Es ist in Österreich, aber auch anderswo, zutiefst bedauerlich, wirklich bedauerlich und im größten Maße unerfreulich für all die armen Menschen die es gibt, dass all jene, eher links-orientierten Kräfte, die mitunter eine vorzügliche Fähigkeit besitzen, herrschen sollende rechtspopulistische Repressionen und Knechtungen zu kritisieren, plötzlich, zwischen all dem aus libertärer Betrachtung heraus Zuzustimmenden den Aufruf zu einer antikapitalistischen Bewegung starten.

NEIN! NEIN! NEIN!

Die herrschen sollenden rechtspopulistischen Repressionen und Knechtungen sind ihrerseits ANTI-KAPITALISTISCH.

Wenn ihr Linken fordert, es möge eine anti-kapitalistische Bewegung geben, dann multipliziert, verdoppelt, vervielfältigt und etabliert in breiten Kreisen der Gesellschaft die Irrtümer desjenigen Anti-Kapitalismus, den der künftig herrschende Rechtspopulismus sich zu eigen gemacht hat. Der Anti-Kapitalismus der Linkskonservativen, der über Jahrzehnte hinweg geherrscht hat, wurde zum Steigbügelhalter des Anti-Kapitalismus der neuen Rechtspopulisten. Soll das Spiel sich ewiglich im Kreise drehen, weil man nun den Anti-Kapitalismus der Rechtspopulisten als Steigbügel für den eigenen linkskonservativen Anti-Kapitalismus benutzen will ?

Überall nur noch Anti-Kapitalisten, die sich gegenseitig vorwerfen, die schlimmeren Knechter zu sein.

Wenn Linke und Rechte gleichermaßen anti-kapitalistisch sind, wird kaum noch jemand übrig bleiben, der kapitalistisch ist. Das traurige daran ist, dass der Kapitalismus dasjenige Modell darstellt, mit dem armen Menschen wirklich, wahrhaftig und nachhaltig geholfen werden kann!

Doch wollen das jene Gruppen, die beständig davon sprechen, dass der Staat mächtiger und mächtiger werden müsse, weil es Umweltschutz, Tierschutz und Klimaschutz benötige ? Selbst in einer Phase, wo von Land zu Land auf dieser Weltkarte die Freiheiten der Menschen sukzessive abgebaut werden, bewerben sie immer noch, anstelle der Freiheit des Individuums gegenüber der Gewalt des Staates einen Schutz für die Umwelt, die Tiere und das Klima mit Hilfe der Gewalt des Staates.

Jene durchaus idealistischen Kreise, die mitunter zu Aktionismus und Aktivismus neigen, fehlen der liberalen/libertären Bewegung. Nach jahrzehntelanger Indoktrination durch politische Ideologie, glauben viele Menschen im Lande, dass das Heil im Staate liegt und nicht in der Kraft der Freiheit des Individuums. Auf diese Weise aber, wird letztlich ein jeder Mensch zum Adressaten staatlicher Gesetzgebung und zum Knecht einer Obrigkeit, auf dessen Befehle man wartet, weil selbstbestimmtes Handeln unter Strafe gestellt ist.

Der allmähliche Eindruck einer Tyrannei die aufgrund der ideologischen Verdeckmantelung von Schlagworten wie „unser Land voranbringen“ oder Sozialsysteme „treffsicherer“ machen verstärkt sich darum, weil keine tatsächliche Opposition existiert, oder zumindest in keiner wahrnehmbaren Deutlichkeit, die ihrerseits eine Bewegung antreibt, in der die Freiheit des Einzelnen und all seine durch die Vernunft abzuleitenden Rechte, behauptet wird.

Wenn Linke die Philosophie des Kapitalismus – der in seiner ursprünglichen, theoretischen Reinform eine Revolution der kleinen und armen Menschen gegen die herrschende Klasse darstellt, verteufeln als ein Instrument der herrschenden Klasse gegen die kleinen und armen Menschen, dann zeigt das nicht, dass der Kapitalismus an sich falsch und schlecht sei, sondern dass der Kapitalismus durch die Sonderinteressen diverser gut organisierter Gruppen, durch staatliche Eingriffe, durch die Zentralbankpolitik, durch Mithilfe vieler Menschen die falsche Gesetze zum eigenem Vorteil gefordert haben – weil sie durch andere Gesetze vielleicht in Benachteiligung geraten sind, in eine verzerrte Form sich entwickelt hat, die soziale Gebrechen hevorruft anstatt sie zu beseitigen.

Ein politisch instrumentalisierter und vergifteter Kapitalismus schafft soziale Gebrechen und gesellschaftliche Disharmonie. Ein entpolitisierter, entstaatlicher, befreiter, entfesselter Kapitalismus dient den Menschen, egal welcher Schicht sie zugehören. Aufstiegschancen für alle sind kein Märchen ! Doch heute wirkt es wie ein Märchen.

Doch zu meinem Leidwesen und zum Leidwesen der armen Menschen, erkennen die linken Gruppen aufgrund ihrer ideologischen Feindseligkeit zum Kapitalismus dies oft nicht an. Dabei speist sich die eigentliche ideologische Feindseligkeit der ursprünglich aus sozialen Zerrüttungen hervorgegangen historischen Linken aus genau der Feststellung, wie sie ich und damals Karl Marx genannt haben. Nämlich aus einem durch Staatseingriffe unter Bezugnahme von Sonderinteressen vergifteten Kapitalismus der KEIN Kapitalismus FÜR ALLE gewesen ist.

Exakt das selbe müsste ich auch den rechten Gruppierungen vorwerfen, denn auch sie verstehen das Wesen des Staates sowohl als auch des Kapitalismus nicht.

Aus dieser Tatsache heraus ziehe ich mein Bedauern, dass in Österreich und auch anderswo sich niemand wirklich für ein gesellschaftliches Modell ausspricht, dass den armen Menschen hilft, gesellschaftlich aufsteigen zu können und dass die Menschen befähigt, ihr Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu führen und nicht als Bittsteller obrigkeitlicher Empfängnisse.