Ausgewählte Tag-Kategorie: Der freie Westen

Win a Free Trip to Israel…

03.07.2008 22:54 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - Kommentieren

eine Aktion für alle Freunde Israels zum 60.Geburtstag der einzigen Demokratie des Nahen Ostens - mit der Sie soziale Projekte dort unterstützen können.

Ich setze eine signierte Ausgabe der neuen Essay-Sammlung Frohe Botschaften von Michael Miersch und Dirk Maxeiner drauf:

Einfach in der Grusspostkarte als einen der Empfänger happybirthdayisrael [ad] antibuerokratieteam.de eintragen.

Wir werden die (gutgemeinten) Glückwunschkarten hier verlinken und das Buch unter allen Einsendern verlosen.

Bush-Bashing als Droge

01.07.2008 13:26 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 93 Kommentare

Das Klischee vom dummen, fanatischen Bush ist den Deutschen lieb und teuer geworden, weil es ex negativo eine trügerische Identität stiftete. Jeder mittelmäßige Kabarettist kann sich johlenden Beifalls sicher sein, wenn er darüber eine Zote reißt, und fühlt sich für einen Moment als Teil der weit überlegenen Kultur eines durch und durch aufgeklärten „alten Europas“. Vergessen sind dann für den Augenblick der Pisa-Schock, der Zustand der eigenen Eliten und die mangelnde Fähigkeit großer Teile der deutschen Gesellschaft, Zwänge und Chancen der Globalisierung zu begreifen.

Das Bush-Bashing wirkte wie eine Droge, die es erleichterte, sich in eigenem Realitätsverlust und Provinzialismus einzurichten. Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag, werden es die Deutschen damit so leicht nicht haben. Sie werden ihr liebstes Feindbild deshalb noch arg vermissen.

Schönes Zitat* aus einem lesenswerten Text von Richard Herzinger in der WELT: Mit Bush verlieren die Deutschen ihr Feindbild. In der Tat, das wird bestimmt spannend mitanzusehen, wenn linke und liberale Obama-Cheergirls ab November sukzessive bemerken werden, dass Barack “auch bloss ein Ami” ist :-)

(*erst jetzt entdeckt via the story so far…, dem immer wieder interessanten Reisetagebuch eines Bambergers in Vietnam)

Filme

11.04.2008 12:37 - Statler & Waldorf by Statler - 40 Kommentare

Leute, die einerseits und angeblich im Namen der Meinungsfreiheit den islamkritischen Film “Fitna” aus den Niederlanden verteidigen, aber andererseits wie Rumpelstilzchen herumspringen, wenn aus Saudi-Arabien eine Retourkutsche namens “Schisma” kommt, argumentieren aber auch nicht so richtig konsistent, oder?

Talibanesk

23.03.2008 18:15 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 30 Kommentare

Offenbar gehen Privatsender davon aus, dass Religion Privatsache ist und bei ihnen nicht vorkommen muss. Man schaut dort nur auf die Quoten. Das ist ein Angriff auf die öffentliche Ordnung

Der katholische Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der “Publizistischen Kommission” der Deutschen Bischofskonferenz, im Spiegel-Interwiew.

Talibanesk: Zwar mögen sich die Herren Kleriker von der muslimischen Konkurrenz (inzwischen) in den Methoden unterscheiden, aber auch hierzulande ist diese Anmassung, Religion von der Privatsache zur Öffentlichen Sache umzudefinieren, gut dreihundert Jahre nach Beginn der Aufklärung immer noch virulent.

Mir scheint sie im Wesen der monotheistischen Buchreligionen angelegt zu sein - wo die sich zur Kirche organisieren, werden sie nicht anders als der Staat “a dangerous a servant and a fearsome master”.

Eventkultur hat auch ihre Grenzen

22.03.2008 10:48 - Statler & Waldorf by Statler - 25 Kommentare

Eigentlich ist es doch seltsam, daß noch kein konservativer Kulturkritiker zwischen Botho Strauß und Konrad Adam darauf gekommen ist: Dekadenz. Wir haben uns in unserer dekadenten Kultur des Abfeierns großer Events, von der Olympiade über die Fußball-WM bis zum LiveAid-Konzert, schon soweit eingelullt, daß wir tatsächlich glauben, ein äußerst gewalttätiges, extrem machiavellistisches Regime wie das chinesische würde sich “öffnen“, oder gar “demokratisieren“, nur damit im Sommer in Peking zwei Wochen lang reibungslos und harmonisch gelaufen, gehüpft und gehampelt werden kann.

Sind wir eigentlich völlig bescheuert? Ich fürchte schon.

Sieg nach Punkten, Faschismus vs. Freiheit

20.03.2008 22:42 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 48 Kommentare

Fünf Jahre nach Beginn des Irak-Feldzuges, geplant als Fanal im “War on Terror” sterben im Irak immer noch täglich dutzende Menschen durch die von den Islamofaschisten verursachte Gewalt.

Millionen sind emigriert, die im Lande blieben arrangierten sich mit dem Terror und der Korruption der Clans, anstatt nach der Diktatur Saddam Husseins eine rechtsstaatlich verfasste Marktwirtschaft aufzubauen, wie es sich die Neokonservativen - und auch ich, ja - erhofft hatten.

Auch wenn es G.W. Bush nicht wahr haben will: der Krieg ist wohl, zumindest auf die ursprünglichen Ziele bezogen, gescheitert.

Osama bin Laden (warum läuft der eigentlich immer noch frei rum? wohin verpulvern die Schlapphüte die vielen Millionen?) und seine Anhänger im Irak und anderswo drohen währenddessen nach wie vor mit Gewalt gegen Kritiker des Islam - immer deutlicher mit Stossrichtung gegen die Meinungsfreiheit, einem der zentralen Werte, mit denen sich der freie Westen von den Despotien des Nahen Ostens abgrenzt.

Diejenigen hierzulande, die hinter ihrem Ruf nach Appeasement nur mühsam - wenn überhaupt - ihre Befriedigung über die offensichtliche Niederlage der USA verstecken, mögen sich bestätigt fühlen: ich sehe in der Tat aktuell einen Sieg nach Punkten, (Islamo-)Faschismus vs. Freiheit…

Einfach mal die Klappe halten!

21.12.2007 17:16 - IUF Comments by Sascha Tamm - 2 Kommentare

Sofort nach der Ernennung von Dmitrij Medwedew zum Präsidentschaftskandidaten von Putins Gnaden hatte der deutsche Außenminister einen Kommentar parat: Das sei ein Signal an den Westen, ein Zeichen der Stabilität und der wirtschaftlichen Erneuerung.

Da wird also ein Präsident praktisch ernannt. Das ist tatsächlich ein Signal an den Westen - es fragt sich nur, ob man dazu auch noch gratulieren sollte. Der Aufsichtsratschef eines staatlichen Monopols wird Präsident - auch das ist ein Zeichen, aber sicher nicht für die wirtschaftliche Erneuerung. Ob das Ganze ein Zeichen der Stabilität ist – politisch und wirtschaftlich – wird die Zukunft zeigen. Kreml-Astrologen haben sich schon oft geirrt.

Niemand kann im Moment etwas ändern an den Zuständen in Russland. Ständige plakative Kritik hilft auch nicht weiter. Aber es muss sich auch niemand so klein machen, den Methoden der Machthaber in Russland auch noch Beifall zu klatschen.
Also: Siehe Überschrift.

For us ze war is over by tea time, ja?

18.11.2007 20:07 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 18 Kommentare

So titelt die Times. Wieso wird das in den wichtigen deutschen Medien fast nicht thematisiert?

Communist Chic Reloaded

11.11.2007 19:27 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 60 Kommentare

“¿Por qué no te callas? - Kannst du nicht die Klappe halten?” Eine angebrachte Aussage, wenn einer, der nicht an der Reihe ist, unter Missachtung jeglicher zivilisierter Umgangsform penetrant dazwischen quasselt. Für mich gut nachvollziehbar, dass da selbst ein Juan Carlos einmal die Contenance verliert.

Es soll wohl Communist Chic Reloaded sein, den Chavez - der sich in Venezuela im unblutigen Übergang in die Dikatur versucht - vorführt: mich erinnert das an Chruschtschow, der auf einer UNO-Vollversammlung einmal mit seinem Schuh herumgefuchtelt hat. Die Ausfälligkeiten (unter anderen gegen den spanischen Ex-Ministerpräsidenten Aznar, den er als “Faschist” beschimpfte) gingen sogar dessen Nachfolger, dem Sozialisten Zapatero, zuweit, der dem zeternden Chavez “Respektlosigkeit” vorwarf. Was SPON daraus macht? Na klar, das hier.

Die tyrannophilen Intellektuellen

16.10.2007 17:57 - Statler & Waldorf by Statler - 2 Kommentare

Die utopisch geneigten tyrannophilen Intellektuellen haben viel Unheil angerichtet und viel Beifall an die falsche Seite verteilt – und sie werden das auch weiter tun: Sand im Getriebe . . . Aber den Verfall und Niedergang westlicher Gesellschaften werden sie kaum mehr zustande bringen. Beschwören freilich sollte man das nicht. Der kontinuierliche Versuch einer objektiven, kritischen Selbstwahrnehmung gehört zu den Spezifika und Stärken moderner westlicher Gesellschaften. Sowenig die Sinn-Intellektuellen mit ihrer unbestimmt-vagen Fundamentalopposition dazu unmittelbar Wesentliches beigetragen haben, zwingen sie uns doch immer wieder, eine präzise, realistische Verteidigung und Kritik unserer Gesellschaften zu formulieren. Und so schafft dieser Geist, der den Westen stets verneint, doch mittelbar auch etwas Gutes. Aber man sollte schon ein Auge auf sie, auf uns haben . . .

Siegfried Kohlhammer beschreibt und zerpflückt einen Denkertypus, den es seit mindestens 500 Jahren in westlichen Gesellschaften gibt. Sehr lesenswert, der vollständige Artikel ist im Merkur, Heft 700.

Von der Freiheit, Schwachsinn sagen zu dürfen

Also diese Rubrik hier nennt sich ja “Eidgenössisch Eigensinniges”. Dann lasst mich mal noch ein Wort zu Frau Herman sagen. Denn inzwischen habe ich beim Herumzappen die entscheidenden Stellen bei Kerners Show gesehen - und ich verstehe die Welt nicht. Was soll die Aufregung?

Wenn man wie ich ausserhalb der sprachlichen Kodierung der Bundesrepublik Deutschland und von ein paar offensichtlich überdrehten Deutschsprach-Sittenwächtern steht, dann ist es etwas schwer auszumachen, was die Frau Herman eigentlich gesagt haben soll, das die Frau Berger, die Frau Schreimacher (oder so ähnlich) und offensichtlich eine breite Öffentlichkeit derart empört.

Frau Herman ist nun nicht unbedingt ein Ausbund an Intelligenz und die Frau war in Herrn Kerner Talkshow ganz offensichtlich gestresst. (Ich bin schon des Öfteren in Live-Diskussionssendungen des Fernsehens aufgetreten und kann die Situation durchaus nachfühlen). Was man also sagen kann, ist, was alle wissen, Nachrichtensprecherinnen müssen vor allem gut aussehen und einen Text ohne zu stottern vom Teleprompter ablesen können. Deshalb sollten sie, wenn immer möglich, keine unvorbereiteten Statements von sich geben.

“Den Drecksack erschiessen”?

25.09.2007 13:28 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 48 Kommentare

Daniel Goldhagen an die Adresse des einen oder anderen unserer anarchistischen Leser, aber auch der Kreuzritter (und -Prinzessinnen) von Politically Incorrect:

Man darf doch auch ansonsten nicht einfach jemanden bedrohen oder attackieren. Gegen die politischen Islamisten müssen die bestehenden Gesetze mit zero tolerance angewendet werden. Muslime und Nicht-Muslime müssen den politischen Islamisten klarmachen, dass die Mehrheitsgesellschaft nicht bereit ist, ihr Vorgehen zu tolerieren.
Zugleich müssen wir klarstellen, dass es sich nicht um einen Kampf mit dem Islam handelt oder mit Muslimen, sondern dass es nur um die politischen Islamisten geht, die die Werte der demokratischen Gesellschaft zerstören wollen und den Untergang des Westens anstreben. Ich habe keinen Zweifel daran, dass die europäischen Staaten auf diese Weise mit dem Problem spielend fertig werden könnten. Das ist nicht so schwer.

Stop The Bombund

Ein Regime wie im Iran ist zu gefährlich, um Atomwaffen zu besitzen. Jetzt regiert dort Mahmoud Ahmadinejad, vor ihm war der angeblich moderate Hashemi Rafsanjani Präsident. Dieser hat gedroht, eine Atombombe auf Israel zu werfen. Er sagte, dies sei eine rationale Überlegung, denn mit einer einzigen Bombe werde Israel völlig zerstört, die arabische Welt aber höchstens verletzt. Ich denke, wenn der Iran Nuklearwaffen hätte, würde das Regime sie wahrscheinlich auch benutzen. Daher muss alles getan werden, um dies zu verhindern.

Ich habe Goldhagens Interview aus 2006 mit der Jungle World erst heute bei unserem Kollegen vom Philolog gefunden: das ist brandaktuell, denke ich.

Gott aus der Verfassung streichen

In Deutschland sind es die Pläne für den Bau einer Zentralmoschee in Köln. In der Schweiz werden derzeit von der rechts-nationalen SVP Unterschriften für eine Initiative gegen den Bau von Minaretten gesammelt. Bis spätestens 1. November 2008 müssen 100.000 Unterschriften beisammen sein. Es steht ausser Frage, dass die Unterschriften für das “Nieder-mit-den-Minaretten-Volksbegehren” locker beigebracht werden.

Der Islam bringt mit seinem Menschen- und Staatsverständnis ein Konfliktpotenzial in die westlichen Gesellschaften.

Schreibt heute Peter Ruch, reformierter Pfarrer in Schwerzenbach im Kanton Zürich, in einem Kommentar in der NZZ am Sonntag (nur analog). Deshalb ist er der Meinung, dass „deshalb auch über ein Minarettverbot diskutiert werden soll.“

Weil Herr Ruch nicht nur Pfarrer ist, sondern auch Mitglied des Stiftungsrates des Liberalen Instituts, stellt er fest, dass „alle Religionen in einem gewissen Sinn totalitär sind“.

Doch was den Islam sowohl in seiner Gründung als auch in seiner Geschichte auszeichnet, ist die beharrliche Negation jeder Unterscheidung zwischen geistigem und weltlichem Bereich, zwischen geistlichem und weltlichem Recht.

Gut, könnten wir da sagen, Recht hat der Herr Pfarrer. Aber kann man als Säkularisierter gegen den Bau von Minaretten oder gar von Mulitfunktions-Häusern (Moscheen) sein und Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen als „zum westlichen Kulturkreis gehörend“ hinnehmen und Neubauten mit Kirchtürmen bejahen?

Gesinnungsabsolutismus

Es gibt zuhauf politisch denkende Menschen, die meinen, die grösste Gefahr für den liberalen Rechtsstaat und die offene Gesellschaft drohe von rechts.

Und weil man sich in dieser Gewissheit häuslich eingerichtet hat, ist man froh, um die handvoll sogenannter Neonazis in Deutschlands Osten. Mit wortreichen Erklärungen und ab und an einer Lichterkette kann man nach “Vorfällen” aller Welt zeigen: Nie wieder - wir haben aus der Geschichte gelernt!

Aus der Geschichte gelernt? Wenn man tatsächlich aus der Geschichte etwas lernen will, dann beispielsweise dies: Der Mensch hat die fatale Neigung, sich immer auf den Kampf gegen den schon bekannten Feind vorzubereiten. Wegen dieser Fixiertheit auf das Bekannte, übersieht er die neue Gefahr, die ihn schleichend zu bedrohen beginnt.

Schäuble-Ecke ade?

Einfach mal so eidgenössisch eigensinnig nachgefragt wegen der “Schäuble-Ecke” rechts oben: Gibt es vor dem Hintergrund der Verhaftungen von heute eine Justierung in der Beurteilung der Schäuble-Pläne?

Auf der Heimfahrt hörte ich beim Deutschland Funk, dass man die Überwachung effizienter, heisst personalsparend, hätte laufen lassen können, wäre die Online-Überwachung zugelassen gewesen. Die Internettechnologie spielte während der Bombenbastelaktion doch eine erhebliche Rolle. Oder ist das nur Staatspropaganda?

Die Grundsatzfrage ist gestellt: Wieviel Freiheit muss für wieviel Sicherheit über Bord geworfen werden? Oder umgekehrt.

Clevere Südkoreaner

Die Südkoreaner sind ja so was von clever. Die verhandeln seit Tagen mit dem Taliban, um ihre Landsleute aus Afghanistan raus zu holen (wen wollten die dort eigentlich missionieren?). Und versprechen den Beim-Barte-des-Prophetigen das Blaue vom Himmel und noch ein paar Dinge dazu.

Wenn dann alle Geiseln befreit sind und im Flieger von Korean Air sitzen, sagen sie zu den Taliban: April, April, wir ziehen weder unsere Truppen ab, noch wird das was mit dem Blau vom Himmel. Wir haben euch reingelegt und das ist auch gut so.

Oder täusche ich mich etwa?

Menschenraub lohnt sich!

28.08.2007 19:12 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 6 Kommentare

(über den Unterschied von Appeasement und Opportunismus)

Negative Verstärkung bedeutet die Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn als Reiz ein negativer Verstärker entfernt wird. Negative Verstärker sind z. B. jeweils das Entfernen von Lärm, grelles Licht, Hitze oder Kälte, Stromschlag.

So hab ich’s aus meinem Sozpäd-Studium in Erinnerung und so steht es auch in der Wikipedia. Es ist also die Entfernung zweier negativer Verstärker für die Taliban, wenn die Südkoreaner jetzt Ihr Truppenkontingent vor dem geplanten Zeitpunkt aus Afghanistan abziehen und den Islamofaschisten versprechen, zukünftig christliche Mission aus Südkorea im Land zu unterbinden (!).

Will noch jemand jagen gehen?

26.08.2007 14:14 - Statler & Waldorf by Statler - 6 Kommentare

We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.

So steht es in der Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. In jeder ewigen Hitliste der großartigsten je geschriebenen Sätze müßte dieser einen Spitzenplatz belegen. Jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit — auf “Liberty“, also ganz eindeutig auf Freiheit im Sinne von Nicht-Einmischung in seine Angelegenheiten — und vor allem auf die Jagd, oder vornehmer: auf das Streben nach Glück. Es ist offensichtlich, daß dieses “Pursuit of Happiness” im Verständnis der Gründerväter der USA zwei Seiten hatte. Einerseits eben das Recht der Individuen auf ihre individuelle Freiheit, die es ihnen erst ermöglicht, nach dem zu streben, das sie selbst für Glück halten — ohne paternalistische oder gar böswillige Einmischung des Gewaltmonopolisten, und auch wenn andere Individuen andere Wege zum Glück bevorzugen würden.

Auf Wiederlesen Ulrich Speck!

23.08.2007 18:24 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 8 Kommentare

Ulrich Speck schliesst sein Weblog Kosmoblog. Das ist schade. Als kompetente Stimme im Spannungsbogen der liberalen Blogsphere zwischen Cruise Missile Diplomaten und doktrinär-libertären Non-Interventionisten (diese oft genug im platten Ami-Bashing und “Antizionismus” nicht mehr von linken Extremisten zu unterscheiden) habe ich seine klugen Analysen gern gelesen. Im Abschiedsbeitrag spricht er sich für eine transatlantisch orientierte Aussenpolitik aus, und begründet, warum dies für Liberale so wichtig ist:

Der Weg zum demokratischen, marktwirtschaftlich orientierten Staat war in Deutschland lang und steinig, um das Mindeste zu sagen. Demokratie und Marktwirtschaft waren immer wieder Feindbilder; erst mit der totalen Niederlage der totalitären Kräfte wurde der Weg zu einer liberalen Ordnung frei. Eine maßgebliche Rolle spielten dabei die USA. Die Partnerschaft mit Amerika ermöglichte es demokratischen und marktwirtschaftlichen Kräften in Deutschland, eine freiheitliche Ordnung dauerhaft zu etablieren.

Auch wenn mir die Dauerhaftigkeit dieser Ordnung angesichts der Erfolge der Sozialisten von links und rechts nicht ganz ungefährdet erscheint und die Mutation der sozialen Marktwirtschaft zum Subventions-, Versorgungs- und Überwachungsstaat selbst totalitäres Potenzial hat: so sehe ich das auch.
Auf Wiederlesen Ulrich Speck!

Es ist die alte Moderne-Skepsis

17.08.2007 00:05 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 2 Kommentare

Und insofern ist wohl tatsächlich eine Mehrheit der Deutschen “links”. Man sollte allerdings nicht dieses politisch-geografische Wort benutzen. Ich würde in die Vollen gehen und es so nennen: Es ist die alte Moderne-Skepsis der Deutschen, es sind anti-westliche Unterströmungen, die 60 Jahre rheinischer Kapitalismus keineswegs hat abschaffen können.
60 Jahre im Großen und Ganzen sensationell funktionierende Marktwirtschaft haben nicht ausgereicht, den Deutschen die letzte Skepsis gegenüber dieser Wirtschaftsform auszutreiben. Das ist paradox.

Johann Jost auf Vanity Fair. Nein, ich natürlich auch nicht.