Wenn man über seine Ängste spricht oder schreibt, besteht die Gefahr, sich damit einer ungewollten Lächerlichkeit preis zu geben. Allen voran dann, wenn jene Ängste und Befürchtungen sich als Schreckgespenst der eigenen Vorstellungskraft erweisen. Andererseits aber gibt es bei Ängsten auch die Möglichkeit, dass einen realen Bezugspunkt haben und da dieser in der Realität liegt, durch selbige immer wieder Nahrung erfährt.

Meine schlimmsten Befürchtungen sind: Das Schreckgespenst des islamistischen Terrors dient als Euphemismus dem Aufbau einer Diktatur, die den islamistischen Terror durch einen rechten Staatsterror ersetzt. Die Angst vor dem islamistischen Terrorismus wird von jenen Kräften instrumentalisiert, deren Interesse es ist, einen totalitären Staat im Namen der Sicherheit zu entwickeln. In diesem gibt es keine Freiheit. Wer Freiheit fordert gilt als Terrorist, weil er mit Freiheit auch die Toleranz meint. Da Toleranz gegenüber Muslimen oder anderlei Fremden -von denen die unterstellen, dass die homogene Gesellschaft erzwungen werden muss und friedlich wäre sowohl als auch die heterogene Gesellschaft per se unfriedlich wäre-, als trojanisches Pferd für Terrorismus ausgelegt werden kann, übt der repressive Staat den Terror gegenüber seinen Bürgern aus und erzwingt durch seine Heimatschutzgesetzgebung den Aufbau einer Gedankenpolizei, die so allumfassend ist mit Hilfe der Digitalisierung, dass die Menschen anfangen, sich selbst zu zensieren. Die freie Presse wäre ein historisches Relikt aus einer Zeit, die man mit Hilfe der Propaganda von der „Lügenpresse“ bekämpft hat. Somit bleibt dann nur noch die unfreie und gleichgeschaltete Presse übrig die das schreibt, was jene, die mit Meinungsvielfalt nicht zurecht kommen, als „Lügenpresse“ bezeichnet wird. Diese Apologeten der neuen Sklaverei haben nicht erkannt, dass eine freie Presse darauf angewiesen ist, dass es eines freien Marktes bedarf. Diesen dadurch einzuschränken indem man ihm der staatlichen Macht und Propaganda unterwirft, macht die Presse nicht freier sondern logischerweise unfreier. Denn Staat ist Unfreiheit. Die Freiheit die der Staat einem gewährt, hat man gegen den Staat erkämpft und ist nicht durch den Staat liebenswerter Weise bereit gestellt worden. Weiters habe ich die Angst, dass der Sozialstaat nicht darum bekämpft wird, weil man die Menschen von staatlichen Eingriffen befreien möchte, sondern um die finanziellen Mittel frei zu machen um den militärischen und polizeilichen Apparat aufzubauen. In dystopischen Gedanken werden Transferabhängige entweder zum Heimatschutz vom Staat verpflichtet oder die Anreize derart gesetzt, dass aus staatlichen Transferbeziehern scheinbar freiwillige Rekruten werden, die im Krieg geopfert werden. Krieg ist das nächste Stichwort. Der Hass, die Hetze, die in manchen Ländern hohe Jugendarbeitslosigkeit, die durch die Zentralbank betriebene Zwangsinflation, die menschen- und freiheitsfeindlichen Parolen der neuen Rechtsbewegungen und noch einiges mehr, besorgen mich darin, dass ich schon seit längerem eine innere Unruhe bezüglich eines 3. Weltkrieges und/oder europäischen Kriegen und Bürgerkriegen habe. Im Worst Case gibt es alles zusammen und ein Leid mit einem Ausmaß, dass die beiden bisherigen Weltkriege in den Schatten stellt.

Diktaturen, Unfreiheit, Armut, Leid, Krieg, Hoffnungslosigkeit, endlose Traurigkeit.

Anhand dessen wie Menschen sind, erkennt man, dass es die denkbar schlechteste Idee ist, einen Staat zu konstruieren, in dem die Macht über andere Menschen konzentriert ist. Es wird nie für alle funktionieren. Und ganz perfide wäre es, wenn man annehmen müsste, dass es gar nie für alle funktionieren soll.

Es gibt auch gute Menschen, recht viele sogar. Aber in einer Welt und in einer Gesellschaft die falsch läuft, muss man froh sein, dass man nicht ewig lebt. Wenn man es sich genau überlegt ist es ziemlich wahnsinnig, dass man als menschliches Wesen die Kraft hätte, seine Umgebung zu gestalten, also auch zum positiven, und doch vermögen es wir Menschen nicht, es zu tun. Wie fremdgesteuert, lethargisch, mechanisch, wiederholen Menschen im Ablauf der Jahrhunderte die ewig gleichen Irrtümer, Mythen, Trugschlüsse, Illusionen, Fehler und Unwahrheiten und erhoffen oder versprechen sich daraus einen andersartigen Ausgang der Geschichte, den es nicht geben wird.

Das Leben ist endlich, wir alle müssen einmal sterben. Die Welt aber kann wundervoll sein. Die Möglichkeiten die sich durch die Freiheit ergeben sind schier endlos. Menschen wollen lieben und geliebt werden. Kinder sind neugierig. Familien wollen gelingen. Es gibt in so vielem, dass Menschen ausmacht, so viel Hoffnung und Chance. Alles was gut ist, benötigt so viel Energie und ist doch stets ungewiss ob es sich erfüllt. Diese kostbare Energie auch noch von all dem guten abzuziehen um das schlechte auszuleben, weil man seine Gefühle nicht reflektiert, weil man eine innere unbändige Wut hat und glaubt, Wandel kann nur durch Zerstörung und Leid sich vollziehen, ist die Tragödie unseres menschlichen Geschlechtes, doch darum nicht zwingend unser Schicksal. Denn dieses haben wir Menschen in unserer eigenen Hand. Dem Leben zu einem guten Gelingen zu verhelfen ist bereits müßig genug. Und all zu oft wird der Weg durch existentiell bedrohende Krankheiten, die man selber empfängt oder die von den Liebsten empfangen werden, erschwert. Das Leben ist also selbst im optimalsten Zustand schon mit Mühsal, Angst und Trauer verbunden. Warum wollen wir dies ohnehin schon schwierige Los des Menschen, seine Sinnfrage individuell zu befriedigen und mit der Vergänglichkeit der eigenen Existenz und derer die man liebt, zurecht zu kommen, erschweren, indem wir tyrannische Systeme schaffen und dabei diese ermächtigen, existentielle Bedrohungen zum Normalzustand zu erheben ?

Wir sind nicht verdammt, die Welt, die Gesellschaft, anderer Menschen Leben und uns selbst in Schutt und Asche zu legen sondern haben die Wahl dazu uns anders zu entscheiden. Denn wir sind frei.