Rahim Taghizadegan hat ein Buch über „Linke&Rechte“ herausgebracht.

Durch dieses Buch kann man über die legitimen Vorstellungen menschlicher Lebensentwürfe und auch über legitime Organisationsmodelle von Vergesellschaftung lesen.

Was mir als Anarchokapitalisten sofort bewusst ist: An sich sind rechte und linke Lebensbilder vollkommen legitim. Sie werden aber sofort zum Problem, wenn über das Gewaltmonopol allen Menschen die im staatlichen Territorium leben, die Lebensbilder der jeweils einen Gruppe, einer anderen aufgezwungen werden. Logischerweise muss es zu Protest und Widerstand führen. Dies gilt selbstverständlich ebenso für religiöse Ansichten.

Die einzige dauerhafte Lösung ist eine Entstaatlichung des gesellschaftlichen Zusammenlebens, des staatlichen Territoriums und all der staatlichen Strukturen die es gibt. Das klingt utopisch und fern, ist aber die einzig wirklich nachhaltige Lösung. Die Strukturen müssen sukzessive dezentralisiert werden, so lange, bis am Ende das Individuum sein eigener Herrscher ist und innerhalb der Grenzen der Eigentumsrechte handeln kann.

Alle anderen Visionen und Modelle funktionieren nicht wirklich. Sie leben von günstigen Zeiten und Momenten, in denen die ideologischen Grabenkämpfe durch die Möglichkeit, Wohlstand zu erwerben, einen gesellschaftlichen Kitt herstellen. Der Kitt einer Gesellschaft die durch staatliche Strukturen gekennzeichnet ist, liegt in der Möglichkeit durch möglichst freien Kapitalismus, die Teilhabe aller Individuen am Kuchen zu ermöglichen und jedem Einzelnen die Chance zu geben, gesellschaftlich aufzusteigen. Wenn dieser Kitt abgeschliffen und verloren geht, kann auch kein Umverteilungsapparat den zunehmenden Frust und die Wut über verlorengehende Lebensperspektiven auffangen.

Die einseitige Hasstirade gegenüber Linken oder Rechten ist ungenügend um eine freie Gesellschaft zu etablieren. Kritisiert werden muss der Etatismus. Wollen Menschen linker oder rechter Lebensbilder für sich selbst, in Ruhe gelassen und andere in Ruhe lassend, ihre Vorstellung von Leben verwirklichen, so sollte es das Anliegen eines jeden Einzelnen sein, eine Gesellschaft zu schaffen, die jene Freiheiten ermöglicht. Denn die Freiheit des anderen ist immer auch die Freiheit von einem selbst.

Die Prämisse für eine Gesellschaft die im Frieden leben möchte, lautet: So wenig Staat als möglich und am besten gar keiner.

Freiheit, Frieden und Wohlstand bedingen einander.