DDH schreibt:
Nicht die Libertären sollten für Eva Herman kämpfen (denn mit welchen Argumenten sollten sie das tun?) wohl aber die hier mehrheitlich versammelten “Minimal-Staazis”, wenn sie ihre vollmundigen Reden vom weltanschaulich neutralen, Gesinnungen nicht-diskriminierenden Staat und seinen öffentlich-rechtlichen Subsystemen nicht Lügen strafen wollen. Funktioniert praktisch nicht? Ja eben: Staat funktioniert nicht. Guten Morgen allerseits! :-P
Nein, als Minimalstaatsbefürworter sehe ich mich auch nicht genötigt, Eva Herman zu verteidigen. Wieso auch? Der Minimalstaatler an und für sich ist ja schließlich nicht der Ansicht, daß es öffentlich-rechtliches Fernsehen geben müsse. Fernsehen und Radio gehören vollständig in private Hände, gerade weil parteipolitisch besetzte Lenkungsgremien im Rundfunk keine weltanschauliche Neutralität gewährleisten können. Aber bei diesen Gremien liegen nunmal derzeit die Eigentumsrechte an öffentlich-rechtlicher Sendezeit, also haben sie jedes Recht, Eva Herman zu feuern. Die Frage, ob sie das Eigentumsrecht behalten sollten, hat mit dem Fall der Mutter der Nation nun wirklich nichts zu tun. Und die wird ja nun auch nicht wirklich zensiert — irgendwo zwischen Junger Freiheit und dem FPÖ-Parteimagazin wird sie schon einen dankbaren Abnehmer für die Resultate ihrer weiteren schriftstellerischen Tätigkeit finden.
Also: Der Minimalstaatler will, daß der Staat die Voraussetzungen dafür schafft, daß Individuen private Verträge miteinander schließen können, wozu eben auch die Durchsetzung dieser Verträge gehört. Mehr nicht. Aber weniger auch nicht. Denn ein empirischer Befund, der zeigen würde, daß Anarchie in großen Gesellschaften funktionieren könnte, steht ja glaube ich auch immer noch aus.