Wenn Herr Gauland von der AfD sagt, dass ein Teil der Menschen in Deutschland nicht damit einverstanden sind, wenn 1,5 Millionen Menschen zuwandern die einer fremden Kultur angehören, dann ist das purer Etatismus.

Denn genauso gut könnte sich ein Teil der Menschen in Deutschland dagegen aussprechen, dass es eine Geburtenexplosion um den Faktor von 1,5 Millionen gibt, von denen natürlich nicht klar ist, wie sie sich entwickeln werden und ob deren Entwicklung denn im Sinne dieses bestimmten Teiles der Menschen in Deutschland wäre.

Von diesen 1,5 Millionen geborenen Zuwanderern an Bio-Deutschen qua Geburt könnte ein Teil davon sich politisch links orientieren oder vielleicht sogar zum Islam konvertieren. Aus Sicht der Denkweise von Herrn Gauland könnte man sich ebenso an derartigen Entwicklungen stören. Man könnte die individuelle Entwicklung eines Menschen als „undeutsch“ bezeichnen und fordern, dass es ein staatlich subventioniertes, mit Steuergeld betriebenes Erziehungsprogramm gibt, dass alle Verhaltensweisen, Meinungen, Ansichten, Werte, Bedürfnisse etc, gleichschaltet sodass ein Totalitarismus das Ergebnis wäre, den die Totalitaristen als Freiheit (von der Freiheit) bezeichnen würden.

Unterm Strich steht ein Angriff auf die Freiheit des Individuums und den Individualismus an sich.

Das Problem ist offenkundig der Staat selbst. Der Staat und dessen Territorium wird als goldenes Kalb gesehen, weil es ein Monopol ist, dass sich nur in eine Richtung ausrichten lässt, die widerum davon abhängig ist, dass man über die Gesamtheit der den Staat bildenden Menschen herrscht.

Perfide ist das Konstrukt eines Staates, weil Menschen ständig gezwungen werden, Ideologien und Ansichten zu finanzieren, die sie nicht finanzieren wollen. Dies gilt natürlich in zweierlei Hinsicht.

Menschen die sich vor kultureller Überfremdung fürchten, wollen Menschen, die keine derartigen Ängste haben, zwingen, die Abriegelung des Staates mit zu finanzieren. Die Vorstellung von Kultur dieser Menschen soll durch das Geld derer, die eine andere Vorstellung haben, subventioniert werden und durch staatlichen Protektionismus vor fremden Einflüssen geschützt werden.

Umgekehrt zwingen widerum jene, die keine Angst vor einer kulturellen Durchmischung haben und darin etwas positives sehen, jene Menschen, die diese Ängste behaupten zu haben, zur Mitfinanzierung der Kosten, die durch diese Menschen entstehen.

Allerdings, wenn man die Büchse dieser Argumentationspandora öffnet, kann man logisch betrachtet nicht beim Thema Zuwanderung stehen bleiben sondern müsste das Grundprinzip dieser Denkweise auf alles mögliche ausweiten. Geburten beispielsweise oder Touristen, Geld und Investitionen aus dem Ausland, Musik, Filme, Bücher die aus dem Ausland importiert werden. Fängt man an, sich gedanklich der Abschottung zu öffnen, kann man sowohl im Nationalsozialismus als auch im Kommunismus landen, weil alles fremdartige zum Übel deklariert werden kann. Und angefangen hat man mit Menschen fremder Herkunft.

Diese ganzen Dilemmata sind systemischer Natur und im Wesen des Gewaltmonopols angelegt. Die Lösung ist das Sezessionsrecht, welches bis hin zum Austritt des Individuums gelten muss.

Ein Staat ist ein Territorium, dass durch Steuergeld verwaltet, organisiert, zusammengehalten und entwickelt wird. Ohne dieses Steuergeld gäbe es kein Gewaltmonopol, dass sich auf der Fläche eines x-beliebigen Territoriums ausbreitet und beansprucht, dort eine bestimmte Form von Kultur verbindlich machen zu wollen. Wenn sich nun Interessengruppen von Menschen, die sich Rechte oder Linke nennen, darum streiten, wie dieses Territorium ausgerichtet sein soll, dann streiten sie um das goldene Kalb.

Libertär und im Einklang mit dem Recht wäre die Forderung nach Staatsabbau anstelle der Übernahme des Staates und Ausrichtung nach der eigenen Ideologie und dem eigenem ökonomischen Interesse, welches in aller Regel durch die vorgeschobene Ideologie kaschiert wird.

Staatsabbau beginnt bei der Rückeroberung der freien Marktwirtschaft und einem freien und flexiblen Wechselspiel von Gewinn, Preis und Lohn. Dazu bedarf es eines marktorientierten Geldes, Kredites und Zinsen, die durch auf einem freien Markt im Wettbewerb agierenden Angebot an Banken entdeckt werden.

Im freien Kapitalismus spielen Herkunft, Hautfarbe, Religion und Kultur keine Rolle. Dieser Schritt sollte gegangen werden um die Freiheiten der Menschen zu vergrößern. Das sollte mithelfen die Frustrationen umzukehren in Zuversicht über die Zukunft. Wenn dies geschieht, wird das Recht auf Sezession durch eine immer geringere Anzahl an Menschen in Erwägung gezogen werden und auch die behauptete Fremdenfeindlichkeit würde abnehmen, weil Kapitalismus zur Kooperation anstiftet aufgrung der für den Kapitalismus essentiellen Arbeitsteilung und dem Entdecken des Wertes anderer Menschen für das eigene Vorankommen im Leben und der Befriedigung von Bedürfnissen.

Sollte daraufhin ein immer noch ideologisch frustrierter Teil von Menschen ehrlich und ernsthaft eine Form von Kultur leben wollen, die hermetisch sich abriegeln will vor allen Einflüssen, so sollen diese Menschen auch jederzeit das Recht haben, Sezession zu betreiben und ihre eigene Form eines guten Lebens umzusetzen.