Manche Menschen, eventuell haben sie nicht viel besseres zu tun, äußern sich spottend darüber, wenn jemand das Bild skizziert, ein Monster Namens Kollektivismus wolle den kleinen, irdischen Menschen Namens Individualismus auffressen und dieser wehret sich mit Herz, Hirn, Mut und Schwert. Sie spotten, wie man nur der Meinung sein könne, der Individualismus sei bedroht und wie man nur glauben könne, er wäre ein Opfer ? Ganz unglaubliches Staunen tut sich auf, wenn auch noch angemerkt werden könnte, man sollte diese Entwicklung einer Unterdrückung des Individualismus für bedenklich halten. Die gemeine Auffassung jener Menschen die im Spott beheimatet sind, lautet: Der Staat ist gut, das Individuum ist schlecht. Der Staat benötigt die „richtige“ Ideologie nach der alle zu leben haben, gemäß dem Bilde von Herrschern und Untertanen. Es werden bestimmte staatliche Konstrukte gebastelt, als wäre man im Schlaraffenland und erträumt sich eine Welt „wide wide wie sie einem gefällt“.

Allerdings:
Kein Mensch hat ein Recht auf einen Staat. Kein Mensch hat ein Recht in einem Staat zu leben oder einen Staat zu gründen, so lange die Charakterisierung für Staat eine Herrschaft ist, die Unfreiwilligkeit zur Tugend erklärt und mittels Gewaltmonopol über Territorien befindet, die ohne Entnahme unfreiwillig entnommener Steuermitteln nicht besetzt und verwaltet werden könnten. Als dann Vergesellschaftung freiwillig verstanden wird, sprechen wir nicht mehr von einem Staat.
Will heißen, würden nur Menschen in einem Staat leben die freiwillig darin sind, auch wenn sie per Sezessionsentscheid sich ablösen könnten, dann wäre ein solcher Staat keiner mehr nach der gängigen Charakterisierung, da mit der Möglichkeit des Austritts durch und mit Privateigentum ein Staat seine Übergriffigkeit verlieren würde. Alles was Staat ist, würde freiwillig getan oder geregelt und niemand würde mehr zu irgendetwas gezwungen werden können. Denn der Respekt von Eigentum schließt jeden Übergriff auf Eigentumsrechte aus. So muss man dann sich einen anderen Namen wohl zu geben wissen als den des Staates um keine Missverständnisse hervor zu rufen.

Ein Mensch hat nur das Recht auf Privateigentum und das Recht dieses zu verteidigen, das betrifft seinen eigenen Körper logischerweise wie auch seine materiellen Güter und nunmal nichts außerhalb dieser Sphäre des eigenen Einflussbereiches. Wem das nicht genügt, sollte damit liebäugeln Buddhist zu werden und hoffen nach seiner Existenz als Vogel geboren zu werden, sodass es solche Problemstellungen nicht mehr zu bedenken gilt.

Der Individualismus wird stets durch den Kollektivismus der sich staatlich Ausdruck und Schein-legitimität verleiht, bedroht. Und natürlich gehört zu dieser Wahrheit, dass es die Interessen von Individuen sind (sich interessengeleitet zu organisieren, Einfluss auf den Staat zu nehmen) und andere Individuen und Gesellschaftsmitglieder auszubeuten, was simpel ist, wenn Gesetze geschaffen werden, die mittels Polizeiapparat, Dienstwaffen Taser, Knüppel, harten Fäusten und letztlich gar mit einem stehenden, militärischen Heer (widerum alles finanziert durch unfreiwillige „Spenden“) Nachdruck verliehen bekommen. So entstehen durch den Staat Schichten von Gewinnern und solchen die verlieren, reiche und arme, privilegierte und benachteiligte. Wer das als Recht verteidigt, kann auch gleich Weltkrieg Nummer 3 starten, weil alles was sich in einem Staat institutionell abspielt, ein Vorgeplänkel ist. Das hört sich scharf an ? Konflikte werden durch den Schutz von Eigentumsrechten gelöst, entschieden, entschärft und durch die Verletzung von Eigentumsrechten zur Eskalation getrieben. Wo endet diese fortlaufende Eskalationsspirale, wenn nicht an irgendeinem Punkt der Geschichte eingesehen wird, dass man um Frieden (und allgemeinen Wohlstand) zu gewährleisten die Macht des Staates und den damit verlockenden Einfluss von Interessengruppen stutzen, kürzen und abschaffen muss ? Irgendjemand (weiss aber nicht mehr wer) nannte das sich in der Demokratie abspielende Szenario einst den institutionalisierten Bürgerkrieg, bei dem Interessengruppen per Gesetz einander knechten versuchen, es wagen ökonomische Vorteile per Gesetz für sich heraus zu holen, deren Gewinnung und möglichen Verlust sie sich im freien Wettbewerb des Marktes nicht stellen mögen. Diese Kritik gilt generell für Staaten, also zwingenderweise auch für autoritäre, nicht-demokratische Staaten. Keiner Diktatur kann das Wort jemals geredet werden, wenn es um eine ehrliche Suche nach Freiheit geht. In nicht-demokratischen Staaten gibt es ebenso Interessengruppen, denn die gibt es immer, ob mit oder ohne Wahlzettel.

Gesetz ungleich Recht muss jeder bedenken; bedenkt aber kaum einer, weil nachgebetet wird was in der staatlichen Schule oder im staatlich lizenzierten Medienrundfunk zur Erkenntnis benebelt. Hinterfragung wird auf diese Weise schon fast zu einem vorrävolutionärem Akt.

Nein, als Kollektivist wollte man ja nie, man hatte nie die Absicht, niemals nur ging es darum jemandem zu schaden. Aber darum geht es eben nicht. Der Schaden folgt auf dem Fuße. Kollektivismus im Staat richtet Schaden am Individuum an, während Individualismus im Staat keinen Schaden am Individuum und auch nicht am Kollektiv anrichten kann, die sich ja per Freiheit des Individuums zusammenschließen und wieder lösen können, so lange sie Freiheit nicht derart pervers und obszön auslegen, dass damit ein Verbrechen an Individuen legitimiert werden soll.

Im Staat gibt es nur eine größt mögliche Freiheit des Individuums, umso kleiner diese Staatsmacht ist, das heißt, desto geringer der Staat eine gesellschaftliche Homogenität erzwingt. Insofern ist Individualismus egal ob mit oder ohne Staat eine Haltung, die dem Recht des Einzelnen Ausdruck verleiht. Erst daraus folgt, dass sich Einzelne freiwillig miteinander kollektivieren können, sich aber davon auch wieder lösen dürfen. Die Tendenz im Staat sieht anders aus. Darum ist der beste Staat einer, der keiner ist oder second best, so wenig wie möglich herrscht. Leider beweisen Staaten historisch, dass mit dem Verlust der Freiheit des Individuums der Terrorismus durch den Staat aufblüht.

Individualismus ist von Natur aus, die Grundbedingung menschlichen Gedeihens. Kollektivismus ist nur dann rechtens, wenn es sich aus der freiwilligen Zustimmung der Individuen ergibt und zugleich wieder lösbar ist. Staat aber tendiert zum erzwungenen Kollektivismus wodurch ein Individualismus im Staat jene Position ist, mit der man den Staat derart versucht im Zaum zu halten, dass er sein Gewaltmonopol nicht ausspielen kann. Merke: Individualismus ist die Verteidigung der naturgegebenen Rechte von jedem Menschen. Erst auf dieser Grundlage, steht dem Kollektivismus das Recht zu, als Praxis Anwendung zu erfahren.

Will jemand über Freiheit nachdenken, muss er erstmal sich Gedanken über das Wesen des Staates machen.