muslime zuhause bleiben und lieber fernsehen anstatt stundenlang irgendwelche Plakate zu halten, finde ich das nicht verwerflich.

Viel schlimmer finde ich das hier:

Lamya Kaddor, eine der Initiatoren des Marsches, hat es geschafft, als Lehrerin den radikalen Hass ihrer eigenen Schüler komplett zu ignorieren, obwohl sie ihn direkt zu Ohren bekam. Die Schüler in ihrem Unterricht forderten Geert Wilders‘ Enthauptung, und Kaddor meinte nur …

‚Ich würd ihn schon ganz gerne tot sehen‘, letztlich hat es so keiner ausgesprochen.

… obwohl die Schüler es natürlich so ausgesprochen hatten. Und das ist ein großes Problem. Wenn massenhaft liberale, atheistische Bayern-Fans Terroranschläge im Namen des Liberalismus, Atheismus und des FC Bayern begehen würden, würde ich eins definitiv nicht tun: Den Terror verharmlosen oder das ideologische Ziel teilen, dem die Terroristen anhängen. Bei Muslimen sehe ich das zu großen Teilen nicht. Das ist das, worüber geredet werden sollte.

Kaddor ist ein Paradebeispiel für einen Muslim, der den Islamismus verharmlost, und ihre Schüler sind ein Paradebeispiel für Muslime, die die Ideologie der Terroristen teilen, selbst wenn sie nicht eigenhändig zur Machete greifen oder in den LKW steigen. Die Teilnehmer des Marsches gehörten wohl überwiegend der ersten Fraktion an, denn obwohl sie als „ein Zeichen von Muslimen gegen den Terror“ gemeint war, wurde sie am Ende doch nur zur Reinwaschung des Islams und zur Kultivierung der eigenen Opfer-Rolle benutzt, wie die Statements der Teilnehmer zeigten. Es gab kaum Anteilnahme mit den Opfern, dafür aber viel Gerede darüber, wie friedlich der Islam und wie furchtbar Islamophobie sei.

Noch gefährlicher ist die zweite Fraktion. Der niederländische Soziologe Ruud Koopmans hat aufgrund verschiedener Datensätze analysiert, dass etwa 40-50% der Muslime in Westeuropa islamistische Ansichten teilen, wie z.B. die Forderung der Todesstrafe für Apostaten, des Verbots von Blasphemie oder Homosexualität, Verständnis für Zwangsheiraten und Ehrenmorde oder extremen Antisemitismus. Von diesen 40-50% sind sicher nicht alle gewaltbereit, und nicht alle Gewaltbereiten werden am Ende wirklich Gewalt anwenden. Aber sie teilen das ideologische Ziel der Islamisten. Wie soll z.B. ein Muslim, der die Todesstrafe für Apostaten fordert, sich ernsthaft von den Dschihadisten in Syrien distanzieren?

Ich erwarte also von Muslimen nicht, dass sie auf die Straßen gehen, um gegen den Terror zu demonstrieren. Es würde mir schon mehr als ausreichen, wenn sie nicht selbst islamistische Ansichten teilen oder den Islamismus verharmlosen würden. Das wäre schon ein großer und vielleicht tödlicher Schlag gegen diese Ideologie. Davon sind wir aber weit weg. Die ideologischen Unterstützer und die Verharmloser dominieren den Islam in Europa. Es gibt die Kaddors, die, obwohl sie selbst säkular und modern leben, jede Gefahr von ihren radikalen Glaubensbrüdern kleinreden, und die Schüler von Kaddor, die diese radikalen Glaubensbrüder sind. Beide werden die Terroristen nicht aufhalten.