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Ausgewählte Tag-Kategorie: Academia

Promotionsthema für klassenbewusste GuGs zu vergeben

17.08.2008 16:36 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 35 Kommentare

Die Parteilichkeit ist ein fester Bestandteil des historischen Materialismus, der eine objektive Einschätzung der Lage jeder Klasse der Gesellschaft ermöglicht und beweist, daß die Zukunft dem Proletariat, der fortschrittlichsten Klasse gehört.

Sie sind der Aufassung, dass diese Worte Walter Ulbrichts von 1958 nach wie vor gültig sind? Dass wahre Volksdemokratie und Kapitalismus unvereinbar sind? Sie möchten darüber hinaus für Ihre Promotion gerne entsprechende, vom richtigen Klassenstandpunkt geprägte, Anleitung? Auf nach Siegen - da werden Sie geholfen, Genosse!

Italiens faschistische Tradition

16.01.2008 13:43 - Statler & Waldorf by Statler - 70 Kommentare

Manchmal kommt sie eben doch wieder zum Vorschein (via). Man muß sich darüber klar werden, daß Universitäten eben keine Orte wie alle anderen sind. Sie werden von Wissenschaftlern bevölkert. Von diesen sollte man annehmen, daß ihnen das Prinzip, über strittige Fragen miteinander zu diskutieren, in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wissenschaftler, die über strittige Fragen nicht diskutieren, sondern Rede- und Auftrittsverbote verlangen, sind jedenfalls äußerst suspekt — auch wenn man sie, etwa in der Klimaforschung, neuerdings wieder häufiger antrifft.

Ivy League Podcasts

18.12.2007 19:05 - Audiovideo, Statler & Waldorf by Statler - 14 Kommentare

Seien wir ehrlich, das Internet ist Dreck. Bei vielen Blogs hat man das Gefühl, sie seien, wie ein kluger Kopf mal gesagt hat, “text for people who cannot read“. Youtube mag ein schöner Fundort für verloren geglaubte Musikvideos sein, ist aber ansonsten vor allem ein Beweis dafür, daß nur sehr wenige Menschen Kameras besitzen sollten. Zeitungen publizieren im Internet den Müll, der es nicht in die Printausgaben geschafft hat. Das Internet ist ein einziger, großer, guter Grund für Kulturpessimismus — eigentlich.

Manchmal gibt es allerdings echte Perlen, wie etwa die Podcasts verschiedener Vorlesungsreihen aus Yale. Philosophie, Physik, Theologie, Politik — alles ist vertreten. Schier unglaublich ist Ramamurti Shankar, der Physiker, der ohne jede schriftlichen Unterlagen die wildesten Gleichungen aus dem Kopf an die Tafel schreibt. Und auch sonst ist es erstaunlich, wie die Dozenten im Vortragsstil und Auftreten oft den Klischees entsprechen, die man von den einzelnen Fächern hat. Jedenfalls sind diese Podcasts beste Unterhaltung für lange Winterferienabende.

Der Fluch der Political Correctness

15.09.2007 20:11 - Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar

Herrje, nimmt das denn gar kein Ende? Ich dachte, diese kindische Art von Meinungskontrolle wäre mit den 1990ern ausgestorben.

Widerstand ist zwecklos! Sie werden assimiliert!

30.08.2007 20:40 - Statler & Waldorf by Statler - 9 Kommentare

Also, was tut sich denn so in den Wirtschaftswissenschaften? Wenn man sieht, woran die großen Fische im Teich gerade arbeiten, dann drängt sich jedenfalls der Eindruck auf, daß die Öffnung für Einflüsse aus den Nachbardisziplinen in eine weitere Runde geht. Benabou entdeckt den mit psychologischen Kosten zu erklärenden Groupthink, wenn er sich fragt, wieso in so vielen Organisationen und in der Politik verfügbare Informationen einfach ignoriert werden und man sehenden Auges Entscheidungen auf der Grundlage von falschen Vermutungen trifft. Tabellini interessiert sich neuerdings für die Frage, ob formale politische Institutionen auf in der Bevölkerung verbreiteten Werten basieren, oder ob Werte erst durch formale Institutionen verbreitet werden — und greift dabei sogar auf Datensätze von Sprachwissenschaftlern zurück.

Werden also die Wirtschaftswissenschaften “weicher“? Weit gefehlt, Benabous formales Modell ist komplex wie eh und je, Tabellini macht weiterhin state-of-the-art Ökonometrie. Die Methoden bleiben erhalten, werden weiterhin geschärft, aber das Interessensgebiet dehnt sich aus. Vielleicht steht also doch eher eine neue Welle des ökonomischen Imperialismus an? In den angelsächsischen Top-Journals der Politologen kann man schon heutzutage kaum noch etwas veröffentlichen, wenn man nicht entweder ein Rational-Choice-Modell (wie in der ökonomischen Theorie) oder quantitative Empirie (mit ökonometrischen Methoden) vorlegt. Insofern: Zieht Euch warm an, in den Nachbardisziplinen!

Ob ich persönlich das gut finde, das ist eine andere Frage. Eigentlich gäbe es noch genügend offene, im engeren Sinne ökonomische Fragen, an denen wir uns abarbeiten sollten.

Ich frage, Sie antworten

26.08.2007 17:25 - Statler & Waldorf by Statler - 5 Kommentare

Jedes Jahr das Gleiche, kaum wird es ein wenig herbstlich, schon kriege ich wieder einen ideengeschichtlichen Anfall. Also: Kann mir jemand ein gutes Buch über die hellenistischen Wurzeln der Mathematik empfehlen? Gerne auch englisch, gerne auch mathematische Vorkenntnisse voraussetzend.

Kursplan

23.08.2007 10:24 - Statler & Waldorf by Statler - Kommentieren
Assignments: Web assignment 11: is Francis Fukuyama an idiot? due by 11 AM on November 13

Nicht schlecht, dieser Brad DeLong. Gar nicht schlecht. Überhaupt eine interessante Leseliste für einen Political Economy-Kurs. Da würden hier schon wieder alle jammern, daß das viel zuviel zu lesen wäre.

SPME

22.08.2007 10:26 - Statler & Waldorf by Statler - 62 Kommentare

Einigen Lesern wird es vielleicht schon aufgefallen sein: In der rechten Spalte ist nun auch das Banner der SPME zu finden, einer Organisation, deren Mission Statement unter anderem sagt, daß

SPME believes there is room for negotiation. SPME is trying to counterbalance the well-documented and increasing anti-Israel and anti-Semitic forces that have made their way to the college campuses today, as SPME believes they do not contribute to peace for anyone affected.

SPME hat sich jüngst einige Meriten durch eine Petition erworben, in der sie einen akademischen Boykott israelischer Forscher scharf kritisierte, den die britische University and College Union forderte. Diese Petition wurde bisher von über 11.000 Forschern, Dozenten und Studenten aus der ganzen Welt unterzeichnet, darunter zahlreiche Nobelpreisträger, die alle darauf bestehen, ebenfalls einem solchen Boykott unterworfen zu werden, sofern ihre israelischen Kollegen davon betroffen sein sollten. Wer bisher noch nicht unterzeichnet hat, kann dies immer noch tun.

Wie ich wegen leichter Arbeitsüberlastung bisher nur am Rande mitbekommen habe, wird derzeit übrigens auch eine deutsche Sektion von SPME gegründet. Erste Informationen dazu gibt es hier.