Nehmen wir mal an, in Köln dürfte per Referendum darüber entschieden werden, ob in Ehrenfeld die Moschee gebaut werden darf. Hätte der Bau eine Chance? Wenn schon nicht in Köln — an welchem anderen Ort in Deutschland hätte der Bau eine Chance?
Oder harmloser: Wenn ich einen Architekten beauftrage, mir als Wohnhaus einen gewagten Stahl-, Glas- und Waschbeton-Bau zu entwerfen, und die Nachbarn dürfen darüber abstimmen, ob sowas gebaut werden darf — hätte ich eine Chance? In sehr vielen Gegenden sicher nicht.
Kurz und gut, wer Vielfalt will, sollte die Demokratie meiden. Genauer gesagt, er sollte den Bereich so weit wie möglich ausweiten, in dem Eigentümer ohne Einmischung über ihr Eigentum entscheiden können. Nur dann wird die Welt interessant. Demokratie hingegen macht sie langweilig.
Nicht, daß ich falsch verstanden werde. Öffentliche Güter können nunmal nicht auf Märkten bereitgestellt werden, und um über reine öffentliche Güter zu entscheiden, ist Demokratie der bestmögliche Mechanismus. Wenn es nach mir ginge, unbedingt auch direkte Demokratie. Aber je mehr wir die demokratische Sphäre über diesen sinnvollen Bereich hinaus ausweiten, desto langweiliger wird die Welt.