Staatliche Eingriffe verursachen stets Gewinner und Verlierer. Die Begründung dessen ist im Wesen des Staates zu finden. Da der Staat ein Monopol auf Gewalt beansprucht, sind auch die durch den Staat getätigten Eingriffe in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nichts anderes als ein Ausdruck dieser Gewalt. Wer ihr nicht zustimmt und sich zu fügen hat, wird das Gefühl nicht los, seiner Freiheit und Selbstbestimmung beraubt worden zu sein.

Die Zunahme staatlicher Eingriffe verursachen eine zunehmende gesellschaftliche Spannung und Spaltung.

Folgewirkungen sind die Konzentration von Geld, Macht und Einfluss bei wenigen die in der gesellschaftlichen Leiter oben stehen und dem Verlust von Wohlstand, Chancen und Perspektiven bei all denen die darunter stehen. Abstiegsängste und Verlustängste werden zur prägenden Dominante in der Psyche all derer, die sich im Hamsterrad des Systems abstrampeln und doch keinen Meter vorwärts kommen, vielmehr befürchten müssen, den Abstieg durch die Strampelei lediglich zu verlangsamen. Das ist kein Ausblick der Menschen motiviert, mit Glück beseelt und empathisch werden lässt.

Aufgrund der Zunahme von Staatseingriffen, wächst auch der Anreiz Lobbyismus zu betreiben. Die Möglichkeit, ohne Zuhilfenahme des Staates etwas zu verändern, tendiert umso mehr gegen Null, umso mehr Macht und Kompetenzen ein Staat an sich reißt – oftmals mit größtmöglicher Mitwirkung der Bevölkerung, die irrlichternd meint, ihre Interessen am wohlbehütetsten durch den Staat verwirklicht zu sehen. Lobbyismus widerum gibt denen, die ihn sich leisten können, die Möglichkeit, durch Teilhabe und Paktiererei an und mit der Staatsmacht, ein Privileg gewährt zu bekommen, um noch mehr Geld, Macht und Einfluss zu erlangen. Selten wird sich ein Unternehmen dabei für einen freien Markt und die Rücknahme staatlicher Eingriffe für alle Menschen und Unternehmen aussprechen, weil selten ein Unternehmen in die Vorstellung verliebt ist, sich auf einem freien Markt womöglich noch größerem Wettbewerb und Konkurrenzkampf ausgesetzt zu sehen. Ebenso würden wohl auch Angestellte einen solchen freien Markt unter Angestellten lieber vermeiden, als dass sie ihn vom Staat fordern. Die künstliche Verknappung von Wettbewerb sorgt bei denen, die sich etablieren können, sowohl unter den Unternehmern als auch unter den Angestellten für tendentiell höhere Löhne und Einkommen als wenn durch den Druck des Wettbewerbes, die Einnahmeseite geschmälert werden könnte. Allerdings gibt es wohl auch einen hinzukommenden verstärkenden Aspekt dieser Betrachtung. Denn aufgrund der Zwangsinflation durch die Zentralbank, wird auch der Wert des Geldes – die Kaufkraft – reduziert und Dienstleistungen und Güter, die mit diesem wertreduzierten Geld erkauft werden, verteuern sich verglichen mit einer Situation, wo die Geldentwertung ausgeblieben wäre.

Die Gesellschaft spaltet sich aufgrund dieser Prozesse und Mechanismen, weil die Lebensverhältnisse sich verändern – wohlgemerkt bei vielen nicht zum besseren. Rechte und auch Linke Verweigerer von Theorie, setzen ihre Leidenschaft all zu gern in eine Bauchgefühlpropaganda, die der ideologischen Verschleierung ökonomischer Interessen durch die herrschende Klasse den Steigbügel hält. Auf diese Weise verwirklichen Rechte und auch Linke eben genau jenen gesellschaftlichen Niedergang, den aufzuhalten, sie darin motiviert hat, den Staat färben zu wollen. Dass aber der Staat das Problem ist, sehen sie genau nicht. Lediglich sind ihnen die falschen Köpfe und auch die falschen Inhalte am Werke. Und wie könnte es auch anders sein, halten sie sich zumeist selbst für der Weisheit letzter Schluss. Für die Krone der Schöpfung, die allwissend und erleuchtet zum führen geboren sei. Selig der, welcher keiner Führung bedarf.

Verteufelt wird und wurde, egal ob von rechts oder von links, egal ob im Mainstream oder den Alternativen, der Kapitalismus. Wie ich in meinen Ausführungen nun dargelegt habe, ist dieser verteufelte Kapitalismus nicht frei sondern reguliert, mit Staatseingriffen verzerrt, reguliert, besteuert, durch staatliche Lizenzerfordernisse für die Ausübung menschlicher Handlung die das Geld verdienen betreffen eingeschränkt und kontrolliert. Alles was unter den Oberbegriff „Staatseingriffe“ fällt, verursacht ein Ungleichgewicht in dem was durch menschliche Beziehungen als Markt bezeichnet wird. Der Markt wirkt auf der einen Seite robust, weil er selbst in einem totalitären Land wie Nordkorea schwarz existiert und es schafft, Menschen am Leben zu erhalten, die dank des Staates zum Tode durch Hunger verurteilt worden wären. Zugleich ist ein Markt aber auch sehr fragil. Denn ein jeder staatlicher Eingriff verursacht Verzerrungen, aufgrund derer die menschliche Entwicklung einen womöglich andersgerichteten Verlauf einschlägt, als sie es ansonsten getan hätte. Mitunter werden dabei menschliche Existenzen beeinflusst. Manche gewinnen und andere verlieren. Die einen erwirtschaften einen Reichtum der unter freieren Wettbewerbsbedingungen geringer ausfallen könnte, andere erwirtschaften einen geringeren Reichtum der unter freieren Wettbewerbsbedingungen höher ausfallen könnte. Manche Menschen brauchen Zeit ihres Lebens kaum zu fürchten, abzusteigen. Aufgrund regulierter Wettbewerbsbedingungen, gelangen Konkurrenten lediglich tröpfchenweise in den Markt. Dynamisches Chaos wird durch staatliche Gesetzgebung und staatliches Berechtigungswesen in verlangsamte Bahnen gelenkt, die steuerbar und kontrollierbar werden. Den Bedürfnissen derer die keine Befriedigung erfahren wird das nicht schmecken. Allen voran denen nicht, die am anderen Ende der Gesellschaft weder Arbeit, noch persönliches Glück finden. Die Perspektive es vom Tellerwäscher zum Millionär zu bringen, wenn man nur hart genug sich anstreng, ist ein Märchen, dass zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort vielleicht einmal existiert hat – Amerika – aber selbst dort Heute keine Gültigkeit mehr besitzt.

Die Reduktion des Kapitalismus durch staatliche Eingriffe, die durch die Zwangsinflation der Zentralbanken flankiert werden, haben dazu geführt, dass die Mittelschicht ihre Kraft als gesellschaftliche Erneuerungsinstanz aber auch als moralischer Kompass verliert. Die soziale Ungleichheit hat im Zuge der Abnahme der kapitalistischen Ordnung zugenommen. Ebenso haben soziale und politische Spannungen zugenommen. Menschen sind zunehmend desillusioniert, begeben sich auf die Sinnsuche und gelangen dabei zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Während die einen Zuflucht in einer Auslegung von Religion finden, die sie dahingehend legitimiert, Gewalt anzuwenden um gesellschaftspolitische Zustände zu verändern, flüchten andere in Reaktion darauf in einen ebenso kollektivistischen Nationalismus, der seinerseits wohl auch keine Scheu kennen wird, Gewalt anzuwenden um den alten Wein in neue Schläuche zu füllen.

Die sich abgehängt fühlenden, die in Perspektivlosigkeit darbenden Menschen sind aufgrund ihrer Desillusionalität, ihrer Frustration manipulierbar und instrumentalisierbar um politische Träume zu realisieren, die nichts damit zu tun haben, die tatsächlichen Probleme zu beseitigen. Diese Menschen werden abermals zu Opfern, indem ihre Situation, Opfer staatlicher Eingriffe zu sein missbraucht wird, um dem Staat weitere Macht zuzugestehen. An diesem Punkt können aus Opfern Täter werden die sich ihrerseits weiterhin als Opfer sehen und dadurch sich als Täter legitimieren.

Breitet sich der Unmut der Massen aus, der aus der Abnahme des Kapitalismus resultiert, jedoch zugleich für den Ausdruck des Kapitalismus gehalten wird, kann das Fundament einer noch restliberalen Gesellschaft und die moralische Integrität eben jener erodieren. Ehrgeiz weicht dem Neid und Toleranz weicht dem Hass. Diese Wut kann kann viele treffen. Minderheiten, Menschen mit Migrationshintergrund, Moslems, Homosexuelle, arme Menschen, reiche Menschen, nicht-konform sich verhaltende Menschen, Individualisten, Frauen, andere Nationen etc.

Das zeigt ganz offenkundig, dass die Beseitigung kapitalistischer Bausteine zu mehr Unordnung beiträgt, die zur gefährlichen Illusion führt, dass ein stark sich gebender Führer wieder für Ordnung sorgt. Doch sorgt er niemals für Ordnung, nur für Ruhe im Namen der Gewalt und Unterdrückung. Darazs erwächst dann nachvollziehbarerweise der nächste Keim, der zu einem Brodeln in der Gesellschaft heranwächst. Wird die Organisation von Widerstand durch ein authoritäres System unterdrückt, erfolgt daraus abermals keine Ordnung sondern lediglich ein unterdrückter Widerstand der unter dem Deckel brodelt und gährt bis er jenen Deckel abwirft. Nicht Ordnung sondern Unordnung, nicht Regeln sondern Gewalt, nicht Freiheit, Frieden und Wohlstand sondern Unfreiheit, Unfrieden und Armut kennzeichnen eine solche Gesellschaft. Der ewige Kampf und das Recht des Stärkeren leiten sich von diesem seelenlosen hin und her ab, wekches zu einem Gefühl de Deprimiertheit verleitet, zumal der Gedanke naheliegt, dass das menschliche Lebewesen durch freiwillige Kooperation und freie Selbstverwirklichung in der Lage wäre, eine Umwelt zu erschaffen und zu gestalten, die vielfältig und chancenreich allen Menschen in ihrem Recht zugute kommt, Schmied ihres eigenen Glückes und Schmied des Glückes anderer Menschen sein zu dürfen.

Der Kapitalismus gibt allen Menschen dieser Welt das Versprechen, dass wir alle zusammen leben oder auch nebeneinander leben können, in Freiheit, Frieden und Wohlstand und Kraft unserer eigenen Leistung, unseren Traum vom Leben verwirklichen können. Es gibt keinerlei Grund oder Anlass für Krieg, Gewalt und andersgeartetem Leid, dass durch Menschen verursacht wird. Wer sich für Krieg, Gewalt und Leid entscheidet, der entscheidet sich auch gegen den Kapitalismus, weil er die gleichen Rechte aller Menschen mit Missachtung straft. Der Kapitalismus kann Menschen versöhnen, vermag es, Vorurteile Lügen zu strafen und aus der sexuellen Gesinnung, der religiösen Vorliebe, der Hautfarbe, der Rasse, der ethnischen oder geschlechtlichen Zugehörigkeit eine Nebensächlichkeit zu machen, die Menschen zunehmend nicht beachten, für wichtig befinden oder in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt tolerieren können. Denn Kapitalismus fördert Handelsbeziehungen von Menschen, die nach objektiven Merkmalen unterschiedlich sind. Kapitalismus stellt das Leistungsprinzip in den Vordergrund und lässt das Herkunftsprinzip in den Hintergrund treten. Kapitalismus lässt Menschen von einer besseren Welt, einem echten Utopia träumen und gibt ihnen die Möglichkeit, durch freiwillige Handelskooperationen dieses zu verwirklichen. Träume können Realität werden und selbst der Rückzug in ein asketisches Leben bliebe jedem Einzelnen der von der Tugendhaftigkeit eines solchen Lebens überzeugt wäre überlassen. Der Kapitalismus vermag all dies und noch weitaus mehr. Doch wirkt nicht er sondern die Menschen. Denn Kapitalismus steht als Wort nicht für ein System ohne Menschen sondern steht als Wort für eine Welt von Menschen für Menschen. Eine Welt in der Menschen sich selbst gehören und keinem Staat, keinem König, keinem Gott oder sonstwem. Eine Welt, in der die Früchte der eigenen Arbeit auch demjenigen gehören, der sie erarbeitet hat. Eine Welt in der die Freiheit sich durch Eigentumsrechte ausdrückt und mit dem Selbsteigentum ihren Anfang nehmen. Kapitalismus, das sind wir alle, wenn wir auf einen Marktplatz gehen und gegenseitig anbieten, einander zu helfen und zum Dank einander für die Hilfe des anderen eine Gegenleistung erbringen und da, wo keine gefordert wird, Danke gesagt wird für das Geschenk oder die Spende. Doch wirkt Kapitalismus in all seinen Facetten nur dann, wenn er frei ist. Denn ein unfreier Kapitalismus wirkt in den Augen der Menschen unfair. Während die einen Privilegien erhalten, erfahren die anderen Nachteile. Wenn Menschen, von denen die einen Privilegien erhalten und andere Nachteile erfahren auf einem Marktplatz zusammen kommen, dann werden mancherlei Bedürfnisse keine Erfüllung finden. Manchesmal kann es sogar zum Streit kommen. Ebenso wird der eine oder die andere den Weg zu jenem Marktplatz nicht bemühen. Die Ergiebigkeit des Marktes ist eine geringere und das Leben der Menschen bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.

So will ich mit den Worten von Marius Müller Westernhagen abschließen. Freiheit, ist die einzige, die fehlt.