Ausgewählte Tag-Kategorie: Antiamerikanismus

Bush-Bashing als Droge

01.07.2008 13:26 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 93 Kommentare

Das Klischee vom dummen, fanatischen Bush ist den Deutschen lieb und teuer geworden, weil es ex negativo eine trügerische Identität stiftete. Jeder mittelmäßige Kabarettist kann sich johlenden Beifalls sicher sein, wenn er darüber eine Zote reißt, und fühlt sich für einen Moment als Teil der weit überlegenen Kultur eines durch und durch aufgeklärten „alten Europas“. Vergessen sind dann für den Augenblick der Pisa-Schock, der Zustand der eigenen Eliten und die mangelnde Fähigkeit großer Teile der deutschen Gesellschaft, Zwänge und Chancen der Globalisierung zu begreifen.

Das Bush-Bashing wirkte wie eine Droge, die es erleichterte, sich in eigenem Realitätsverlust und Provinzialismus einzurichten. Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag, werden es die Deutschen damit so leicht nicht haben. Sie werden ihr liebstes Feindbild deshalb noch arg vermissen.

Schönes Zitat* aus einem lesenswerten Text von Richard Herzinger in der WELT: Mit Bush verlieren die Deutschen ihr Feindbild. In der Tat, das wird bestimmt spannend mitanzusehen, wenn linke und liberale Obama-Cheergirls ab November sukzessive bemerken werden, dass Barack “auch bloss ein Ami” ist :-)

(*erst jetzt entdeckt via the story so far…, dem immer wieder interessanten Reisetagebuch eines Bambergers in Vietnam)

Ebeneezer Bush

04.10.2007 00:10 - Statler & Waldorf by Statler - 2 Kommentare

Bush streicht Hilfen für arme Kinder” schreibt SPIEGEL ONLINE, und damit ist auch schon alles klar: Der Präsident sorgt dafür, daß Kinder nicht mehr krankenversichert sind, und er tut dies entweder aus purer Boshaftigkeit, oder vielleicht auch um so den Irakkrieg zu finanzieren. Eine dritte Möglichkeit wird in der Spiegel-Redaktion hingegen gar nicht in Betracht gezogen — vielleicht ist das Programm, das Bush hier stoppt, ja einfach ineffizient und überhaupt nicht zielgerichtet?

Möglich wäre das jedenfalls. Wer sich in dieser Richtung informieren möchte, darf sich allerdings nicht auf deutsche Journalisten verlassen, sondern sollte mal bei Greg Mankiw vorbeischauen.

Die Afghanenschlächter aus Washington

15.09.2007 14:17 - Statler & Waldorf by Statler - 10 Kommentare

Beim Grünen-Sonderparteitag wird gerade darüber verhandelt, wie sich diese sich heute doch mal wieder recht präpubertär darstellende Partei zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verhalten soll, vor allem zum Einsatz von Bundeswehrtornados. Die verwirrteren Delegierten — vegane Ernährung und ein gesunder Hirnstoffwechsel, das ist oft ein Widerspruch — reden nun heute öfters von einem angeblichen “Krieg der US-Streitkräfte gegen die afghanische Zivilbevölkerung“.

Erklärt mir das mal jemand, vielleicht einer von den Grünenverstehern dort draußen? Wo genau führen die Amerikaner dort einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung? Die Nachrichtenlage deutet schließlich doch eher darauf hin, daß dort, wo leider, leider nicht genügend internationale Soldaten sind, die Taliban und andere Extremisten einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung führen. Oder ist es einfach so, daß für die Grünen die Taliban die Hüter der Zivilgesellschaft sind, ergo ein Krieg gegen die Taliban einem Zivilistenschlachten gleichkommt?