Ich lese immer wieder von naiven Kinderträumereien. Geld zerstöre den Fussball, Fussball dürfe kein Geschäft sein, das Business Fussball zerstöre den „echten“ Fussball usw.

Das sind die Träumereien von Sozialisten, die vermutlich auch der Meinung sind, man solle nicht für Geld arbeiten sondern, weil es romantisch sei.

Fussball ist ein Geschäft, eine Arbeit, eine Dienstleistung. Man bietet an, verkauft, nimmt entgegen, kauft. Es ist ein Markt. In einem Markt tauscht man Angebot und Nachfrage. Leistung gegen Geld. Das ist nichts anderes als in jedem anderem Geschäft. Der Metzger wird auch nicht anfangen, sein Fleisch zu verschenken, damit niemand auf die Idee käme, Geld zerstöre den Geschmack und das Genusserlebnis. Es ist wahrhaft lächerlich und unreif, was ich immer wieder lesen muss. Fast würde ich sagen, die Mehrheit denkt so. Traurig.

Dann gibt es widerum solche Sozialisten, die verbieten und verhindern wollen, dass Investitionen möglich sind. Man ersinnt sozialistische 50+1 Regeln und sorgt dafür, dass das Geld reicher Unternehmen und Geschäftsleute, Investoren oder Scheichs, in andere Länder fließen, wo damit Vereine runderneuert werden und ihren Fans dann die Möglichkeit auf Stars und erfolgreichen Fussball bieten. Wenn man das mit Blockaden gegen den Zustrom von Geld verhindern will, darf man sich auch nicht beklagen, wenn man den Anschluss an die Konkurrenz schrittweise verliert. Beklagt euch dann einfach nicht sondern feiert es, wenn ihr 0:5 verliert ! Alles andere ist inkonsequent und widersprüchlich. Geld schafft Möglichkeiten und erneuert Vereine. Das gleiche würde auch bei Städten der Fall sein. Beim Wohnraum beispielsweise. Doch Gesetze verhindern, dass Geld etwas erneuern und erschaffen kann. Lieber wird im sozialistischen Stil ein Verbot nach dem anderen gesetzt. Mietpreisbremsen beispielsweise, die das Angebot von Wohnraum nicht vergrößern und somit den Mietpreis senken sondern die es aus Sicht des Anbieters unrentabel machen, Wohnungen zu vermieten. Damit steigt die Wohnungsknappheit. In etwa das gleiche wollen Sozialisten mit dem Fussball machen und bemühen romantische Floskeln eines ewigen Gesterns. Ja, so sind die ewig-gestrigen. Keine Moderne, keinen Fortschritt und keine Zukunft.

Die Meinung, Geld zerstöre den Fussball ist an sich natürlich erstmal populistisch. Wer das behauptet, erklärt im Regelfall nie, dass die Zentralbank durch einen künstlich niedrig gehaltenen Leitzins, Geld in Form von Krediten in die Welt bringt und ein Teil des Geldes eben auch in den Fussball sickert. Wen das stört, der darf nicht das Geld im Fussball als satanisch brandmarken sondern der MUSS die europäische Zentralbank kritisieren. Der muss die Politik der EZB kritisieren und deren Abschaffung offen fordern. Denn die Institutition Zentralbank ist sozialistisch. Sie ist keine kapitalistische Institution. Sie ist eine sozialistisch agierende Behörde, ausgestattet mit politischer Macht. Und die dortige Politik zerstört den Wert des Geldes, indem immer mehr in Umlauf gebracht wird. Das verursacht soziale Ungleichheiten, enorme Transfersummen, explodierende Mietpreise. Da das neu in den Markt gelangende Geld nicht zwingend die Konsumentenpreise an vorderster Stelle erhöhen muss, sondern oft die Vermögenspreise explodieren lässt, gelangen immer höhere Summen so auch als Investitionsgelder in den Fussballmarkt.

Darum nochmal, Geld an sich ist nicht das Problem. Viel mehr sind Zentralbanken das Problem. Geld ist nicht der Feind, den es an jedem Morgen und Abend zu kritisieren gilt. Zentralbanken sind jene Institutionen die man von früh Morgens bis spät Abends in die Kritik miteinbeziehen muss. Abschottung vor dem Zustrom von Geld ist auch unter dem Gesichtspunkt einer zentralbänklerischen Inflationspolitik keine kluge Option, da der Wohlstand dann abnimmt. Es bedarf zu jeder Zeit freier Märkte. Freie Märkte kommen selbst mit dem Zustrom inflationärem Geldes noch am ehest besten zurecht. Viel besser als ein regulierter Markt. Und ein sich von Geld und Investitionen abschottender Markt, blutet ohnehin nach und nach aus.

Man könnte fast sagen, es ist analog zum Zustrom von Flüchtlingen. Menschen kommen zu uns, doch wir haben keinen freien Markt, der sie absorbieren kann. Darum landen einige bis viele im Sozialsystem oder auf der Straße. Anstatt die Forderung eines freien Marktes zu erheben, scheint die realistischte Perspektive für viele zu sein, Mauern bauen und sich abschotten zu wollen. Ganz ähnlich ist es beim Geld. Das inflationäre Geld aus aller Welt und Europa selbst, kann ebenfalls schlecht absorbiert werden, weil es keinen freien Markt gibt. Ein Teil der Menschen in unserer Gesellschaft kann mit der durch das Geld verursachten Teuerung nicht Schritt halten. Sie sind entweder Rentner, arbeitslos oder sonstwie ein Teil der unteren Gesellschaftsschicht. So wie gegen den Zustrom von Menschen agitiert wird, ließe sich gleichermaßen gegen den Zustrom von Geld agitieren. Beides aber ist falsch. Beides scheint nur dann – oberflächlich betrachtet – schädlich zu sein, wenn es keinen freien Markt gibt. In beiden Fällen ließe sich argumentieren, Zustrom sowohl an Menschen als auch an Geld muss abgelehnt werden, da wir ja keinen freien Markt haben. Also sei eine Abschottung von der Welt letztlich alternativlos. Dumm nur, dass damit der eigene ökonomische und wertebasierende Niedergang noch weiter vorangetrieben wird. Nichts wird besser, alles wird schlechter. Doch das war und ist den Sozialisten aller Couleur seit jeher schlichtweg egal.