Die Identität von Linken und Rechten gleicht sich. Nicht bis hinter das Komma aber strukturell. In beiden Fällen handelt es sich um Etatisten. Das ist ihr Haupterkennungsmerkmal. Etatist bedeutet, ein Mensch glaubt an die Allmacht des Staates und egal was gerade medial diskutiert wird oder was ihn persönlich stört, der Staat soll Gesetze verabschieden und alles und jeden fortlaufend verbieten. Das ist das Erkennungsmerkmal von einem Etatisten. Etatisten sind links wie rechts, bauen die Zivilisation ab anstatt dass sie diese aufbauen, geben der jeweils anderen Richtung die Schuld oder suchen gleich in der nicht limitierten, gefesselten, begrenzten, regulierten Freiheit, die immer wieder nur eine kleine Restfreiheit ist, den Sündenbock, damit man dem Staat auch noch die letzte Macht über alle gesellschaftlichen Körperteile zusprechen kann.

Es macht mich traurig, wenn sich Menschen oberflächlich, fern jeder theoretischer Belesenheit, im Kreis drehen ohne die Wahrheit zu suchen. Die Wahrheit ist, dass seit Jahrhunderten, und man kann historisch nachverfolgen wie viel immer wieder falsch gelaufen ist, andauernd der Wahn der Staatsgläubigkeit, ein Unheil nach dem anderen heraufbeschworen hat. Wirtschaftskrisen, Kriege, soziale Missstände, egal was es war, der Staat und alle die an ihn glaubten, Linke wie Rechte, haben immer alles getan, damit es zur Katastrophe kam. Sie haben natürlich niemals geglaubt, dass es zu Katastrophen kommen wird. Und genau in diesem Punkt haben sich die Menschen über Jahrhunderte leider nicht einen Millimeter geändert. Man kann es predigen, Jahr um Jahr, von Morgens früh bis Abends spät, es ist eine Sisyphusarbeit den Menschen zu erklären, wie eine staatenlose Ökonomie funktioniert und wie jeder staatliche Eingriff dieses Ideal einer freien Ökonomie, die gemeinhin als (Anarcho)Kapitalismus bezeichnet wird, in eine Schieflage bringt, sodass Menschen mit jedem zusätzlichen Eingriff des Staates es immer schwerer haben, ein gutes Leben sich selbst zu erarbeiten. Umso mehr der Staat eingreift, desto mehr schreien die Menschen nach dem Staat, weil dieser für sich und vor den Menschen reklamiert, die Macht zu haben, um die Welt, die Gesellschaft, das Leben zu ändern. Den Menschen wird diese Macht über das eigene Leben genommen, umso mehr Menschen der Meinung sind, der Staat sollte diese Macht erhalten.

Die Macht des Staates einerseits ist daher die Ohnmacht der Menschen andererseits. Und in dieser Ohnmacht organisieren sich die Menschen lediglich nur noch in dem Sinne, dass sie versuchen, Einfluss auf die staatlichen Aktivitäten zu nehmen, nicht aber, diese zu unterbinden und zurückzudrehen.

In der Philosophie der klassisch liberalen Denker und Philosophen lässt sich einzig jene demütige Weisheit gegenüber der Anmaßung von Macht und Wissen finden, die dazu fähig wäre, eine neue intellektuelle Kultur hervorzubringen. Denn ohne einen Wandel des Geistes, wird es sehr schwierig, einen Wandel der Realität zu erwirken.