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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

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Esther Scheiner, 17.11.2015

Nein, ich bin nicht traurig und erschüttert, wie damals, im Januar, als auf einmal viele von uns behaupteten #jesuischarlie, ja richtig, Charlie Hebdo und dabei ganz vergassen, dass es auch Tote in einem Koscher Supermarkt gegeben hatte. #JeSuisJuif fand erst langsam den Weg zu Twitter, Facebook, und anderen Medien. Es waren vier, zunächst namenlose jüdische Opfer die durch die Kugeln eines moslemischen Terroristen starben.

Es war ein „sans papiers“, ein Asylant, Lassana Bathily, der einige Menschen vor den Terroristen im Kühlhaus des Supermarktes versteckte und ihnen so das Leben rettete. Die Republik dankte es ihm, indem sie ihm die Staatsbürgerschaft verlieh. Er ist Moslem aus Mali. Die Medien vergassen ihn, ebenso wie die jüdischen Opfer nach wenigen Tagen.

Es war ein Freitag, so wie vor vier Tagen.

Die Welt hat sich ungerührt weitergedreht. Bis vor vier Tagen.

Wieder war es ein Freitag in Paris.

Ein lauwarmer Herbstabend, junge Menschen wollten feiern, wollten das Leben geniessen, in einem der Caféhäuser sitzen, oder ein Konzert geniessen. Die Karten waren teuer und rar. Jeder, der eine ergattert hatte, freute sich.

Andere wiederum wollten hochkarätigen Fussball sehen, ein stressfreies Spiel, Les Bleus gegen die Deutschen, die 0:2 verloren haben, vielleicht die Vorwegnahme der Fussball EM, die auch im Stade de France zu Gast sein wird.

Ganz Paris schien den Abend zu geniessen, bis auf einmal die ersten Schüssen fielen. Der Sicherheitsbeamte, Zouheir (er möchte seine Identität schützen), der vor dem Fussballstadium den Terroristen entdeckte, war Moslem. Hätte er bei der Kontrolle versagt, es hätte zahllose Tote mehr zu beklagen gegeben.

Im Konzerthaus Bataclan gab es keine Sicherheitskontrollen, zumindest was bisher bekannt ist. Das Bataclan war schon 2008 von arabischen, vermummten Aktivisten angegriffen worden, niemand hatte es ernst genommen. Auch nicht, dass sie immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert wurden, dass der Besitzer des Clubs ein Jude sei.

Niemand hatte auch die Versuche von BDS nahestehenden und antiisraelischen Gruppen und Organisationen ernst genommen, die versucht hatten, die Band, die auftrat, „Eagels“, von einem Auftritt in Israel abzuhalten. Unter denen, die sie bedrängten, war auch Roger Waters (Pink Floyd), ein leidenschaftlicher Antisemit. Ein Crew Mitglied der Eagels überlebte den Anschlag nicht.

Warum ich nicht traurig und erschüttert bin? Ich wurde desillusioniert!

Weil wir nichts, aber auch gar nichts gelernt haben. Ich bin Europäerin und Israelin. Beide Seiten von mir empfinden nur Wut, dass wir uns vorführen lassen in den Augen der Weltöffentlichkeit. Wir lassen uns vorführen von Menschen, die ihren Weg nach Europa gefunden haben, über alle Grenzen und Sicherheitskontrollen hinweg. Und wir können nichts gegen sie tun, weil wir politisch korrekt sein wollen. Weil wir die Verpflichtung gegenüber Menschen in Not empfinden, die auf der Flucht sind.

Wir werden und dem Terror stellen müssen, quer durch Europa und ohne Chance, uns gegen ihn zu wehren.

 

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