Team-Blog: Money and Fame

Drungels Szenenotizen und Nestbeschmutzungen

Dendemann – Stumpf ist Trumpf 3.0

11.03.2010 09:48 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 5 Kommentare

Wir von der Sektion der neoliberalen Weltverschwörung wissen längst: Eine allzu differenzierte Betrachtung des strittigen Sachverhalts führt zwangsläufig nur zu Irritationen. Wem eher daran gelegen ist, recht zu kriegen, denn recht zu haben, der haut immer feste druff und lässt es ordentlich scheppern. “Ich hätte, könnte, würde…aber Stumpf ist Trumpf”, bestätigt uns auch seine Rohheit, Dendemann, mit der ersten Single seiner neuen Scheibe “Vom Vintage verweht”.


Dendemann – Stumpf ist Trumpf 3.0

Dendemann | MySpace Music Videos

Ein armes Würstchen

22.02.2010 18:12 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 78 Kommentare

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer neuen Studie herausgefunden, dass in Deutschland über 11 Mio. Menschen von Armut bedroht sind. Ich bin einer davon. Ein Hausbesuch bei einem armen Würstchen. (Crosspost Gehirnschluckauf)

Ein Hoch auf die Selbtbeschränkung

11.01.2010 14:42 - Money and Fame by Daniel Drungels - 14 Kommentare

„Macht es nicht selbst“ heißt die erste Single vom jüngsten Tocotronic Album “Schall und Wahn” und sie ist „eine Anklage gegen diese Forderung im zeitgenössischen Kapitalismus, diese Forderung der ständigen Selbstmobilisierung“. Denn, so weiß Dirk von Tocotronic zu berichten,

DIY war ja mal eine Gegenbewegung zu einer herrschenden Meinung, inzwischen bist du ja gezwungen dich permanent selber zu erfinden, das ist ja ein gesellschaftlicher Imperativ. Insofern hat sich das, was mal DIY war, ja nahezu pervertiert und ist zu etwas geworden, was permanent von dir verlangt wird und auch zu Überforderung führt“.

Ja, damals konnte sich noch so richtig hip fühlen, wer der avantgardistischen Gegenbewegung des DIY angehörte. Aber der Kapitalismus hat alles kaputt gemacht. Dieses Schwein, das immerzu zwingt und fordert.

Aber zum Glück gibt es ja die neue Single von Tocotronic, die den Hörern den Rückweg in die Unmündigkeit weisen und einen Gegenimpuls zu diesem perversen gesellschaftlichen Imperativ setzen will, welcher den Pöbel die Menschen eh nur überfordert. Denn “Selbstrestriktion ist oft spannender als jede Möglichkeit zu haben”, sagt Dirk von Tocotronic, “und zuviel Freiheit macht auch arm”. Danke.

Die Orsons – Ode an die Fans

10.12.2009 18:34 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 8 Kommentare

Heute möchte ich ein dickes, fettes “O” in die Runde schmeißen und ihnen Die Orsons, die wahrscheinlich sympathischste Deutschrap-Combo seit der Erfindung der sympathischen Deutschrap-Combos, mit ihrer “Ode an die Fans” vorstellen. Beste!

Gottschalk macht Integrationsbemühungen zunichte

07.12.2009 08:22 - Money and Fame by Daniel Drungels - 26 Kommentare

Sonntag gegen 22.30 Uhr. Ich zappe durch die Kanäle und kann mich nicht recht entscheiden, bleibe dann aber im ZDF bei „Menschen 2009“ hängen. Thomas Gottschalk präsentiert die bewegendsten Momente 2009 im Jahresrückblick. Germany’s Next Topmodel Sara Nuru sitzt neben Schwiegermutters Liebling auf dem Sofa. Sie erzählt von ihrem Engagement als Jugendbotschafterin für Menschen für Menschen. Endlich mache sie mal etwas sinnvolles. Ein Einspieler zeigt BIlder von Nurus Besuch in einem äthiopischen Dorf. Das sei ihr eine Herzensangelegenheit gewesen, schließlich kämen ihre Eltern ja auch aus Äthiopien. Gottschalk mimt den Interessierten und fragt:

„Haben Dich die Dorfbewohner denn gleich als eine der ihren erkannt?“

Ich habe Sara Nurus Antwort leider nicht mehr gehört, weil sie von meinem schallenden Gelächter verschluckt wurde. Aber hier ein paar mögliche Antworten:

a) Sicher, Du weißt doch wie das ist, Thommi. Du kriegst den Neger aus der Wildnis, doch die Wildnis nicht aus ihm.

b) Na klar. Sie wissen doch, wir Schwarzen sehen alle gleich aus und schließlich war ich in einem äthiopischen Dorf und nicht in einer Blindenschule.

c) Natürlich haben die Dorfbewohner mich als eine der ihren erkannt. Wir Äthiopier erkennen uns gegenseitig am Körpergeruch.

d) Herr Gottschalk, ich verstehe nicht, worauf ihre Frage abzielt. Ich bin in Grünbach geboren und in Erding aufgewachsen und arbeite mittlerweile weltweit als Model. Bis auf die Hautfarbe habe ich nichts mit diesen Menschen gemein, woran sollten sie mich als eine der ihren erkennen?

e) Sparen Dir deinen rassistischen Blödsinn, Goldlöckchen. Ich frage Dich schließlich auch nicht, ob man Dich in Californien am Sauerkrautgestank erkennt.

Dürfen Musliminnen sexy sein?

27.10.2009 18:55 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 39 Kommentare

Die Firma liaison dangereuse verkauft aufreizende Damenunterwäsche über das Internet und möchte “mit den begehrtesten Dessous-Teilchen verzaubern”. Die Boutique selbst präsentiert sich in einem Werbespot scheinbar provokant, weshalb dieser Spot laut bild.de “für Aufsehen” sorgen wird.

Die ukrainische Susan Boyle

26.09.2009 20:08 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 13 Kommentare

Kseniya Simonova ist die Susan Boyle der Ukraine. Mit ihren in Sand gemalten Bildern rührte sie die Jury und das Publikum in der ukrainischen Version von “Britain’ Got Talent” zu Tränen. Einer Weltkarriere steht eigentlich nichts mehr im Wege. Doch einen Haken hat die Sache: Sie ist einfach zu hübsch.

Brauchst Du wirklich so ein Vorbild?

14.09.2009 15:55 - Money and Fame by Daniel Drungels - 54 Kommentare

Wer das neue Album “Carlo Coxxx Nutten 2″ von Sonny Black und Frank White a.k.a. Bushido und Fler bei Saturn kaufen möchte, dem redet “Dein Saturn-Team” vorher nochmal ins Gewissen. (Hut ab Boombap)

Wer hier einen weiteren Kniefall vor der Garde der Bedenkenträger und Volkserzieher vermutet, den kann ich beruhigen. Laut Auskunft von Saturn, ist der Sticker keine offizielle Saturn-Aktion.

Auch wenn es nicht das Saturn-Team war, das den Sticker auf der CD angebracht hat, so zeigt dies doch deutlich, wie weit mancher im Namen der guten Idee zu gehen bereit ist. Im Vergleich zu z.B. Gegnern der Gentechnik, die auch vor der Zerstörung von Privateigentum nicht Halt machen, ist so ein Sticker zwar noch relativ harmlos. Während die einen Felder mit Versuchspflanzen zertrampeln und so Privateigentum direkt zerstören, gehen die anderen noch den Umweg und versuchen potentielle Käufer vom Erwerb des missliebigen Produkts abzubringen, um so den gewünschten Schaden anzurichten. Beiden Aktionsformen wohnt aber die gleiche Respektlosigkeit vor dem Eigentum anderer inne.

Von solchen Aktionen Rückschlüsse auf das gesellschaftliche Klima zu ziehen, in dem sie gedeihen konnten, wäre natürlich überzogen. Oder doch nicht?

Der Selbstdarsteller und der Eremit

11.09.2009 11:28 - Money and Fame by Daniel Drungels - 6 Kommentare

Die Schmierenkomödie um das iranische Atomprogramm geht in die nächste Runde.

Wieder einmal hat der Westen den Machthabern der islamischen Republik ein Gesprächsangebot unterbreitet und wieder einmal werden die Tyrannen von Teheran die Bemühungen des Westens ins Leere laufen lassen.

Das Ganze mutet an, wie die Gesprächssituation zwischen einem Eremiten und einem Selbstdarsteller. Während der Eremit schweigt, zuhört und sich einen Dreck darum schert, was der Selbstdarsteller von sich gibt, redet der Selbstdarsteller ohne Pause, hört nicht zu und schert sich einen Dreck darum, ob der Eremit sein Gelaber hören will oder nicht. Das Paradebeispiel für gelungene Kommuniktion, weil beide Seiten ihr Kommunikationsziel erreichen.

Während Wahlverlierer Ahmadinedschad Verhandlungen ablehnt, den „Geist des Widerstands“ und die „Opferbereitschaft“ des iranischen Volkes bemüht und damit in die bodenlosen Tiefen der Geschmacklosigkeit herab taucht, erstürmt der neue US-Botschafter bei der UNO in Wien, Glyn Davies, den Gipfel der Lächerlichkeit, wenn er sagt, man habe „ernste Sorge“, „dass Iran absichtlich versucht, sich zumindest die Möglichkeit zu erhalten, Atomwaffen zu bauen“. Wäre die Lage nicht so bitterernst, es wäre der perfekte Stoff für eine Politsatire.

Entenjagd

05.09.2009 19:49 - Money and Fame by Daniel Drungels - 18 Kommentare

Angeblich hat Miguel D’Escoto Brockmann, der Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Fidel Castro zum „World Hero of Solidarity“ ernannt. Diese Geschichte geistert zumindest gerade durch’s Netz. Wenn die Geschichte stimmt, wäre das zwar ein weiterer Schlag für die moralische Autorität der UN, würde mich aber nicht überraschen. Dennoch mutet die Sache seltsam an. Ich habe zuerst bei Joachim Steinhöfel davon gelesen und dann versucht, die Geschichte über mehrere Blogs bis zu ihrem Ursprung zurück zu verfolgen. Am Ende führen alle Links zu einem nicht datierten Artikel der Latin American Herald Tribune. Dort heißt es:

“What we want to do is present these three people to the world and say that they embody virtues and values worth emulation by all of us,” said D’Escoto, who like the socialist Morales is a staunch critic of U.S. foreign policy in Latin America.

Auf der Internetseite der UN ist diesbezüglich nichts zu finden und auch eine Google Suche bringt keine weiteren Informationen. Ente?

Curse – Freiheit

04.09.2009 16:03 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 6 Kommentare

Curse ist der Schmusetiger der Deutschrap-Szene. Schon früh versaute er sich seine street cred, weil er sich korrekt artikulierte und sich nicht darauf beschränkte, über Rap zu rappen. Außerdem sprach Curse oft davon, wie ihn seine Freundin verlassen hatte, wo doch doch jeder weiß, dass Rapper keine Freundinnen haben, sondern nur Bitches ficken. Seither ist seine Ex der Runningag unter Gangstarappern.

Curse ist aber auch einer der wenigen deutschsprachigen Rapper, die gerne experimentieren und sich musikalisch nicht festlegen lassen. Von der Zusammenarbeit mit der Punkband 4Lyn auf dem Album “Innere Sicherheit” bis “Bis zum Schluss” mit der Unterstützung von Silbermond, hat Curse sich nie geschaut, etwas neues zu wagen.

Sein aktuelles Album heißt “Freiheit” und das ist auch der Titel der ersten Singleauskopplung, die bereits im April erschienen ist. Ich muss sagen, abgesehen von den pathetischen Streichern und dem theatralischen Chorus, ist das ein wirklich kitschiger Song. Daumen hoch!

Deine Meinung zählt!

09.08.2009 17:48 - Money and Fame by Daniel Drungels - 10 Kommentare

Es gibt nichts langweiligeres als Wahlplakate. Immer die gleichen aufgesetzt lächelnden Visagen und die gleichen abgedroschenen Sprüche. Dass es auch anders geht, beweist die Piratenpartei Münster mit ihren Plakaten zur Kommunalwahl in Münster. Statt vorgefertigter Wahrheiten und nichtssagender Parolen, setzt die Piratenpartei auf die Kreativität der Bürger.

Deine Meinung zählt!

Deine Meinung zählt!

Man beachte die ironisierende Wendung der Phrase vom “rechtsfreien Raum”.

Überwachung ist...

Überwachung ist...

Mit dieser Aktion überträgt die Piratenpartei gewissermaßen den Mitmach-Gedanken der virtuellen Social Networks auf die Straße in die reale Welt. Das ist eigentlich nicht verwunderlich, leiten sich doch die programmatischen Kernthemen der Piratenpartei aus den Herausforderungen ab, die das Internet und die zunehmende kommunikative Vernetzung an eine Informationsgesellschaft stellt. Dass die Piraten mit dieser Plakatkampagne in Interaktion mit dem Bürger tritt, ist deshalb nur der nächst logische Schritt.

Diese Plakataktion zeigt deutlich, dass die Grenzen zwischen der virtuellen und realen Welt allmählich verschwimmen und beide Sphären sich wechselseitig beeinflussen, wie nicht zuletzt auch dieser Beitrag zeigt. Wenn Sie, lieber Leser, also einen Spruch für ein Plakat der Piratenpartei vorschlagen möchten, dann hinterlassen Sie einen Kommentar und ich mache mich mit einem Edding auf den Weg, um Ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen.

STILLESCHREIE

29.07.2009 10:52 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 2 Kommentare

Ich war kürzlich zu Gast auf der Ausstellung der diesjährigen Diplomarbeiten im Fachbereich Design an der FH Münster und viele Arbeiten haben mich schwer beeindruckt. Gerade die Diplomarbeiten im Bereich Illustration waren auch für Laien wirklich schön anzusehen. Eine dieser Arbeiten ist mir weniger wegen ihrer Optik, als der Idee und des Konzepts in Erinnerung geblieben.

Brüno – Eine Kritik

28.07.2009 16:58 - Money and Fame by Daniel Drungels - 10 Kommentare

Ich habe mir den neuen Film von Sacha Baron Cohen „Brüno“ angesehen. Das Fazit vorweg: „Brüno“ ist oft schockierend aber leider nur selten komisch.

Nachdem der schwule Modejournalist Brüno als Moderator von „Funkyzeit, der allersuperwichtigsten TV-Fashionshow, die es gibt im deutschsprachigen Raum außer in Deutschland“ gefeuert wurde, schickt dieser sich an der „berühmteste Superstar Österreichs seit Hitler“ zu werden. Dazu reist Brüno nach Los Angeles, besucht Vorsprechen, um eine Rolle in einem Hollywood Blockbuster zu ergattern und bringt so ziemlich jede peinliche Aktion, die Hollywoodsternchen tun, um ihren Marktwert zu steigern. Er lässt sich den Anus bleichen, versucht ein Sextape mit dem amerikanischen Politiker Ron Paul zu drehen und als Charityfee das „größte Problem der Welt“, den Nahostkonflikt, zu lösen. Auf dem Rückweg in die USA fliegt Brüno über Afrika um „zum Shoppen zu stoppen“ und tauscht dort einen ipod gegen ein afrikanisches Waisenkind ein, mit dem er dann als alleinerziehender Vater in einer Talkshow auftritt. Noch während der Sendung wird Brünos Adoptivkind – O.J. – vom staatlichen Jugendamt in Schutzgewahrsam genommen. Daraufhin versucht Brüno sich in einem Diner mit einer Kohlenhydrateüberdosis das Leben zu nehmen, wird aber im letzten Moment von seinem Assistenten gerettet.

Markets fail; use markets.

21.07.2009 14:04 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - Kommentieren

Ich bin ein großer Fan von EconTalk, einer Podcast-Serie der Library of Economics and Liberty und möchte einfach mal behaupten, dass sich zu einem Großteil der in diesem Blog besprochenen Themen ein passender Podcast findet, der dem interessierten Leser weiterführende Einblicke und Denkanstöße geben kann. Besonders empfehlen möchte ich die Episode mit Justin Fox, dem Autor von “The Myth of the Rational Market”. Zugegeben, für Laien (wie mich) ist es streckenweise nicht ganz einfach dem Gespräch zu folgen. Der Versuch lohnt sich aber allemal.

Die ganze Episode (58:08 Min.) zu besprechen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wer aber einzelne Aspekte ansprechen möchte, kann die Abschrift mit den Zeitangaben nutzen, die unter dem Podcast zu finden ist. Hier noch ein Zitat:

On the University of Chicago people say markets work well. So you should use the market. At MIT and other bastions of mainstream economics, they say markets fail; use governement. At George Mason we say markets fail; use markets. Yup, people are imperfect, markets mess up, maybe there are bubbles even but politicians and bureaucrats suffer from the same behavioural challenges that we do and you’d rather have power decentralized than centralized.