Denkmäler werden mit hohen Kosten errichtet, attackiert und verteidigt. Sie sind Auslöser von öffentlichen Auseinandersetzungen. Es geht darum, ob für eine bestimmte Person an einem öffentlich zugänglichen Ort ein Denkmal errichtet werden soll oder auch darum, ob ein bestehendes Denkmal weiter bestehen oder entfernt werden soll. Die Geschichte bietet dafür viele Beispiele. Kürzlich lieferte die geplante Entfernung einer Statue von Robert E. Lee in Charlottesville den Anlass für Demonstration und Gegendemonstration.

Historische Gestalten erfahren immer vielfältige Bewertungen. Das ist besonders dann so, wenn es um Personen geht, die ihren Ruhm im politischen und militärischen Raum gesammelt haben. Diese Bewertungen sind von politischer Konjunktur und Macht, von vorherrschenden öffentlichen Meinungen und nicht zuletzt von Gruppeninteressen und -identitäten abhängig. Bei jedem Denkmal gibt es Menschen, die die in meist bescheidener künstlerischer Qualität dargestellten Helden verehren und solche, die sie ablehnen oder gar verachten. Die Mehrheitsverhältnisse können sich dabei ändern und tun das auch.

Doch das ist das Wesen des Zusammenlebens freier Menschen: Sie haben verschiedene Positionen zu vielen Dingen, auch zur Geschichte und dazu wer „Helden“ waren und wer verachtenswerte Gestalten. Solange sie diese Positionen friedlich vertreten und ohne die Eigentumsrechte anderer zu verletzen, müssen die jeweils anderen damit leben. Das mag oft schwer zu ertragen sein, ist aber in einer freien Gesellschaft unvermeidlich.

Derzeit entscheiden staatliche Stellen darüber, wer mit Denkmälern (oder der Benennung von Straßen, Gebäuden, Flughäfen etc.) „geehrt“ wird. Es spielt bei der Bewertung keine Rolle, ob dabei die Position einer Mehrheit abgebildet wird oder nicht. Es sollte einfach nicht Gegenstand politischer, mit staatlichem Zwang durchgesetzter Maßnahmen sein, Denkmäler für bestimmte Personen auf Kosten der Steuerzahler zu errichten.

Wie immer bieten privates Eigentum und freier Markt eine Alternative: Auf privatem Grund und auf private Kosten kann jeder oder jede Gruppe Denkmäler errichten. Hier ist eine empörte Entgegnung zur erwarten: Aber Denkmäler müssen im öffentlichen Raum stehen – schließlich sollen sie ja von möglichst vielen gesehen werden. Doch dafür gibt es Lösungen: Auch im sogenannten öffentlichen Raum können Grundstücke für Denkmäler verkauft oder vermietet werden. Am besten geschieht das auf dem Weg von Versteigerungen. Der oder die Käufer tragen dann alle Kosten für Bau und Erhaltung des Denkmals.

Auch für alle bestehenden Denkmäler gibt es eine einfache marktwirtschaftliche Lösung: Einfach verkaufen. Entweder ist ein Denkmal einer Person oder einer Gruppe so viel wert, dass sie sie erwerben und erhalten, oder andere „Denkmalinvestoren“ wollen entweder das Denkmal einfach abreißen oder ein anderes an seiner Stelle errichten.

Das Unbehagen an Denkmälern, das bestimmte Menschen fühlen, würde so nicht beseitigt. Doch zwei positive Effekte würden entstehen: Erstens müsste niemand für ein Denkmal zahlen, dass seine eigenen Bewertungen von historischen Personen widerspricht, und zweitens hat jeder Einzelne die Möglichkeit, mit seinem eigenen Geld seine „Helden“ öffentlich zu verehren.

Eine Ausnahme könnte aus freiheitlicher Sicht erlaubt sein: Denkmäler für Gruppen, die staatlichem Massenmord oder Ausrottungspolitik zum Opfer fielen. Natürlich wären auch hier private Lösungen besser, doch eine staatliche Verantwortung erscheint angemessen.

Bild: Fallen statue of Lenin next to the Mogoşoaia Palace in Romania by Ferran Cornellà (CC BY-SA 3.0)