“Blue Card”? Europäische Einwanderungspolitik? Befremdlich!
Die Vorschläge des EU-Kommissars Frattini für ein weniger restriktives europäisches Zuwanderungsrecht machen Wiefelspütz so richtig patzig: Solange es mehrere Millionen Arbeitslose in Deutschland gebe, habe der deutsche Arbeitsmarkt für die SPD Vorrang sagt er. “Der Zugang zum Arbeitsmarkt muss Sache der nationalen Regierungen bleiben” sekundiert Grindel von der CDU. Arbeit zuerst für Deutsche! Nein, das war jetzt NPD-Voigt. Ebenso wie dieser sind die Herren auch der Auffassung, dass “zusätzliche Zuwanderung ausserdem weitere Fragen der Integration aufwerfen würde”. Wie wahr. Und? Ist der freiheitlich verfasste Westen nicht in der Lage, die Herausforderungen, die sich aus der Internationalisierung der Arbeitsmärkte ergeben zu bewältigen? Das wäre freilich schlecht für uns alle.
Ich will ja gar nicht behaupten, dass die Auswirkungen der weltweiten Migrationsbewegungen mit einfachen Rezepten kontrollierbar wären: eben nicht. Ein Zuwanderungsrecht, das vor allem Zuwanderer in die Sozialsysteme statt qualifizierte, motivierte Einwanderer anzieht, ist in der Tat problematisch. Die Parallelgesellschaften, aus denen die islamistischen Kämpfer von der Kultur- & Terrorfront rekrutieren, sind Realität. Aber die Ängste des Personals der Festung Europa vor der Globalisierung national-populistisch zu bedienen, löst keines dieser Probleme und ist in jedem Fall der am wenigsten freiheitliche Ansatz (dies jetzt auch an die Adresse derjenigen Konservativ-Libertären, deren konsequenter Antietatismus immer und überall, nur nicht bei der Grenzsicherung, zum Tragen kommt).