Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Ausgewählte Tag-Kategorie: Antifa

Über die Wurzeln des 68′er Antifaschismus

30.07.2008 15:05 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 15 Kommentare

Sehnsucht nach den starken Opfern. Ein starkes Essay von Richard Herzinger in der Welt über die Wurzeln des 68′er Antifaschismus und dessen Wende in einen sich allzuoft antisemitischer Stereotypen bedienenden aggressiven “Antizionismus”:

Doch auch, wenn ihr idealistischer Rigorismus, der sie in die Affinität zum Totalitarismus brachte, in schlechter deutscher Tradition steht - die Erklärung, die Rebellen von 1968 hätten den von ihnen bekämpften nationalsozialistischen Ungeist schlicht reproduziert, reicht so wenig aus wie die, der “Antifaschismus” habe ihnen nur als Vorwand für die Propagierung von Welterlösungsfantasien gedient.

Lesenswert ist Herzingers Diskussionsbeitrag gerade auch deshalb, weil er differenziert urteilt und sich weder am - leider auch im liberalen Umfeld anzutreffenden - pauschalen “68er-Bashing” beteiligt noch an wohlfeiler Mythenbildung im Dienste der bei der Macht angekommenen Aktivisten.

Die Freiheit des Anders-Beflaggenden

08.06.2008 13:19 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 57 Kommentare

Die Anzahl derer, die durch PKW-Beflaggung ihre Zugehörigkeit zur Unterschicht und/oder ihre Präferenz bei “Deutschland sucht die Supermannschaft” demonstrieren wollen, steigt in diesen Tagen wieder einmal exponentiell.

Ich gestehe, dass mich das doch irritiert: Als Liberaler habe ich ein etwas ambivalentes Verhältnis zu Winkelementen, da sie allemal das Aufgehen des Individuums im Kollektiv repräsentieren. Aber gut: jeder nach seiner Façon.

Die Freiheit des Anders- (oder Nicht- oder Anti-) Beflaggenden sollte übrigens imho auch für die Pisser, die sich kurz auf der Website vom Kongress der Grünen Jugend präsentieren durften, gelten (wenn denn die Fahne vom eigenen Taschengeld bezahlt war). Die Aufregung kann und will ich deshalb nicht nachvollziehen - da gab’s von den Volxsportlern der autonomen Flanke des “Kampfes gegen Rechts” vor zwei Jahren zur WM schon ganz andere Bilder zu sehen. [Zynismusmode on] trotzdem, besser die verbrennen Flaggen als Bücher… die Äquivalenz ist also - noch - nicht vollständig hergestellt [Zynismusmode off].

P.S.: Ich nehme mir die Freiheit, für die Dauer der EM links oben meine Lieblingsflagge zu flattern zu lassen ;-)

Die Befindlichkeit des Landes

08.05.2008 22:23 - Statler & Waldorf by Statler - 142 Kommentare

Einhundertsechsunddreißig. Das ist die Anzahl der von rechtsradikal motivierten Tätern ermorderten Menschen in Deutschland, zwischen 1990 und 2005, zu finden in einer Liste in der aktuellen Ausgabe der ZEIT. Wieviele genauso motivierte Taten für wieviele Opfer nicht im Grab, sondern in Krankenhäusern oder Rollstühlen endeten, erfahren wir nicht.

Pervertierter Antifaschismus

25.04.2008 20:25 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 64 Kommentare

Wer Rechte zum Vorbild junger Menschen macht, schadet der Demokratie.

Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil legt in all seiner platten Geradlinigkeit wenigstens die eigentliche Zielrichtung der Kampagne gegen den designierten Kultusminister von Thüringen, Peter Krause, offen:

Es geht also nicht darum, den Rechtsstaat vor einem Nazi und/oder NPD U-Boot in der Thüringer CDU zu schützen. Nein, hier sollen schlicht konservative Positionen aus dem demokratischen Spektrum ausgegrenzt werden.

Welch eine Perversion des Antifaschismus (im Sinne von Antitotalitarismus, nicht linksextremer Legitimationsideologie à la “Antifa”) - Herr Heil denunziert im Dienst des politischen Tagesgeschäftes alles was nicht links ist als Gefahr für die Demokratie.

Und bereitet gleichzeitig in Hessen & ff. im Bund die Koalition mit den (Post-)Kommunisten vor…

Ich erlaube mir sechs Anmerkungen…

05.12.2007 21:50 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 23 Kommentare

… auch aus meiner eigenen politischen Geschichte heraus zur liberalen “Antifa-Debatte” nach der für mich völlig unverständlichen Löschung des Beitrags es ist nicht alles schlecht an der Antifa von Michael Holmes auf der Achse des Guten, in dem er auf den Linksextremismus der real existierenden Antifa hinwies:

1. Antifaschismus und “Antifa” sind nicht dasselbe

2. Wer die Augen davor verschliesst, dass in der Tat die überwiegende Mehrheit der Antifa-Kader (nicht der Antifaschisten - siehe 1.) kommunistisch oder autonom/sozialrevolutionär - und damit: zutiefst antiliberal - denkt und agiert, macht sich selbst etwas vor oder hat keine Ahnung

3. Wer die organisierte Antifa - auch die militante - mit dem prügelnden und mordenden Nazimob gleichsetzt (im Sinne von: gleich gefährlich) macht anderen etwas vor oder will keine Ahnung haben

4. Counterpart zum Faschismus ist nicht sein ungleicher und doch so ähnlicher Bruder Kommunismus, sondern die offene Gesellschaft

5. Wer davon phantasiert, den politischen Gegner zu zertreten, ist nicht nur in der Sprache dem, den er zu bekämpfen vorgibt, ähnlich

6. Dass auch Liberale mehr als taktische Kooperation zum unmittelbaren Opferschutz mit eben jenen in Erwägung ziehen, sich darüber hinaus sogar zu deren zensierenden Erfüllungsgehilfen instrumentalisieren lassen, ist ein hervorragend erfolgreiches Beispiel leninistisch inspirierter Bündnispolitik - und/oder verheerender Konzeptionslosigkeit auf Seiten der Zivilgesellschaft

Links:
Von Antifa und Antifanten (MartinM)
Prowas, Antifa? (Rayson)
Notwendige Nestbeschmutzung (Ingo said)
Kann man noch ein Unwort des Jahres vorschlagen? (Statler)
Genosse Denunziant (Ingo said)