Es gibt Menschen, die auf die Entzauberung der staatlichen Mythen und Illusionen mit wütenden Köpfen reagieren. Darauf trifft zu, was einst, ich glaube von Karl Marx, gesagt wurde.

Je mächtiger ein Staat, desto politisierter ein Land und desto unfähiger sind die Menschen die Ursache ihrer sozialen Gebrechen in den Verflechtungen zu suchen, die der Staat mit ihrem Leben eingegangen ist.

Apropos Karl Marx. Stefan Blankertz hat in seinem Buch „Mit Marx gegen Marx“ dargelegt, dass:

a) hauptsächlich Engels und nicht Marx der Glorifizierer der staatlichen Gewalt gewesen ist

b) Karl Marx sich an der zu seiner Zeit liberalen Darstellung störte, es gäbe einen freien Markt – den es nicht gab

c) Karl Marx nirgendwo einen absoluten Staat gefordert hatte, von dem aus der Staatskommunismus legitim abgeleitet werden könnte

d) Karl Marx eigentlich zur liberalen Familie gehört, der den Kapitalismus positiv betrachtete und staatliche Eingriffe kritisch betrachtete, sogar darüber höhnte und spottete

e) Karl Marx die Vorarbeit für einen Gedankengang leistete, den Ludwig von Mises ausgearbeitet hat

f) diejenigen Bewegungen, die sich „marxistisch“ nennen, im Grunde nicht sich auf Karl Marx berufen können sondern eher auf den Unternehemrsohn Friedrich Engels, der ein realpolitisches Konzept haben wollte, während Karl Marx eher von einer staatenlosen Gesellschaft träumte

Das bedeutet, von Karl Marx darf in liberalen Kreisen, ohne dadurch als Kommunist oder Sozialist zu gelten, die Kritik an staatlichen Eingriffen und die daraus folgende Theorie über Klassen sehr wohl übernommen werden. Karl Marx kritisierte nicht die gesellschaftlichen Klassen als ein Produkt des freien Marktes sondern als Produkt staatlicher Eingriffe, die es nicht mehr in vollem Umfang erlaubten, seine gesellschaftliche Position zu verändern.

Als Karl Marx lebte, existierte kein freier Kapitalismus. Es gab genügend staatliche Eingriffe die zu einer Verzerrung der gesellschaftlichen Verhältnisse führten. Liberale jener Zeit argumentierten quasi, dies sei ein freier Markt. Karl Marx erkannte richtig, dass dies eine ideologische Verzerrung ist und eben kein freier Markt existierte.

Im Nachbetracht hat man im Zuge der „marxistisch“ sich bezeichnenden Bewegungen und jener Entwicklungen des sowjetischen Staatsapparates, der aber die staatskritischen Zeilen von Karl Marx hat streichen lassen, Karl Marx Ansichten mit dem „Marxismus“ in Einklang gesetzt und Karl Marx kritische Theorie vom Staat damit für leider viele liberal gesinnte Menschen diskreditiert, die ihn mit Staatskommunismus gleichsetzen und daher von vornherein ablehnen.