Ausgewählte Tag-Kategorie: Anakaps

Wer ist schon Dieter?

14.06.2008 11:30 - dagny's tags by dagny t. - 9 Kommentare

In Ermangelung eines Erfinders wie John Galt, der den Motor der Welt verstummen hat lassen, ist die Frage nach der Bedeutung eines Dieter Bohlen etwas weit hergeholt.

Und dennoch ganz aktuell: Der Tagesspiegel greift Gerüchte über ein Treffen von Showstars auf. Auf diesem Treffen wurde der Umgang mit einem Kanzler Lafontaine diskutiert.

Die Lösung Dieter Bohlens besteht offenbar in einer Abstimmung mit den Füssen (An dieser Stelle: Danke an Irland!) - Bohlens Galt’s Gulch steht in Spanien, vielleicht auf Mallorca.

Typisch Deutsch das Fazit im Tagesspiegel: Wem der erfolgreiche Unternehmer Bohlen mit seinen attraktiven Frauen schon immer auf den Sack ging, wer Schadenfreude ansgesichts des Einbruchs in Bohlens Villa verspührte, der macht sein Kreuz bei der Ex-KPD, Ex-SED, Ex-PDS.

Spiel und Spaß ohne staatliches Gewaltmonopol

09.04.2008 08:01 - Statler & Waldorf by Statler - 22 Kommentare

oder: Hobbes im Wasser.

Das Besondere an Somalia ist, dass es als Staat gar nicht mehr existiert. Hier herrschen Clanführer, die an Land keine Verdienstmöglichkeit mehr sehen und ganz klar auf Lösegeld setzen. Sie schicken ihre Leute mit Kalaschnikows und Raketenwerfern los. Bei so schwerem Geschütz ist die Hand schneller am Abzug als früher, als man mit Messern und Macheten zur Sache ging. Das sind Leute, mit denen nicht zu spaßen ist.

via SPIEGEL ONLINE.

Individuum vs. Kollektiv

27.03.2008 16:09 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 17 Kommentare

In gut funktionierenden Gruppen ist das schlechteste Gruppenergebnis besser als das beste Einzelergebnis. Weisheit des Kollektivs.

Wer hat das gesagt?
a) Karl Marx
b) Bischof Marx
c) Stefan Blankertz

Jenseits der in letzter Zeit hier leider einige Male vom Polemischen ins Persönliche entglittenen - deshalb umso unnötigeren - Auseinandersetzungen zwischen “parteiliberalen Staazis” und “ungebildeten Libertären” eine spannende Diskussion in der Freiheitsfabrik zum Verhältnis Individuum vs. Kollektiv…

Homo homini lupus

12.03.2008 21:39 - Statler & Waldorf by Statler - 115 Kommentare

oder: Hobbes am Berg.

Wer zum Everest kommt, muss sich auf Diebstahl einstellen. Im Gebirge ist das fatal: Der Verlust der Ausrüstung kann den Tod eines Bergsteigers bedeuten. Wenn einem Alpinisten auch nur eine billige Flasche für seinen Gaskocher geklaut wird, hat er keine Hitze, um Schnee zu schmelzen. Und gerade bei der Höhenkrankheit, die hier oft auftritt, muss man viel trinken.

Soviel zur Durchsetzung privater Eigentumsrechte ohne Staat.

Übrigens geht es noch schlimmer. Vor einigen Jahren wurde berichtet, daß eine Everest-Seilschaft an einem hilflosen Bergsteiger vorbei weiter aufgestiegen ist. Er wurde zum Sterben zurückgelassen. Anscheinend setzt bei Leuten, die 40.000 Euro für eine Expeditionsteilnahme zahlen, etwas aus und sie tun Dinge, die für Normalbergsteiger wie unsereinen völlig undenkbar wären.

Heute vor 6 Jahren…

23.01.2008 11:07 - IUF Comments by Sascha Tamm - 1 Kommentar

… ist Robert Nozick gestorben. Das ist zwar kein runder Gedenktag, doch es fiel mir gerade auf und so erinnere ich mich an eine Begebenheit im Zusammenhang mit dem Tod meines Lieblingsphilosophen.

André Lichtschlag hatte eine Anfrage der WELT bezüglich eines Nachrufes an mich weitergeleitet. Doch kurz danach erhielt ich einen Anruf von eben diesem Blatt. Man habe sich entschlossen, einen sehr ausführlichen Nachruf auf Pierre Bourdieu zu bringen, der am selben Tag gestorben sei. Deshalb sei kein Platz für Nozick. So hielt es übrigens der Großteil der deutschen Presse. Hätten beide länger gelebt, z.B. bis heute, würden wir dasselbe erleben. Das wirft ein Licht auf den Zustand der öffentlichen Meinung und eines großen Teils der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Was zählt, ist Betroffenheit und eine Sprache, die möglichst verwirrend ist. Was zählt, ist ein vermeintlich kritisches Bewusstsein: Bourdieu war - natürlich - gegen den Neoliberalismus, gegen die Globalisierung und forderte die “ökonomische Alphabetisierung” der Massen. Letzteres wäre gar nicht so schlecht, wenn er damit nicht die Verblödung im Sinne einer naiven Ausbeutungskritik und einer staatlichen Wirtschaftsteuerung gemeint hätte.

Nozick dagegen besticht durch die Klarheit seiner Aussagen und die Eleganz seiner Argumentation - der man sich natürlich auch als Liberaler/Libertärer/Freigeist nicht in allen Punkten anschließen muss und an der viel Kritik möglich ist. Doch das ist es, was viele der selbsternannten kritischen Geister nicht wollen: sich mit Argumenten und Prinzipien auseinandersetzen.

Wir machen keine Geschäfte mit den Bullen

10.11.2007 10:13 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 8 Kommentare

Das dritte von 10 Geboten der Mafia. Durchaus nachvollziehbar im Sinne eines Wettbewerbsverbotes, wenn man diese Organisation als eine illegale Konkurrenz des Staates betrachtet: ist Schutzgelderpressung denn etwas anderes als die Ausserkraftsetzung freiwilliger Vertragsbeziehungen durch Gewaltandrohung?
Die Cosa Nostra als Antithese zur freien Marktwirtschaft.
Oder - im Gegenteil - ein etwas rigides Beispiel einer Hoppeschen Rechtsagentur, wie unser Volkskorrespondent D. meint, von dem der Hinweis stammt?
Es könnte aber auch gut sein, dass sich die Antworten auf beide Fragen nicht widersprechen, sondern ergänzen.

Kurze Richtigstellung des Minimal-Staazis

11.09.2007 15:10 - Statler & Waldorf by Statler - 41 Kommentare

DDH schreibt:

Nicht die Libertären sollten für Eva Herman kämpfen (denn mit welchen Argumenten sollten sie das tun?) wohl aber die hier mehrheitlich versammelten “Minimal-Staazis”, wenn sie ihre vollmundigen Reden vom weltanschaulich neutralen, Gesinnungen nicht-diskriminierenden Staat und seinen öffentlich-rechtlichen Subsystemen nicht Lügen strafen wollen. Funktioniert praktisch nicht? Ja eben: Staat funktioniert nicht. Guten Morgen allerseits! :-P

Nein, als Minimalstaatsbefürworter sehe ich mich auch nicht genötigt, Eva Herman zu verteidigen. Wieso auch? Der Minimalstaatler an und für sich ist ja schließlich nicht der Ansicht, daß es öffentlich-rechtliches Fernsehen geben müsse. Fernsehen und Radio gehören vollständig in private Hände, gerade weil parteipolitisch besetzte Lenkungsgremien im Rundfunk keine weltanschauliche Neutralität gewährleisten können. Aber bei diesen Gremien liegen nunmal derzeit die Eigentumsrechte an öffentlich-rechtlicher Sendezeit, also haben sie jedes Recht, Eva Herman zu feuern. Die Frage, ob sie das Eigentumsrecht behalten sollten, hat mit dem Fall der Mutter der Nation nun wirklich nichts zu tun. Und die wird ja nun auch nicht wirklich zensiert — irgendwo zwischen Junger Freiheit und dem FPÖ-Parteimagazin wird sie schon einen dankbaren Abnehmer für die Resultate ihrer weiteren schriftstellerischen Tätigkeit finden.

Also: Der Minimalstaatler will, daß der Staat die Voraussetzungen dafür schafft, daß Individuen private Verträge miteinander schließen können, wozu eben auch die Durchsetzung dieser Verträge gehört. Mehr nicht. Aber weniger auch nicht. Denn ein empirischer Befund, der zeigen würde, daß Anarchie in großen Gesellschaften funktionieren könnte, steht ja glaube ich auch immer noch aus.

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Neoliberalismus

04.09.2007 10:39 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 15 Kommentare

Man kann sich mit der inzwischen fast vollständig gelungenen Wandlung des Begriffes Neoliberal von einer politischen Kategorie in eine gegen jeden Ansatz von Deregulierung verwendete linke Agitprop-Parole satirisch auseinandersetzen, so wie das unsere Freunde von neo.liberalismus.at tun.

Man kann doktrinär-libertär im Stil von alles Schlampen ausser Murray im historischen Neoliberalismus vor allem die etatistischen Illusionen einiger seiner Protagonisten sehen (und dabei in einem Aufwasch den Anarchismus als einzig konsequenten Liberalismus deklarieren), wie unsere marktanarchistischen Nachbarn von :paxx.

Man kann aber auch, wie Michael Wohlgemuth im Weblog Wirtschaftliche Freiheit, die Fakten über das Gespenst des Neoliberalismus zu einem wirklich lesenswerten und informativen Beitrag zusammenstellen:

Mögen die herrschenden Klassen vor einer neoliberalen Revolution zittern. Die Bürger haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Neoliberale aller Länder, vereinigt euch!

Bin dabei ;-)