In einem Artikel über die Mittelschicht in Österreich (von 2016) steht, dass sie recht hoch sei und auch wachse. Die oberste Schicht wachse am geringsten, deren Einkommen dafür proportional am stärksten.

Die Mittelschicht in Österreich wächst aber ihre Einkommen nicht. Ihr Wohlstand wird nicht größer, dennoch wächst die Mittelschicht.

3 Punkte dazu:

  1. Der Staat holt mittels Subventionen, Förderungen usw. Menschen in die Mittelschicht, die andernfalls (ohne Sozialtransfers) gar nicht zur Mittelschicht gehören würden oder man es von ihnen nicht weiss, wo sie andernfalls wären (Beamte, Sozialarbeiter usw. gehören auch zur Mittelschicht, erhalten ihr Einkommen aber ebenso komplett vom Staat).

Diese staatlichen Mittel werden ja widerum von denen entzogen die als Mittelschichtler in der Privatwirtschaft tätig sind und dort ihr Einkommen erzielen. Somit kann deren Einkommen also gar nicht wachsen.

1x. Wer heutzutage von Sozialtransfers lebt, wäre nicht automatisch ein Lumpenbettler, wenn man den Staat abbauen würde. Denn Menschen die von Sozialtransfers leben, sind in der Regel Opfer staatlicher Eingriffe, welche die Schaffung von Arbeitsplätzen zerstören oder behindern. Mit dem Abbau von Sozialleistungen allerdings ist ein Staat keineswegs zur Genüge abgebaut. Wer das glaubt, friert den Staat an einem neuen Punkt von Ungerechtigkeit ein. Reformansätze müssen viel weiter gehen und die Möglichkeiten des Geld verdienens miteinschließen, nicht bloß einseitig Sozialleistungen kürzen. Daraus folgt, dass in einem freien Markt durchaus Menschen, die gegenwärtig von Sozialleistungen leben, durch eigene Leistung und Anstrengung zur Mittelschicht zählen könnten.

  1. Die Inflation zerstört die Kaufkraft und sorgt dafür, dass man sich mit dem verfügbaren Einkommen immer weniger leisten kann. Zudem verursacht eine durch Ersparnisse nicht gedeckte Geldmengenausweitung von Zentralbanken, dass es zu enormen Verzerrungen auf dem Markt kommt – Angebot und Nachfrage. Ganze Produktionsstrukturen werden aufgrund des billigen Geldes anders ausgerichtet, als es ansonsten der Fall gewesen wäre. Wenn nach und nach Betriebe bemerken, dass ihre Aktivitäten sich dauerhaft als unrentabel herausstellen, setzt eine allgemeine Wirtschaftskrise ein. Mit ihr folgen Arbeitslosigkeit und politische Radikalisierung. Ursache dessen ist die Zentralbank und ihre ungedeckte Geldmengenausweitung, die politischen Zielen dient. Derartige Krisen werden allzu gerne „dem Kapitalismus“ angelastet, doch widerspricht eine Zentralbank dem kapitalistischen Prinzip. In einem freien Kapitalismus gäbe es einen freien Markt für Banken, Geld, Kredit und Zins. Davon existiert gegenwärtig genau nichts. Insofern ließe sich die momentane Situation des Marktes für Banken, Geld, Kredit und Zins als sozialistisch beschreiben. Sozialismus hat in der Geschichte der Menschheit niemals funktioniert und wird auch niemals funktionieren. Die sozialistische Theorie lässt das menschliche Handeln, die Subjektivität von Bewertungen und die Individualität des Mensch-Sein vollständig außer Acht und ignoriert diese Tatsachen. Daraus folgt, dass jedes sozialistische Experiment zwingend scheitern muss, es nur eine Frage der Zeit ist.

2x. Freiwillig praktizierter Sozialismus dagegen ist aber absolut in Ordnung. Wenn Menschen unter sozialistischen Gesichtspunkten freiwillig in Form von Kommunen derartiges Zusammenleben praktizieren möchten, so ist es deren Recht. Als gesellschaftliches Konstrukt dagegen sollte man aber, wenn man Interesse an materiellem Wohlstand, technischem und medizinischem Fortschritt hat und einem geringen Lebensstandard entrinnen möchte, nicht auf ein sozialistisches Modell setzen.

  1. Umso mehr Geschäftsfelder reguliert sind, desto weniger Wettbewerb existiert. Wettbewerb jedoch drückt die Preise, während gleichzeitig an der größtmöglichen Qualität getüftelt wird. Umso mehr Regulierungen die menschlichen Betätigungsfelder im Markt ausgesetzt sind, desto teurer werden auch die Preise für Güter und Dienstleistungen, weil es Monopoltendenzen annimmt. Der spürbare Effekt daraus ist, dass man für das Geld weniger bekommt. Es ist der gleiche Effekt wie bei Punkt 2. der Inflation.

Diese 3 Punkte bewirken das Phänomen, dass die Mittelschicht zwar einerseits wächst, andererseits aber keinen Wohlstandszugewinn generieren kann.

Aus dieser daraus resultierenden Unzufriedenheit, ernähren sich gegenwärtig rechtsgerichtete und konservative Parteien, die einen authoritären Stil verfolgend, laut vorgelegten Programmen gar nicht beabsichtigen, diese Probleme konsequent anzugehen, sondern vielmehr diese Probleme nur verwenden um eine ideologische Neuorientierung zu basteln, im Zuge derer zwar einerseits man für geringere Besteuerungen eintritt – was richtig ist, gleichzeitig aber aufgeklärte und liberale Menschenbilder abgeworfen werden sollen – was widerum falsch ist und zu widerum sozialistischen Ansätzen führt, da die Tatsache menschlicher Individualität einer kollektivistischen Ideologie geopfert wird. Hierin sind sich Sozialismus und Nationalismus brüderlich gesinnt.

Aus all dem folgt: Gäbe es eine weitestgehend freie, im idealen Fall eine vollkommen freie Marktwirtschaft, dann ginge es allen Menschen gut. Und wenn es Menschen gut geht, sind sie weniger anfällig für den politischen Missbrauch von Gefühlen und Werten. Dann ist Integration kein leeres Versprechen, weil Menschen unabhängig ihrer Religion, Kultur oder Hautfarbe über den Prozess der Arbeit in der Marktwirtschaft sich integrieren und dies mit der Sehnsucht nach dem gesellschaftlichen Aufstieg tun. Dieser ist genau dann grundsätzlich für jeden möglich, so lange die Marktwirtschaft frei ist. Dadurch bleibt die Durchlässigkeit zwischen unteren Schichten gewahrt. Regulierungen verstopfen diesen Kanal und es bleibt immer häufiger oben, wer schon oben ist und immer häufiger unten, wer schon unten ist. Integration ist somit keine Folge politischer Programme sondern der Leistungsfähigkeit einer relativ freien oder vollkommen freien Marktwirtschaft. Wer sich aufgrund von Vorurteilen auf Basis eines unaufgeklärten Menschenbildes und einer unaufgeklärten Sicht im Bezug auf den Mechanismus des menschlichen Handels dafür entscheidet, fremden Menschen sowie dem Kapitalismus dem Kampf anzusagen, der braucht sich nicht darüber zu wundern, dass er genau das ernten wird, was er damit säht. Kampf und Krieg. Denn nichts anderes ist die Folge all jener Trugschlüsse und Irrtümer, die stets versuchen der menschlichen Kooperation und Zusammenarbeit zum Aufbau von Zivilisation ein Bein zu stellen.