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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Ramadan@Berlin – Integration mit Beigeschmack

Peter Altmiks, 15.07.2015

Eine persönliche Erfahrung von Peter Altmiks

Als weltoffener Liberaler, der Einwanderung als Chance und nicht als Bedrohung sieht, musste ich kürzlich eine skurrile und beklemmende Erfahrung machen: Auf dem Abiturball unserer Ältesten, an dem ich mit meiner Frau teilnahm und auf den ich mich auch schon sehr gefreut hatte, wurde unsere Integrationsfreude auf eine harte Probe gestellt. Der Abiturball begann um 19 Uhr. In dem nicht unerheblichen Eintrittspreis waren Getränke und Buffet eingeschlossen. Bis zum Beginn des Buffets waren keine Programmpunkte vorgesehen, sodass alle auf die Eröffnung des Buffets warteten.

Die drei Organisatorinnen mit muslimischem Hintergrund hatten aber ohne Absprache und Ankündigung beschlossen, das Buffet wegen des Ramadans auf 21.30 Uhr zu verschieben. Bei den nichtmuslimischen Eltern verursachte dies Überraschung, Fassungslosigkeit und Ärger. Die Schüler und anwesenden Lehrer reagierten mit einer Mischung aus Verständnis und Resignation. Einige “Gutmenschen” verteidigten den sehr späten Buffetbeginn mit dem Argument, man wolle doch gemeinsam essen und man müsse doch Rücksicht auf die religiösen Bräuche der muslimischen Schüler nehmen. An den Eltern der muslimischen Schüler kann es nicht gelegen haben – die fehlten bis auf wenige Ausnahmen.
Zu allem Überfluss sollten zu später Stunde auch noch ein „Sultan“ und eine „Sultana“ aus den Reihen der Schüler gewählt werden. Die Ankündigung dieser Wahl wurde ebenfalls mit Befremden der nichtmuslimischen Gäste aufgenommen. Die Wahl kam aber nicht zustande, da einige durch massiertes Einsammeln der ausgelegten Stimmkarten versucht hatten, die Wahl zu manipulieren. Immerhin.

Auch scheint die in der betreffenden Schule durchgeführte Koedukation nicht auf das Verhalten der muslimischen Schüler abgefärbt zu haben: Während an den nichtmuslimischen Tischen die Schüler gemischt saßen, waren die überwiegend muslimischen Tische nach Mädchen und Jungen getrennt besetzt. Auch die Tischverteilung lag in den Händen der Organisatorinnen. Womöglich ist denen diese Aufteilung gar nicht bewusst und wird als eher üblich gesehen?

Was lerne ich daraus? Erfolgreiche Integration setzt Toleranz und Feingefühl auf beiden Seiten voraus. Zur Integration gehören auch immer Rechte und Pflichten. Pegida & Co. halte ich weiterhin für dümmlich und deren inszeniertes „Wir sind das Volk“ für arrogant und anmaßend. Die betreffende Schulklasse ist ungefähr zur Hälfte muslimisch, ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl konnte ich leider nicht beobachten. Man bleibt dann doch lieber unter sich. Die nichtmuslimischen Schüler können sich nur eingeschränkt beschweren, da sie die Organisation des Abiturballs vollständig ihren muslimischen Mitschülerinnen überlassen haben und ergo mit den Konsequenzen leben müssen. Allerdings wäre mehr Feingefühl und Respekt vor den Sitten und Gebräuchen der nichtmuslimischen Schüler und Eltern geboten gewesen. Hier hat das muslimische Organisationsteam leider versagt. Schade, es bleibt ein fader Beigeschmack.

Dr. Peter Altmiks, Jahrgang 1965, wohnt in Berlin, zwei Kinder. Studium der Wirtschaftswissenschaft in Paderborn und am St. Olaf College, USA; Promotion an der Universität Potsdam.

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