Menschen haben unterschiedliche/individuelle/subjektive Werthaltungen, Präferenzen, Vorlieben, Geschmäcker und Bedürfnisse. Da Menschen zueinander keine Klone sind, auch dann nicht, wenn man oberflächlich betrachtet meint, sie seien durch Rasse, Hautfarbe, Nationalität, Kultur, Religion, Sprache etc. „geeint“, unterscheiden sich Menschen stets zueinander, über alle Aggregate (Schubladen) hinweg – in die man Menschen hineinfassen kann. Man spricht davon, dass Menschen Individuen sind.

Werthaltungen, Präferenzen, Vorlieben, Geschmäcker und Bedürfnisse können sich im Laufe der Zeit ändern. Es ist unvorhersehbar, bei welchem Menschen sich was davon an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit, in welchem Jahr in welche Richtung ändert. Niemand ist übermenschlich genug, um das wissen zu können. Oft kann es dabei einen Wandel geben der nicht linear ist. Einmal nach vorne, dann zwei mal zurück, dann drei mal nach vorne usw. Und bei jedem Menschen ist das noch einmal anders. Will heißen, Menschen ändern sich, können sich ändern, manchmal vielleicht auch nicht, andere dagegen wieder mehr. Der Mensch ist ein Individuum und demzufolge ein spontan-dynamisches Lebewesen. Darum lassen sich Vorhersagen über die Zukunft so schwer treffen, darum ist das System einer Planwirtschaft nicht menschengerecht.

Aus all dieser Individualität heraus entsteht Handel. Handel ist die Übereinkunft von Menschen, die mit einer ungleichen Bewertung zueinander finden. Würde die Bewertung gleich sein, käme es nicht zu einem Handel. Der Handel setzt die Ungleichheit von Bewertungen vorraus. Wenn Person A einen Teppich anbietet und Person B dagegen einen Tisch anbietet, kommt es nur zum Tausch, wenn Person A den Tisch höher bewertet als den Teppich und Person B den Teppich höher bewertet als den Tisch. Das nennt man Ungleichheit der Bewertungen.

Aus der subjektiven Bewertung heraus entsteht ein Phänomen, dass man Preise nennt. Preise sind das organische (jederzeit änderbare) Zwischenergebnis real existierender Bedürfnisse von real existierenden Menschen. Und auf Grundlage von Preisen widerum handeln Menschen ihre Bedürfnisse miteinander aus, treffen Entscheidungen, überlegen ob sie unternehmerisch tätig werden oder in welchem Bereich des menschlichen Lebens sie sich unternehmerisch engagieren wollen.

Um die Grundlage zu verstehen, auf der ein freies gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben aufgebaut sein muss, benötigt es das Verständnis der subjektiven Wertlehre, wie sie vom österreichischen Genius Carl Menger einst entdeckt wurde. Gerade in einer Zeit, die darum eine Wende zu nehmen scheint, weil es vielen Menschen an einer intellektuellen Aufklärung durch die mittlerweile verstaubten Geistesgrößen mangelt, gewinnen Tendenzen an Oberhand, deren Alternative keine wirkliche Verbesserung und Linderung gesellschaftlicher und menschheitlicher Probleme verspricht.

Die Kritiker von marktwirtschaftlichen Lösungsansätzen, die mit einer Planwirtschaft sympathisieren, sperren die Tatsache, dass es sich beim Lebewesen Mensch um Individuen handelt, aus ihren Nachdenkprozessen aus. Dass die Individualität des Menschen bedeutet, sich auf Bedürfnisse zu legen und nicht einfach bei der Variabilität von physiognomischen Erscheinungen endet, bekleckert sich beim Nachdenkprozess jener Menschen selten mit Ruhm. Mit planwirtschaftlichen Ansätzen, Methodiken, Aspekten oder allgemein jener Theorie zu sympathisieren, übergeht man die menschliche Individualität und Vielfält. Man verhindert und blockiert freie Tauschbeziehungen auf Grundlage individueller Wertepräferenzen und Bedürfnisse. Die daraus resultierenden Preise sind alles andere als frei zustande gekommen und sind in diesem Sinne als verzerrt zu betrachten. Diese verzerrten Preise können ihrerseits für weiteres unternehmerisches Handeln kein taugliches Instrument und Kompass sein um die eigenen, weiteren unternehmerischen Schritte zu wählen, die widerum das Ziel und Zweck verfolgen, auf die Nachfrage Bezug zu nehmen. Angebot und Nachfrage driften auseinander und es klaffen Lücken und Schieflagen auf, die mehr und mehr Mitglieder einer solchen Gesellschaft frustriert und in Folge dessen wütend macht.

Zudem setzt der Ansatz einer Planwirtschaft einen Menschentypus vorraus, der mit dem Verständnis eines Menschen, wie er aus den Prozessen des Lebens sich gebildet hat, nichts zu tun hat. Roboter, Maschinen, bedürfnislose programmierbare, schmerz- und leidunemfpindliche Blech- und Stahlgeschöpfe kann man in planwirtschaftlichen Systemen halten. Wenn ein Roboter zu wenig zu essen hat, stört es ihn nicht. Wenn ein Roboter keine Wohnung hat sondern auf der Straße steht bis er verwittert, stört es ihn nicht. Menschen dagegen stören sich daran sehr wohl – und das zurecht.

Umso größer die Möglichkeit der Menschen ist, unbeeinträchtigt von staatlicher Gesetzgebung, staatlicher Bevormundung, staatlicher Gewalt, also frei vom Staat Bedürfnisse mit anderen Menschen aushandeln zu können, desto menschengerechter und organischer, entwickeln sich Preise, die widerum Grundlage für den weiteren Aufbau einer Zivilisation mit menschlichem Antlitz sind.