Der Philosoph (?) Richard David Precht hat bei Markus Lanz sich für ein Ende der Massentierhaltung ausgesprochen. Dabei hat er nicht explizit ausgedrückt ob er sich darunter ein staatliches Verbot oder einen freiwilligen Wandel der menschlichen Gesinnung vorstellt. Unabhängig davon gibt es durchaus eine gewisse Anzahl, die mit der Vorstellung eines Verbotes von Massentierhaltung durch staatliche Gewalt liebäugeln und damit sympathisieren.

Die von Richard David Precht geäußerte Behauptung war:

„Massentierhaltung erzeugt weltweites Elend und damit einhergehende Flüchtlingsströme. 50% des weltweit angebauten Getreides wird an Tiere verfüttert, die in den westlichen Industrienationen gegessen werden. Monokulturen, genmanipulierte Sojaplantagen, für all diese riesigen Plantagengebiete haben brasilianische Kleinbauern ihr Land verloren und verdingten sich nun als Tagelöhner oder lebten in den Favelas. Unsere Ernährungsgewohnheiten und das Elend in der dritten Welt stünden daher in einem direkten, kausalen Zusammenhang. Die Massentierhaltung hat ökonomische Gründe, denn es macht wirtschaftlich nur noch Sinn, wenn man große Tierhaltungen hat. Ein Schwein würde von der Aufzucht bis zum Tod 6€ Gewinn einbringen. Und durch die Globalisierung habe sich das verschlimmert. Damit die deutsche Massentierhaltung auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig ist, müsse man diese Art der Tierfabrikation machen.“

Massentierhaltung verbieten zu wollen ist im Grunde genommen die perfide Verschleierung dafür, armen Menschen ihr Recht darauf zu verwehren, am Fleisch essen nicht durch den Staat oder den Staat beeinflussenden Sonderinteressen gestört und behindert zu werden, wodurch umgekehrt, reiche Menschen strukturell begünstigt würden. Doch auch auf der unternehmerischen Seite würden Unfreiheiten geschaffen, wenn es ein staatliches Diktum dafür gäbe, welche unternehmerische Tätigkeit erlaubt und welche nicht erlaubt wäre.

Haben staatliche Eingriffe die Massentierhaltung gefördert, weil durch strukturelle Repression des Staates und der Abnahme der freien Marktwirtschaft vielleicht kleinteilige Angebote als Alternative behindert werden ? Dann sollten zumindest alle staatlichen Eingriffe aufgehoben werden, die der Entstehung von Alternativen im Wege stehen. Nicht ein Verbot mit Hilfe staatlicher Gewalt ist zu fordern sondern im Gegenteil eine Freiheit für all jene, deren unternehmerische Idee von der Massentierhaltung abweicht. Anstelle von Staatseingriffen, die einerseits dazu führen, dass die unternehmerische Unfreiheit zunimmt und andererseits – von linker Seite taktisch durchaus unklug – man dadurch zwingend rechtsradikale Bewegungen und den Hass auf Gutmenschen fördert, sollte umgekehrt, die unternehmerische Freiheit gefordert werden. Abbau von Staat, Abbau von staatlicher Regulierung und Einmischung.

Die Probleme der dritten Welt stehen imho keineswegs im Zusammenhang mit den Essgewohnheiten der Menschen in den westlichen Länder. Schaut man sich die dritte Welt an, mangelt es an genau dem, an dem es aufgrund Menschen die permanent staatliche Verbote und Einmischungen fordern, ebenso hierzulande mangeln soll – freie Marktwirtschaft und Unternehmertum. Die dritte Welt ist wirtschaftlich unfrei. Es gibt keine individuelle Freiheit in der dritten Welt. Meist herrschen diktatorische Zustände. Wirtschaftliche und politische Freiheit existiert nicht. Darum entwickelt sich die dritte Welt nicht zu einem Abbild jenes Amerikas, dass einst unter Thomas Jefferson zum reichsten Land der Erde wurde, weil es für die Menschen eine Freiheit von der Gewalt des Staates gegeben hat. Auch die richtigerweise von Richard David Precht angesprochenen Freihandelsabkommen wären richtig. Richtiger jedoch wäre Freihandel ohne Abkommen. Selbst einseitiger Freihandel bessert Lebensbedingungen. Es benötigt keinen Partner auf der anderen Seite, der im Gegenzug ebenfalls Freiheiten unterschreibt. Es wäre zwar schön, wenn auch die andere Seite für mehr Freiheit sich ausspricht, allerdings nicht notwendig um selbst Freiheiten zu gewähren. Abkommen beinhalten Regularien und Bedingungen, die gesetzt werden. Freihandel aber sollte bedingungslos gelten, denn es ist das Recht von Menschen, mit ihrem Eigentum tun und lassen zu können, was sie wollen. Und wenn sie tauschen wollen, sollte kein Abkommen sie daran behindern, während sie zugleich einen anderen darin befähigen.

Massentierhaltung ist legitimer Ausdruck der menschlichen Freiheit, sich unternehmerisch zu betätigen. Die Massentierhaltung kann durchaus durch staatliche Strukturen begünstigt werden, wenn es beispielsweise Gesetze gibt, die eine Gründung von kleinen Anbietern als Konkurrenz verhindert. Dann sind aber eben solche Gesetze zu beseitigen und dafür ist dann einzustehen.

Wenn Bauern enteignet werden, so ist das nicht das Ergebnis einer Massentierhaltung sondern das Ergebnis eines Staates, dem man die Macht über die Wirtschaft und die Gesellschaft anvertraut. Es ist das Ergebnis dessen, was geschieht, wenn man staatliche Eingriffe fordert, also genau das was so manch einer fordert. Das bedeutet, dass die Aufforderung an den Staat, sich mehr in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Gefüge einzumischen, zu einer Zunahme der Machtkonzentration beim Staat führt, die dazu führt, dass der Anreiz zur Einflussnahme durch Interessengruppen ansteigt, aber eben auch dazu führt, dass Menschen enteignet werden können und nicht sicher sind vor dem Staat. Die wohlgemeinte, auf Gefühlen basierende Überlegung ist damit gescheitert, denn sie nimmt in weiterer Folge jene selbst in das Visier. Ein Staat dem die Macht zugestanden wird, Massentierhaltung zu verbieten, hat bei einem Machtwechsel natürlich die Instrumente um umgekehrt, Massentierhaltung verpflichtend vorzuschreiben und alle Veganer zu zwingen, einmal pro Woche ein Fleich zu essen. Staat kann immer in beide Richtungen ausschlagen, sobald man ihm eine Gewalt in die Hand gibt.

Hat vielleicht die Zwangsinflation der Zentralbank dafür gesorgt, dass sich ökonomisch nur noch große Tierfabriken wirtschaftlich rentieren ? Sicherlich verursacht die Zwangsinflation der Zentralbanken einen Kaufkraftverlust von Geld. Den erleiden aber alle Mitglieder der Gesellschaft mit Ausnahme jener die reich sind und ihr Geld so anlegen, dass abgebildet beim Vermögenspreisindex sichtbar ist, wie durch die Geldvermehrung sich deren Vermögen erweitert.

Kleine Anbieter, die ihrerseits teurer sind, können stärker von Menschen nachgefragt werden, die mehr Geld haben. Das benachteiligt die armen Menschen. Allen voran benachteiligt es sie dann, wenn die Massentierhaltung verboten wäre, die ihrerseits durch günstigere Preise zum größeren Wohlstand beiträgt. Oder soll es eine Zwei- oder Mehrklassengesellschaft geben, in der Wohlstand nur für die oberen Schichten gelten soll ?! Hat nicht jeder Mensch das gleiche Recht ?! Es gibt kein Recht darauf Fleisch zu essen, weil dieses einen Anspruch formulieren würde aber es gibt umgekehrt ein Recht darauf, nicht duch staatliche Gewalt vom Fleisch essen abgehalten zu werden. Eine Gewalt die durch die Vertreter von Sonderinteressen, sogenannte Tierschutzlobbyisten initiiert würde, die sich zu bequem sind, eine freie Marktwirtschaft zu fordern um selber als Unternehmer tätig zu werden. Unternehmen verändern auf friedlichem Wege die Welt, Politik benutzt die Gewalt.

Manch einer könnte nun behaupten, damit alle Menschen doch noch zu ihrem „Dank Staatseingriffen der Sonderinteressen“ künstlich verteuerten Fleisch gelangen, sollten die Sozialhilfebezüge ebenso aufgestockt werden wie der Mindestlohn. Doch das führt abermals zu Problemen. Höhere Sozialausgaben des Staates führen, wenn nicht anderswo gekürzt wird, zu höheren Steuern und die höheren Steuern senken das Produktivitätsniveau der Gesellschaft, sodass weniger produziert wird. Wird weniger produziert, wird weniger davon generiert, was der Staat einnimmt um es umzuverteilen. Der Staat frisst sich somit die eigene Grundlage seiner Umverteilung weg. Steigt der Mindestlohn, damit Menschen die arbeiten mehr Geld haben um es beispielsweise für Fleisch ausgeben zu können, werden all jene Menschen entlassen, deren Produktivität unterhalb dieses staatlich gesetzten Mindestlohnes sich befindet oder Unternehmen müssen darum Mitarbeiter entlassen, weil die Ausgaben nicht mehr erlauben, genügend Gewinn übrig zu lassen um in den Fortbestand des Unternehmens zu investieren. Die frei gewordenen Mitarbeiter beziehen daraufhin Sozialhilfe und diese widerum kann zu höheren Staatsausgaben und Steuern führen, was abermals dazu führt, dass das was produziert und uvmerteilt werden kann, schrumpft.

Und angenommen des utopischen Falles, alle Menschen hätten genug Geld um sich das staatlich verteuerte Schweinefleisch leisten zu können, dann würde es für Anbieter, so sie das möchten, widerum Sinn machen, ihren Bestand zu vergrößern, und um den Gewinn zu erhöhen die Effizienz zu steigern, wodurch sich wieder die Nähe zur Industrialisierung anbahnt, welche die Grundlage der Massentierhaltung ist. Ist dies aber verboten, verbietet man quasi jenen Unternehmen, die wachsen wollen, wachsen zu können. Man diktiert ihnen einen Zustand auf dem sie dahintreiben sollen. Das könnte bei Absinken des Nachwuchses dereinst dazu führen, dass es keinen Anreiz gibt, dieses Gewerbe in jener Zahl auszuüben, sodass die Versorgung noch gewährleistet werden kann. Unterversorgung im Sinne menschlicher Bedürfnisse wäre die Folge. Das ist Sozialismus. Wenn man lange Schlangen bilden muss um noch ein Schweinefleisch zu bekommen.

Die gleiche Zerstörung des Marktmechanismus hätte man, wenn ein sogenannter „Mensch des Ausgleichs“, der sich für den sozialen Frieden einsetzt, vorschlagen würde, es solle doch ein jeder zu seinem Schweinefleisch kommen. Wer ärmer ist, zahlt weniger, wer reicher ist, zahlt mehr, und beide erhalten dabei die gleiche Menge an Fleisch. Das aber führt zu einem Kalkulationsproblem auf der Seite desjenigen der das Angebot führt.

Mit all diesen sozialistischen Träumereien verzerrt man die Marktwirtschaft und nähert diese sich sowjetischen Zuständen an. Legitimiert mittels der Manipulation menschlicher Emotionen, die sich in der empathischen Anteilnahme um das Wohl des Tieres ergießen, während für die Anteilnahme jener Menschen, die man bevormundet oder benachteiligt keine Empathie mehr übrig hat.