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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Ich bin ein Volksverräter

Sascha Tamm, 04.10.2016

– und das ist auch gut so! Ich gestehe: Mich interessiert das Volk nicht. Ich gehöre nicht zu denen, die so gern und mit Begeisterung „das Volk“ sind. Ich finde das Volk oft ausgesprochen widerlich. Auch bei sehr vielen politischen Fragen würde ich nicht zum Volkskörper gehören, dessen Meinung sich durch Mehrheiten bestimmt. Ich bin gegen Atomausstieg und für weitgehend ungehinderte Zuwanderung zum Beispiel. Ich bin gegen staatliche Überwachung und auch dagegen, die Reichen stärker zur Staatskasse zu bitten. Mit fällt noch vieles ein, das mich als unvollkommenes oder gar unwürdiges Mitglied des deutschen Volkes kennzeichnen würde. Ich bin z.B. pro-amerikanisch und russlandkritisch, ausdrücklich für Gentechnik, aber gegen Spekulationssteuer und staatlich verordnete Leitkultur. Lassen wir es dabei. Ich passe nicht ins Volk oder besser: nicht in die verschiedenen Gruppen, die sich für das Volk halten – sei die Definition nun biodeutsch, kulturdeutsch oder multikulturell. Ich gestehe auch: Ich fühle die innere Einheit nicht – und ich will sie nicht spüren. Die schlimmste aller denkbaren Lebenswelten wäre die als Bestandteil eines Volkes, in dem alle Mitglieder durch eine innere Einheit beherrscht würden.

Ich gehöre übrigens auch nicht zur „Gesellschaft“ oder zur „Bürgergesellschaft“. Auch diese Kollektive haben zunehmend die Tendenz, Mehrheitsmeinungen den Abweichlern aufdrücken zu wollen.

Ich möchte mich nicht über die Zugehörigkeit zu einem Kollektiv definieren und meine Positionen an dessen Mehrheitsmeinung, oder noch schlimmer an dessen Einheitsmeinung orientieren. Das heißt nicht, dass ich mich in Deutschland nicht wohlfühle – es ist ein ganz angenehmer Platz zum Leben, gerade weil es Möglichkeiten gibt, sich dem Volk ganz gut zu entziehen.

Man kann den gewählten Politikern in Deutschland viele Vorwürfe machen – die meisten sind berechtigt… doch der Vorwurf des „Volksverrats“ ist absurd. Mir würde gefallen, wenn unsere Politiker ihm stärker gerecht werden würden – wenn sie weniger kollektivistisch denken, weniger Stimmungen hinterher laufen und weniger darauf vertrauen könnten, die Stimmungen des Volkes mit ein wenig Umverteilung zu sedieren. Kurz, wenn sie sich darauf konzentrieren würden, die Freiheit jedes Einzelnen zu schützen und diese Einzelnen ansonsten in Ruhe zu lassen. Doch das würde wohl dem Volk nicht gefallen – es ist schließlich von Politikern gut erzogen worden.

So bin ich den Politikern manchmal ein wenig dankbar, wenn sie das Volk verraten.

The Battle – das Video

Liberalismus und Anarchokapitalismus: am 15.07.2016 debattierten Michael von Prollius und Stefan Blankertz, routiniert moderiert vom a’team Frauenbeauftragten Daniel Fallenstein, an der BiTS-Hochschule in Berlin über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, über Bündnismöglichkeiten und Abgrenzungsnotwendigkeiten. Hier das Video. Zwei Stunden Battle, gefilmt von den Sons of Libertas (was länge währt, geht endlich on…):

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Vom Falken zur Taube – Shimon Peres

Er war einer der ganz grossen Politiker, die die Bezeichnung „Staatsmann“ verdienten. Präsident Shimon Peres, geboren am 2. August 1923 als Szymon Perski in Wiszniewo verstarb am 28. September 2016, 25. Elul, 5776. 1934 wanderte er mit seiner Familie nach Palästina aus. Nach dem Besuch einer Landwirtschaftsschule lebte er im Kibbuz Gewa im Norden des […]

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Max Mannheimer – ein Leben gegen das Vergessen

Geboren wurde Max Mannheimer am 6. Februar 1920 in Neutitschein in Nordmähren. Am vergangenen Freitag, den 23.09.2016 verstarb er im Alter von 96 Jahren in Haar bei München. Sein Vater, so erzählte Max einmal, hätte nie geglaubt, dass den Juden in Deutschland ein so grausames Schicksal bevorstehen würde. Sie seien doch alle Deutsche, viele hätten […]

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Tachles und Helferei in Zürich, New Israel Fund und Ha’aretz – Vier gegen Israel (Teil I)

Die einst als liberal geltende Tageszeitung Ha’aretz muss heute als links ausgerichtet betrachtet werden. Federführende Journalisten wie Gideon Levy und Amira Hass sind nicht die einzigen, aber sicher die im deutschsprachigen Raum bekanntesten. Im Tachles, dem einzigen verbliebenen jüdischen Wochenblatt in der Deutschschweiz, bekommt Levy mehrmals im Jahr Doppel- und Dreifachseiten, um dort seine politischen […]

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Schabbatabend in Wien

Freitag Abend, eine gute Stunde vor Schabbat Eingang. In seinem Restaurant in der Seitenstättengasse 2, unmittelbar neben dem Wiener Stadttempel schaut Eddie sehr vergnügt drein. Die Türen sind, im Gegensatz zu früheren Besuchen, weit geöffnet und geben den Blick frei auf ein gepflegtes Restaurant. Die Tische sind festlich eingedeckt, wie es sich für einen Freitagabend […]

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