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Wenn Soldaten Soldaten schützen

23.04.2008 09:19 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M. - 1 Kommentar

Eine Trüffel: Die Deutsche Bundeswehr ist nach Afghanistan gezogen, um die Zivilisten vor den Taliban zu schützen.

Jetzt soll das Kontingent erheblich aufgestockt werden. Um die Soldaten, welche die Zivilisten vor den Taliban schützen, vor den Taliban zu schützen. Ist das jetzt diese berühmte “Spirale der Eskalation”?

Die Schweizer haben ihre beiden Offiziere schon vor Monaten nach Hause geholt. Sonst müssten die jetzt wohl zwei weitere rüber schicken.

Germany Goes to War

Die Bundesregierung sträubt sich, doch der Druck wird stärker: Jetzt hat sich auch Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer für den Einsatz von Bundeswehrsoldaten über den Norden Afghanistans hinaus stark gemacht. US-Generalstabschef Mullen fordert darüber hinaus eine Aufstockung der deutschen Truppen.

Da kommt ein ziemliches Problem auf Deutschland zu. Sagt man Nein, ist das das Ende der Nato und gar mancher Freundschaften.

Sagt die Regierung hingegen Ja, was die wahrscheinlichste Antwort sein wird,

“Kampfverband”

Es führt wohl kein Weg daran vorbei, dass Deutschland seine Rolle in der Welt neu definieren muss. Nur Exportweltmeister reicht auf die Dauer nicht. Afghanistan ist der Wendepunkt.

In den folgenden vier Sätzen spiegelt sich die (militärische) Zukunft des Landes.

Die Bundeswehr will bis zu 250 weitere Soldaten nach Nordafghanistan schicken. Es soll sich um einen Kampfverband handeln. Bisher nimmt die Bundeswehr in dem Land nur Stabilisierungsaufgabe wahr. Die Entsendung des Kampftverbands soll den Rückzug eines anderen Landes aus der Region aus ausgleichen.

“Kampfverband” ist ab sofort Anwärter auf das Wort des Jahres.

Rückzug der Schweizer

Schwerer Schlag für die Koalitionstruppen in Afghanistan: Die Schweiz zieht ihr Kontingent ab.

Clevere Südkoreaner

Die Südkoreaner sind ja so was von clever. Die verhandeln seit Tagen mit dem Taliban, um ihre Landsleute aus Afghanistan raus zu holen (wen wollten die dort eigentlich missionieren?). Und versprechen den Beim-Barte-des-Prophetigen das Blaue vom Himmel und noch ein paar Dinge dazu.

Wenn dann alle Geiseln befreit sind und im Flieger von Korean Air sitzen, sagen sie zu den Taliban: April, April, wir ziehen weder unsere Truppen ab, noch wird das was mit dem Blau vom Himmel. Wir haben euch reingelegt und das ist auch gut so.

Oder täusche ich mich etwa?