Team-Blog: Eidgenössisch Eigensinniges

M.M.’s Kommentare aus der Schweiz, dem letzten zentraleuropäischen Widerstandsnest gegen die EU-Bureaucrazies.

Es gibt ihn, den vorbildlichen Steuerzahler

Der EU-Botschafter in der Schweiz, ein Herr Reitener aus Österreich, hat heute einer grösseren Tageszeitung ein Interview gegeben.

Es war das Interview eines Statthalters, aus schweizerischer Sicht, aber die dürfte hier wohl weniger interessieren.

Mich persönlich amüsiert die Stelle, wo sich Herr Reitener als guter Steuerzahler outet. Das tönt so:

Als Beamter erhalte ich ein Gehalt, bei dem die Steuern bereits abgezogen sind. Eine Steuerhinterziehung ist also gar nicht möglich. Meine Abgaben gehen direkt an die EU-Kommission.

Ich meine, das ist doch das Ziel. Dann ist in der EU die absolute Steuerehrlichkeit erreicht.

Jeden Tag ein Dorf weniger in Deutschland

Der Kapitalabfluss (weiss oder schwarz) ist das eine Problem, das Deutschland hat. Doch das andere ist viel bedeutender: Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. Die Rede ist nicht von Touristen, die wieder zurückkommen. Wir reden hier von Auswanderern.

CDU-Kauder: Die Schweiz soll mitbieten

Doch, das ist ein vernünftiger Vorschlag, den Siegfried Kauder, Rechtsexperte der CDU im Bundestag, macht, wenn das jetzt in Europa so läuft wie es läuft mit geklauten Bankdaten:

Es tönt jetzt vielleicht zynisch. Aber da nun ein Markt entstanden ist, müsste die Schweiz vielleicht einfach mitbieten.

Die grösste Vermögensvernichtungsaktion seit dem Krieg

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble schaute gestern etwas besorgt drein, als er vom Schweizer Fernsehen interviewt wurde.

Man kann die Sorgen, die den Mann plagen, durchaus verstehen. Der sorgt sich nicht um die Schweiz, der sorgt sich um Deutschland.

Diese CD wird für die Bundesrepublik zum politischen Sprengsatz.

Politik by BILD-Zeitung

Gut, das mit den gestohlenen Bankdaten ist schon eine ärgerliche Sache. Dabei ist der Kern der Geschichte einfach der, dass es einem Schweizer Banker nicht egal ist, woher das Geld stammt, das der ausländische Kunde ins Bankkonto überweisen will. Deshalb muss man das auch entsprechend dokumentieren (was auch immer für andere Geschichten kursieren).

Allerdings ist es einem Schweizer Banker, wie einem Deutschen übrigens auch, ziemlich egal, ob das Geld versteuert ist oder auch nicht. Schliesslich liegt das in aller erster Linie in der  Verantwortung des Kunden. Ein Schweizer Banker ist keine Supernanny für den deutschen Fiskus.

Bayern wollen Tyrannei der Mehrheit

Genau so läuft das oftmals auch in der Schweiz:

Lektion für die Politik: Der Erfolg des bayerischen Volksbegehrens “für echten Nichtraucherschutz” ist nicht nur eine weitere bittere Niederlage für die CSU. Er zeigt auch: Die Wähler haben genug von den faulen Kompromissen der Politiker.

In der Schweiz wird derzeit in fast allen Kantonen über ein Rauchverbot abgestimmt. In allen aufgrund von Bürgerbegehren.

Möglich, dass die Bayern genau so borniert wie die Schweizer sind und eine Tyrannei der Mehrheit einführen wollen.

Also wehret den Anfängen, denn:

Die Demokratie ist eine hundsgefährliche Staatsordnung!

Der Tag nach der Abstimmung

Die Schweiz hat die Initiative für ein Verbot von Minaretten mit einer Deutlichkeit angenommen, wie sie von niemanden erwartet worden war.

Vergessen wir mal diesen Verfassungszusatz über eine Bauvorschrift, von dem ich noch immer der Meinung bin, es sei absurd, einen solchen in der Verfassung zu verankern. Nehmen wir das, was passiert ist zum Nennwert: Hier fand und findet eine intensive Diskussion über die eigenen und die Werte von anderen statt.

Was bitte ist daran so schlecht?

Schirrmacher: Blumenvasen machen dumm

Eigentlich hätte ich noch genügend Zeit gehabt, vor dem Kauf des neuesten Schirrmachers auf die Bremse zu treten. Die Schlange vor mir war ziemlich lang.

Denn ich las, während ich wartete, unter dem grossen Titel “Payback” auch das Kleingedruckte, was ja bei jedem Versicherungsvertrag das eigentlich Wichtige ist:

Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen.

Dieser Satz ist nun wahrlich keine Offenbarung. Der läuft unter der Kategorie “Hund schifft an Laternenpfahl”. Delete “Informationszeitalter”, paste “Kapitalismus”, zum Beispiel.

Eine Wortmeldung aus der Schweiz zu den Wahlen

Man möge es nicht als Einmischung in die Innenpolitik von Deutschland verstehen, wenn ich mich von meinem Hochsitz am Rheinknie auch noch zu den Wahlen melde. Ich habe mich schliesslich in den letzten Wochen ziemlich zurückgehalten hier.

Also die Sache am Sonntag ist die, habe ich in meinem Schweizer Blog für meine dortige Leserschaft geschrieben (zu der auch jede Menge Leser aus der BRD zählen):

Alle sind in den USA steuerpflichtig

28.08.2009 10:41 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M. - 1 Kommentar

Sollte am Ende nicht der Kommunismus sondern der Kapitalismus die USA Knie zwingen? Herr Hummler, ein Schweizer Privatbankier ruft die Revolution aus: Er empfiehlt, sofort aus allen amerikanischen Aktien und Staatsanleihen auszusteigen. Wegen des amerikanischen Erbrechts.

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Man kann mich in meine Auszeit begleiten

Also das, was jetzt folgt, hat für einmal mit Politik überhaupt nichts zu tun. Sondern mit Ferien. Oder sagen wir besser: Mit einer Reise. Und einem Blog. Und der Schweizer WELTWOCHE. Und wenn man diese drei Elemente zusammenmixt, dann entsteht: Bonum Iter, Latein «Gute Reise».

Bonum Inter ist ein Blog- und Reiseexperiment von Arlesheim Reloaded und der Weltwoche. Es handelt von einer nicht ganz alltäglichen Reise, von der noch nicht feststeht, wohin sie führen wird. Klar ist die Dauer: Vier Wochen, sowie das Transportmittel: Bahn, 1. Klasse.

Stoppt die Entwicklungshilfe, endlich

Religionen kann man nur in den Köpfen der Menschen verankern, wenn man sie schon von Kindsbeinen auf den einzig wahren Glauben trimmt. Entwicklungshilfe ist eine Religion. Deshalb kann man sie nicht einfach abschaffen.

Wir wurden in unserer Jugend konditioniert, den Leuten in Afrika, die wir noch Neger nannten, helfen zu müssen. Zu Weihnachten schickten wir ihnen jeweils ein Päkli mit einer Schoggi, einem Nastuch und einem Bleistift und während des Jahres steckten wir Fünferli und Zehnerli ins Holzkässeli und freuten uns, weil das Negerli bei jeder Münze dankbar nickte.

Wenn Intellektuelle aus Afrika uns sagen, wir sollten endlich aufhören mit der Entwicklungshilfe, dann erschüttern sie die Grundfesten unseres Glaubens. Dies tut in der aktuellen Weltwoche Dambisa Moyo aus Sambia.

Weshalb sich dennoch nichts ändern wird, dazu eine Erklärung aus der Sicht professioneller Kommunikation: Als das Negerli bei jeder Münze dankbar nickte

Aufruf zum antifiskalischen Bürgerkrieg

Wir leben gegenwärtig keineswegs ,im Kapitalismus’, sondern in einem massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus.

Schreibt heute Peter Sloterdijk in der FAZ. Er fordert deshalb zum “antifiskalischen Bürgerkrieg” auf.

Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich auf Kosten der Armen, so kann es in der ökonomischen Moderne dahin kommen, dass die Unproduktiven mittelbar auf Kosten der Produktiven leben- und dies zudem auf missverständliche Weise, nämlich so, dass sie gesagt bekommen und glauben, man tue ihnen unrecht und man schulde ihnen mehr.

Tatsächlich besteht gut die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen oder niederen Einkünften, die von Abgaben befreit sind und deren Subsistenz weitgehend von den Leistungen der steueraktiven Hälfte abhängt.

Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuern so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden…

Quellen:

FAZ und Oliver Luksic

Europawahlen: Wir sind etwas besorgt

Eigentlich gehen sie uns ja nichts an, die Europawahlen, weil wir am Gartenzaun stehen und nur zugucken. So könnte es uns ziemlich egal sein, wer wen ins Europaparlament wählt. Doch vor unseren Augen spielt sich ein Wahldebakel ab.

Zum einen geht offenbar kaum jemand hin. Und die, welche gehen haben nur eines im Sinn, der eigenen Regierung eins auszuwischen. So werden aus Protest Radikale gewählt, ohne die Folgen zu bedenken.

Leser dieses Blogs – so läuft das nicht mit der europäischen Demokratie. Unserseins hat ja alles Verständnis für die EU-Verdrossenheit. Wir verstehen ja, dass Opel näher liegt als Peugeot.

Aber wollt ihr tatsächlich das europäische Podium den Radikalen aller Länder überlassen? Das wäre doch ein Hintertreppenwitz der Geschichte, wenn man die radikalen nationalistischen Kräfte im eigenen Land mit Lichterketten in Schach hält, dabei haben sich die in aller Stille nach Brüssel abgesetzt.

Das einzig Postitive, das ich dem abgewinnen könnte, wäre, dass dann endlich klar würde, wieviel Macht inzwischen vom europäischen Parlament ausgeht.

Also Leute, geht wählen. Wir sind etwas besorgt auf unserem Hochsitz in Basel.

Dann kaufen wir uns halt Deutschland

Der Weg ist frei dank des deutschen Bundesgerichtshofs: Die Schweiz kann Deutschland aufkaufen. Stück für Stück. Ein paar Bauern rund Schaffhausen fangen schon mal an.

Ich war einer der Ersten

23.05.2009 09:03 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M. - 1 Kommentar

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, die senden Berichte über das Jubiläum auch in der Alpenrepublik. Sehr wohlwollend übrigens.

Heute ist Verfassungstag und als ich das gestern im Radio hörte, ich war gerade im Auto unterwegs, da dachte ich: “Huch, ich war ja einer der ersten Bundesrepublikaner.” Ein waschechter, ohne düstere Vergangenheit, völlig unschuldig, weil am Tag danach geboren, also dann, als die neue Verfassung so richtig in Kraft trat.

War das ein Neuanfang für alle! Besonders für mich.

Jetzt kommt’s knüppelhart

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Fiat schluckt Opel und VW Porsche. Und zu allem Elend auch noch Wahlen (Europa – geht kaum jemand hin) und danach bundesrepublikanische (vier weitere Jahre Merkel).

Als ob das Elend nicht schon gross genug wäre, kommt jetzt die neue Hiobsbotschaft: Die Schweiz will die Grenzen für deutsche Zuwanderer schliessen.

Also die mit Kohle und Schwarzkonten, sind nach wie vor willkommen, die sehen das nicht soooo eng, die Eidgenossen. Im Kanton Obwalden planen sie sogar ein Soweto für Reiche.

Hallo Leute, das ist doch nur der Italiener von nebenan

Fiat-Chef kommt in Deutschland nicht gut an

Das schreibt die NZZ. Hallo Leute, das ist doch nur der Italiener von nebenan. 40 Jahre Pizza und Spaghetti sollte doch zur Erkenntnis geführt haben, dass das ganz sympathische Leute sind, diese Italiener.

Gut, ich fahre lieber BMW als Alfa Romeo, aber das hat wohl mehr mit meinem Alter zu tun.   ;-)

Josef Ackermann, Schweizer Botschafter in Deutschland

Herr Ackermann ist der Buh-Schweizer in Deutschland. Er verkörpert derzeit wie kein anderer alle jene Eigenschaften, aufgrund derer Herr Steinbrück, zum Beispiel, seine liebe Mühe mit der Alpenrepublik hat: Erfolg in Geldsachen und ausgeprägtem Mangel an Unterwürfigkeit gegenüber Staatsorganen.

Mit dem Verzicht auf staatliche Unterstützung für seine Bank, deklariertem und auch fast erreichtem 25%-Renditeziel erklimmt er diese Woche wieder neue Höchstwerte auf der nach oben offenen bundesrepublikanischen Empörungsskala.

Der Mann hat Erfolg und freut sich auf die martkwirtschaftliche Zukunft. Und bringt damit die Staatslenker in Erklärungsnot, eine westeuropäische Politkaste, welche die chinesische Art der Staatsintervention in die heimische Wirtschaft (heimlich) zum neuen Ideal erklärt hat.

Josef Ackermann ist der eigentliche Schweizer Botschafter in der BRD mit Sitz in Frankfurt.

Andere Länder, andere Sitten

Die Deutschen sind in der Schweiz, haben wir schon des Öfteren geschrieben. Unzählige. Gut ausgebildete.

Jetzt macht sich die Rezession auch auf der Insel der Glückseeligen bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen steigt. Im Kanton Zürich innert einem Jahr um satte 80%. Gut, in realen Zahlen sind das auch nur 1.448 Personen.

Doch jetzt kommt die Pointe: Das grösste Kontingent der Neustempler stellen die Deutschen. Die gutausgebildeten, die Kader.

Jetzt wundern sich die Schweizer, warum diese Leute stempeln gehen, denn das tun die Schweizer in solchen Positionen nur widerwillig. Da wird zuerst geschaut, ob man nicht sonst einen Job bekommt, bis die Lohnfortzahlung eingestellt wird.

Ein Arbeitsmarktprofessor klärt die Schweizer auf:

Die Hemmschwelle in Deutschland ist geringer, Arbeitslosengeld zu beantragen.