Immer wieder begegnet man Menschen, die Vorbehalte gegenüber einer freien Marktwirtschaft vortragen. Nicht selten sind es auch ängstliche Befürchtungen der Armen selber, also genau jener Gruppe, denen eine freie Marktwirtschaft am meisten nutzen würde, weil Armut ein existentielles Problem ist, wenn man darum kämpft, über die Runden zu kommen. Gerade auch wenn Krankheiten hinzu kommen, wird die Lage armer Menschen bedrohlich.

Machen wir uns nichts vor, Gesellschaftsschichtenübergreifend denken die allermeisten Menschen, aus den unterschiedlichsten Beweggründen und Motiven heraus, dass Freiheit einen Schaden verursacht und Unfreiheit dagegen Sicherheit bringt. Doch schon Benjamin Franklin wusste: „Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit.“ Zwingend, denn ein Staat, der sich anschickt, Freiheiten abzubauen um Sicherheiten zu realisieren, wird zu einer gehaltvollen Machtinstitution erwachsen, vor dem man selbst nicht mehr sicher sein kann.

Der wirtschaftliche Schaden der Unfreiheit trifft die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft stets am stärksten, weil die armen Schichten stets die ersten sind, deren Existenz im Falle eines wirtschaftlichen Niederganges als erstes betroffen ist.

Wem darum ernsthaft es ein Anliegen ist, die Armut eines Landes zu lindern bis hin diese zu beseitigen, der muss staatliche Gesetze und Regulierungen abbauen, die dem individuellen Streben nach Glück und Wohlstand im Wege sind. Die Behinderung von Menschen, aus ihrem Leben etwas machen und in ihrem Leben etwas schaffen zu können, wird vom Staat durch seine Gesetze und Regulierungen verursacht. Dies nennt man eine strukturelle Diskriminierung, weil sie auf die strukturelle Gewalt der staatlichen Erlasse zurückgehen. Armut ist darum nicht die Unfähigkeit von Individuen, wie es manchesmal in penetrant zynischerweise verlautbart wird, sondern findet seine Ursache in den Hürden, die der Leviathan den Menschen vor die Füße wirft.

Der vom kanadischen Fraser Institute herausgegebene Economic Freedom of the World Report 2017 bestätigt und visualisiert diese Ansicht noch einmal. Darin ist ersichtlich, dass das durchschnittliche Einkommen der ärmsten 10% in den wirtschaftlich freiesten Ländern dieser Welt rund 10-mal so hoch ist, wie in den wirtschaftlich unfreiesten Ländern.