Lügen, die immer wieder als Wahrheiten ausgegeben werden, sind trotzdem immer noch Lügen

So ähnlich muss sich Leutnant Dean Issacharoff  gefühlt haben, als Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit die Akte Israel gegen Issacharoff geschlossen hat, ohne dass es zu einer eigentlichen Verhandlung kam.

Leutnant Dean Issacharoff , Sprecher von der israelischen NGO Breaking the Silence leistete von 2011 bis 2015 seinen Militärdienst bei der Nahal Elite Einheit im Raum Hebron ab. Es ist kein Geheimnis, dass die Soldaten dort immer wieder in Auseinandersetzungen mit Palästinensern geraten. In den meisten Fällen verlaufen diese relativ glimpflich, solange „nur“ Steine werden geworfen werden.

Dean Issacharoff hatte bei einer Propaganda Veranstaltung im April behauptet, dass ihm im Zuge einer solchen Attacke sein Vorgesetzter den Befehl gab, einen Palästinenser mit Handschellen zu fesseln und festzunehmen. „Ich weiss in einer solchen Situation nie, wie ich vorgehen soll. Er leistete keinen Widerstand. Er sprach kein Ivrith und ich spreche kein Arabisch. Also habe ich ihn im Genick gepackt und habe ihm anschliessend das Knie in seine Brust und sein Gesicht gerammt. Solange bis er blutete und benommen war.“

Das ist der Stoff, aus dem die Lügen gestrickt werden. Lügen, die keine andere Absicht verfolgen, als unsere IDF zu diffamieren. Und die immer und immer wieder aufs Neue erzählt werden, bis der willige, naive und unkritische Zuhörer die Lüge glaubt und zur Wahrheit macht!

Doch diesmal gab es kritische Zuhörer, die die Lügen stoppen wollten. Seine ehemaligen Kollegen misstrauten dem Wahrheitsgehalt seiner Aussagen, immerhin waren sie als Augenzeugen bei dem beschriebenen Vorfall dabei. Auf der von Reservisten 2015 gegründeten Plattform „Reservists on duty“ steht eine Antwort, in der sie ihm wiederholt der Lüge bezichtigten. Reservists on duty nimmt die genau entgegengesetzte, pro-israelische Position zu Breaking the Silcence ein und bekämpft BDS und Antisemitismus vor allem im Ausland. Und versucht, wo immer möglich die durch Breaking the Silence verbreiteten Lügen aufzudecken. Hauptmann der Reserve Omri Sayner, sein damaliger Vorgesetzter schrieb auf seiner Facebook Seite: „Ich werde es nicht zulassen, dass du lügst und meinen Namen und den meiner Soldaten diskreditierst.“

Daraufhin forderte Justizministerin Ayelet Shaked den Generalstaatsanwalt auf, eine Untersuchung des Vorfalles zu eröffnen. „Wenn das wirklich so passiert ist, muss er vernommen und bestraft werden. Wenn es nicht so war, muss der Staat offiziell bekanntgeben, dass dies eine Lüge war.“ 

 Dank der genauen Beschreibung des Vorfalls gelang es schnell, den im Februar 2014 in Hebron festgenommenen Hassan Giulani ausfindig zu machen und zu den angeblichen Übergriffen durch die IDF zu befragen. Was der General Staatsanwalt hörte, war eine ganz andere Schilderung. Giulani bestätigte, dass er festgenommen worden sei, nachdem er Steine auf die Soldaten geworfen hatte. Das ist aber auch die einzige Übereinstimmung!

Es sei, so bestätigte er, zu keinerlei Gewaltanwendung gekommen. Nur beim Anlegen der Handschellen, dem er sich widersetzt habe, sei die notwendige Gewalt zur Anwendung gekommen. Er sei weder geschlagen noch verletzt worden. Und er sei zu keinem Zeitpunkt von der Verhaftung bis zur Entlassung verwirrt oder gar bewusstlos gewesen.

Justizministerin Ayelet Shaked zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang: „Es ist gut, dass die Wahrheit über diese Organisation ans Licht kam, die auf dem Rücken der IDF und der Israelischen Bürger ihr Einkommen sichert.“

Es ist gut, dass die Freunde und Anhänger, vor allem aber die noblen Spender mit diesem Fall konfrontiert werden. Betrachte ich die beiden Spendenlisten aus den Jahren 2013 und 2016 so möchte ich ihnen gerne anraten, es wie Mordechai zu halten und sich in einen Sack zu kleiden und Asche auf ihre Häupter zu streuen. Zumindest virtuell sollten sie es tun und auf ihren Webseiten veröffentlichen, dass sie einer böswilligen Täuschung auf den Leim gekrochen sind. Dass sie mit ihren – steuerbegünstigten – Spenden eine infame Organisation unterstützt haben, deren Absicht es nie war, Gutes zu tun, sondern die nur eines im Sinn hatte und immer noch hat: Israel und die IDF zu diffamieren. Und ich möchte ihnen einen Spiegel vorhalten und mit dem Finger auf sie zeigen: Schaut, so sehen lupenreine Antisemiten aus! Und wo immer es möglich ist, werde ich sie boykottieren und bekämpfen.

Und Herrn Sigmar Gabriel empfehle ich doch dringend, sollte er wieder einmal eine politisch relevante Position innehaben, sich gut zu überlegen, auf wessen Zusammenarbeit er mehr Wert legt. Leider hat er im April 2017 auf das falsche Pferd gesetzt.


© esther scheiner, israel