Es ist eigentlich sehr simpel zu verstehen, warum arme Menschen ausgerechnet den Kapitalismus am notwendigsten haben. Kapitalismus meint, dass ein Mensch mit einem anderen Menschen in eine Tauschbeziehung treten kann. Leistung für Gegenleistung, Arbeit gegen Geld. Wenn ein Mensch arm ist, wenn er arbeitslos ist, hat er diese Tauschbeziehungen meist gerade nicht.

Dann gibt es Menschen, die zwar arbeiten, wo das Geld aber nicht zum Leben ausreicht. Aber auch hier sind Tauschbeziehungen eingeschränkt, obwohl diese Einschränkungen nicht immer sichtbar sind.

Wenn Wohnungen zu teuer sind, liegt das auch daran, dass der Staat einen freien Markt, also eine freie Tauschbeziehung von Angebot und Nachfrage behindert. Umso weniger Wohnungen, je höher die Nachfrage, desto teurer.
Das gleiche gilt für alle Bereiche, wo es Regulierungen gibt. Bei Lebensmitteln, Strom, öffentlicher Nahverkehr, Mobilität, Krankenhäuser, medizinische Versorgung, Apotheken, Medikamente und vieles mehr.

Weiters ist das Tauschmedium mit dem Menschen Leistung für Gegenleistung tauschen das Geld. Die Zwangsinflation der Zentralbank mindert den Wert. Wertminderung von Geld bedeutet, das in Zahlen ausgedrückte Einkommen oder Transfergeld des Staates wird sukzessive, heimlich und unsichtbar weniger. Das erkennt man dann an steigenden Preisen.

Dass Preise steigen hat also 2 Gründe die im Moment gleichzeitig existieren. 1. Regulierungen die vom Staat ausgehen und das Angebot künstlich gering halten, sodass die Nachfrage den Preis hochtreibt und 2. Zwangsinflation die von der Zentralbank ausgeht und den Wert den das Geld besitzt, mindert, sodass man sich ebenfalls immer weniger leisten kann.

Arme Menschen stecken in dieser sehr bedrohlichen Existenzfalle, die von Staat und Zentralbank geschaffen wird.

Um einer Verklärung der alten Zeiten einen Riegel vorzuschieben: Auch die D-Mark hatte im Laufe ihrer Zeit massiv an Wert verloren. Ich meine gelesen zu haben, es handelte sich um einen 96%igen Wertverlust im Laufe ihrer Zeit, bevor der Euro eingeführt worden ist. Auch die deutsche Notenbank hat den Geldwert gemindert. Das ist immer das strukturelle Problem einer Zentralbank die vom Staat oder supranational, von Staaten die Macht dazu bekommt.

Alles was Menschen miteinander tauschen, dreht sich um das Medium Geld. Wenn dieses durch politische Institutionen in seinem Wert manipuliert wird und nicht durch das freie Spiel aus Angebot und Nachfrage auf einem Markt bestimmt wird, dann wird Marktwirtschaft zu einem Spielball politischer Interessengruppen. Und die Verlierer sind immer die Menschen, die arm sind und nicht die Menschen die reich sind und immer reicher werden. Man kann nicht arm sein und gewonnen haben und man kann nicht reich sein und verloren haben.

Wenn man arme und reiche Menschen einen möchte, braucht es eine faire Gesellschaft OHNE Umverteilung, dafür MIT sozialen Aufstiegschancen, freiem Kapitalismus, sodass JEDER zu jederzeit mit eigener Leistung aufsteigen oder absteigen kann. Ein flexibles, durchlässiges System oder besser gesagt eine Ordnung, wo auch sparen sich lohnt und auf die Dauer Wohlstand bringt, statt dass das Geld auf dem Konto jedes Jahr weniger Wert hat.

Insofern es dazu kommt, eine unter solchen Gesichtspunkten freie Ordnung aufzubauen, in der politische Freiheit sich auf wirtschaftlicher Freiheit stützt, muss niemand mehr Angst darum haben, dass Despoten auferstehen können um Menschen zu entrechten oder dass der alte Geist irgendwelcher Nationalsozialisten aus der Flasche zurückkehrt.

Nur mit diesen wirtschaftlichen Rezepten gibt man Menschen Freiheit, Wohlstand, Inspiration, Sinn, Hoffnung und auch Identität wieder zurück. Die Identitätsfrage wird damit wieder zu einer Individuellen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die von mir hier verfassten Worte in Wahrheit die Alternative sind, die nicht nur Deutschland sondern die ganze Welt benötigt. Und dass das vermessen klingen könnte, ist schier unmöglich, weil es grotesk wäre, in gegenteiligen Ansichten zu vermeinen, Freiheit, Wohlstand und Frieden in einem Gesamtpaket erlangen zu können. Wohl noch nicht einmal eines davon lässt sich ohne diesen Weg erwirken.
Tommy Casagrande