So ganz falsch ist es bestimmt nicht, wenn die CDU mit dem Vorwurf konfrontiert wird, daß ein Wahlkampf geschmacklos ist, der so tut, als wären kriminelle, jugendliche Zuwanderer das größte Problem, mit dem die Republik gerade zu kämpfen hat. Eine Partei, die ihren Wahlkampf auf dieses Thema reduziert, muß sich auch die Kritik gefallen lassen, daß ihre Kampagne nicht viel anders aussieht und die gleichen unschönen Ressentiments aufgreift wie beispielsweise eine Kampagne der Republikaner in den frühen 1990ern.
Sicher, wir wissen alle, daß CDU und CSU keine rechtsradikalen Parteien sind, aber wenn sie einen Wahlkampf lang so tun als wären sie es, dann ist das schlimm genug. Das kommt dabei heraus, wenn man die Maxime “Rechts von uns soll es keine demokratischen Parteien mehr geben” ein wenig zu großzügig auslegt.
Und dann stellt sich ein Roland Pofalla vor die Kamera, um schulmeisterlich Leute zu belehren, die beim Konzept des Erziehungslagers Bauchschmerzen haben, weil sie an diese anderen Lager damals ganz persönlich nicht die besten Erinnerungen haben. Selbst wenn er glaubt, daß er sachlich recht hat: Hat der Mann eigentlich überhaupt keinen Stil? Oder irgendein Gespür für Kontexte?
Update: Die Geister, die er rief…
In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des NPD-Vorsitzenden Udo Voigt heißt es: „Herr Koch, bleiben Sie hart und fair.“ Voigt bedankte sich dafür, dass Koch „sich als etablierter Politiker öffentlich traut, Forderungen der NPD auch dann auszusprechen, wenn dies der Zentralrat der Juden kritisiert“.