Eric Stehfest war zu Gast bei Markus Lanz und über seine Suchtvergangenheit in Bezug auf Crystal Meth gesprochen. Dabei nahm er die Mitte der Gesellschaft in die Verantwortung, indem er darauf hingewiesen hat, dass diese, so zumindest habe ich ihn verstanden, eine Mitursache für die Sucht des Drogenabhängigen darstelle, denn weil die Gesellschaft nicht stimmt, sie ihre Mitte verloren hat, destabilisiere diese den Einzelnen durch das Schüren von Ängsten (genannt wurden die Beispiele Terror von außen, Terror von innen) und mache ihn klein.

Beeindruckt hat mich diese beinah schon kritisch libertäre Theorie von der Wirkung staatlicher Eingriffe in das wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Leben der Menschen. Zwar hat er es nicht als solche formuliert, doch war er meiner Ansicht nach nicht weit davon weg.

In einer anderen Formulierungsdarstellung stimme ich dieser Position.

Stefan Blankertz, dessen Bücher ich allen Menschen uneingeschränkt empfehle, weil ich ihn für den fehlenden Brückenschlag halte um das unzufriedene Bauchgefühl vieler Menschen mit der Theorie der Freiheit zu vereinen, formuliert in seinen Büchern, dass der Staat und seine Eingriffe das Problem darstellen, aus welchem wirtschaftliche und soziale Schieflagen, bei Karl Marx hieß es – Gebrechen -, hervorgehen.

Der Staat und seine Eingriffe, worunter auch all jene Eingriffe zählen, die durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessengruppen auf die Gesetzgebung einwirken um individuelle Freiheiten in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Belangen abzubauen, etablieren eine strukturelle und systeme Gewalt, in der das Individuum nicht mehr frei und selbstverantwortlich, viel mehr von politischen Entscheidungen und den Einflussnahmen anderer abhängig ist. In seiner gravierendsten Form die Abhängigkeit von Sozialhilfe als arbeitsloser Mensch der keine gesellschaftlichen Aufstiegschancen hat. Die Freiheit des Individuums wird durch den Staat reduziert und ohne Freiheit kann ein Mensch nicht wachsen und zu einer inneren Stärke finden. Drogen, Alkohol, Suchtmittel die dabei helfen vor der Gegenwart zu entfliehen, die dabei helfen, das eigene Dasein zu vergessen, die dabei helfen ein Glücksgefühl zu verspüren, was darum fehlt, weil aufgrund der Zunahme von Staat nicht mehr jeder Schmied seines eigenen Glückes sein kann, finden Zulauf.

Eric Stehfest hat die Ängste vor Terror angesprochen. Terror von außen, Terror von innen. Menschen die perspektivlos sind, haben es leichter, den Weg zum Terrorismus zu finden, als solche, die in einer Gesellschaft mit Aufstiegschancen an ein besseres Leben glauben, dass sie auch ihren Kindern weitergeben können. Staaten wie die USA haben ihren Bürgern Steuergeld abgenommen um einen militärischen Kriegsapparat am Leben zu halten, mit dem in andere Länder interveniert werden kann, was dort widerum dazu führt, eine Legitimation für Gegenschläge zu erhalten, die dann widerum dazu führen, dass neue politische Radikalisierungen eintreten, wie man an den rechtspopulistischen Bewegungen sieht. Gleichzeitig ist der angeblich freie Westen nicht so frei wie die Propaganda es behauptet und viele Menschen die arbeiten, kommen trotzdem kaum über die Runden, weil die durch die Zentralbanken ausgeübte Zwangsinflation die meisten ärmer macht und die Reichen reicher – Ludwig von Mises Geldtheorie und Konjunkturzyklus zeigt den Mechanismus auf. Hat er schon 1912 erkannt und bis Heute wird diese Erkenntnis nicht auf staatlichen Universitäten gelehrt, weil sie eine Kritik am Staat und seiner Manipulation von Geld, Zins und Kredit darstellt. Doch das beeinflusst auch die wirtschaftlichen Verflechtungen, denn Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, das wovon sich Europa immer noch nicht erholt hat, hängt damit direkt zusammen. Und wundert es dann, dass manche Menschen in die Sucht fliehen ? Andere fliehen in terroristische Gruppierungen von islamistisch bis rechtsradikal und linksradikal. Überall Hass, Hetze, Menschenverachtung und Vorboten von Krieg und Tyrannei. Nein, das ganze System ist unethisch, falsch, funktionsuntauglich und menschenfeindlich. Wir müssen alle über Freiheit sprechen. FREIHEIT. Wenn wir den Staat immer weiter aufbauen, weil uns eingeredet wird, das sollten wir tun, weil wir Beschützer brauchen, weil wir zu schwach und zu klein seien uns freiwillig selbst zu organisieren und kleinteilig und vielfältig Lösungsmodelle aufzubauen, wenn wir uns in den Hasenstall treiben lassen, dann bleibt uns am Ende keine Menschenwürde mehr. Und dann wird es nachvollziehbar, dass manche Menschen sich in die Drogensucht fliehen.

Ich kann es nur wiederholen. Die von Stefan Blankertz verfassten Bücher sind Meisterwerke, die ein Nischendasein fristen. Das Problem mit den Drogen ist ein Phänomen, dass einer Kultur entspringt, die im Sterben liegt. Unsere Kultur der Freiheit, die nach dem Krieg relativ gegolten hat, denn sie galt nie absolut oder in einem Ausmaß wie es in Amerika einstmals gegolten hat, doch sie galt wesentlich mehr als Heute, viel mehr als Heute, liegt im Sterben. Und das im Sterben liegen der Kultur der relativen individuellen Freiheit zieht Phänomene nach sich, die den Niedergang abbilden.

Wir müssen aufhören staatliche Gewerkschaften, staatliche Mindestlöhne, staatliche Tarife, staatliche Banken, staatliches Geld, staatliches Berechtigungswesen und Berufszulassungslizenzen, staatlichen Wohnbau, staatliches dies und das zu fordern sondern fordern, dass wir die Freiheit wollen, alles selber zu machen, weil wir es besser und bedürfnisgerechter machen können. Wenn Menschen ihre Umwelt selber ändern können, auf Grundlage von Eigentumsrechten, dann wird auch Toleranz zum neuen Leben erweckt, weil der eine nicht von der Zustimmung des anderen abhängig ist. Dann kann kein Staat vorschreiben wie gering beispielsweise eine Sozialhilfe zu sein hat, denn wenn sie freiwillig erfolgt für jene, die in einer freien Marktwirtschaft wirklich keine Chancen vorfinden, wäre aufgrund der höheren Anzahl all derer die eine Arbeit hätten und des daraus höheren Wohlstandes, der nicht durch die Zwangsinflation aufgefressen würde, viel höher und käme den Bedürftigen direkt ohne Umwege über systemische Umverteilungsapparate, die widerum Geld verschlingen zum Einsatz. Hilfe wäre persönlicher, individueller und verständnisvoller. Menschen hätten mehr Mittel um helfen zu können als heute.

Das sind nur wenige Aspekte, man kann das auf alles umlegen. Wir brauchen Freiheit um die Probleme die es gegenwärtig gibt, lösen zu können. So reduzieren wir auch die Phänmene die wir heutzutage erleben und ständig in den Nachrichten Tag für Tag beobachten müssen.

Wenn ich Eric also wie ganz oben geschrieben, richtig verstanden haben sollte, dann brauchen wir eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirkung von Staat auf die Gesellschaft und die Wirtschaft und die daraus hervorgehenden sozialen Phänomene und Gebrechen.